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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs


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Radfahren in Holland (3) – Lösungen im Detail

Haifischzähne

In der niederländischen Straßenverkehrsordnung gibt es eine bedeutende Abweichung zur deutschen: Die „Haifischzähne“. Es handelt sich dabei um Dreiecks-Markierungen auf der Fahrbahn, die bei Vorfahrtsituationen angeben, wer vor wem zu halten hat. Anfangs als Ergänzung zum dreieckigen Verkehrsschild, wird das Zeichen mittlerweile auch eigenständig eingesetzt und reduziert damit an vielen Stellen den Schilderwald, z.B. an den Kreisverkehren.

Haifischzähne am Boden

Haifischzähne am Boden

Ein Blick auf der Fahrbahn erklärt sofort die Vorfahrtregelung. Ich finde das eine sehr praktische und sichere Sache, die ich in Deutschland vermisse.

Haifischzähne ersetzen den Schilderwald

Haifischzähne ersetzen den Schilderwald

Seitenstraßen

Die Lösung für die Seitenstraßen und Ausfahrten wurde im letzten Blog-Beitrag bereits beschrieben.

Autos müssen abbremsen um den Radweg zu queren

Autos müssen abbremsen um den Radweg zu queren

Hinzufügen ist noch die Tatsache, dass die niederländischen Hilfs- und Rettungsdienste damit keine Probleme haben. Ich erwähne das explizit, denn nach meinen Informationen* ist es in Bayern nicht gewünscht, Schwellen und Rampen in Straßen und Kreuzungen einzubauen. Die Rettungsdienste hätten damit ein Problem. Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis. Klar, es ist für ein Sanitäter oder Weiterlesen

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Welche Fahrradstraße braucht Nürnberg?

Die Spitalbrücke in Nürnberg wurde vor einigen Jahren als Fahrradstraße deklariert. Allerdings ist die Umsetzung etwas… nun ja, gewöhnungsbedürftig. Oder verstehst du die Beschilderung?

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Fahrradstraße auf der Spitalbrücke – vom Hans-Sachs-Platz aus gesehen

Immer wenn ich dort stehen bleibe, kann ich dasselbe beobachten: Autos fahren vor, bleiben vor dem Schild stehen. Man kann förmlich sehen, wie es hinter dem Lenkrad rattert. Und dann fährt das Auto langsam über die Brücke. Verbotenerweise.

Von der anderen Seite ist die Beschilderung vielleicht etwas verständlicher…

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Fahrradstraße auf der Spitalbrücke – von der Insel Schütt aus gesehen

…aber trotzdem ist dieses Beispiel kein Glanzstück einer Fahrradstraße. Wenn schon so viel und so oft Autoverkehr durchfahren darf, dann stimmt etwas nicht. Letztens habe ich sogar gesehen, dass Radfahrer hier auf dem Gehsteig gefahren sind. Vermutlich aus Angst vor den Autos, die hier durchfahren. Also bitte, das ist doch wohl völlig am Ziel vorbei!

Eigentlich ist eine Fahrradstraße in Deutschland nur dem Radverkehr vorbehalten. Außer es gibt (wie in dem Beispiel oben und auch das Beispiel in München unten) eine zusätzliche Beschilderung, die die Ausnahmen deklariert. In Nürnberg sollen mehr Fahrradstraßen entstehen, auch mit dem Ziel den Radverkehr zu fördern, aber wie sollen diese aussehen? Wann sind sie sinnvoll und welche Autos sollen da noch fahren dürfen?

Als wir beim ADFC erfuhren, dass es in München so viele Fahrradstraßen gibt (über 50), habe ich mich im Sommer dort mal umgesehen. Vielleicht gibt es dort eine tolle Lösung. Die Bilanz nach 8 besuchten Fahrradstraßen war ernüchternd: Überall war der Kfz-Verkehr ohne Einschränkungen zulässig. Die Beschilderung war prinzipiell wie hier unten auf dem Bild:

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Stielerstraße, nähe Theresienwiese, München

Der motorisisierte Verkehr hat freien Zugang. Das Schild „30-Zone“ ist redundant, aber schadet nicht. Sollen so Fahrradstraßen aussehen? Merkt ein Autofahrer überhaupt, dass in dieser Straße etwas anders ist? Außer dem kleinen Piktogramm am Asphalt, am Anfang der Straße? Ich behaupte einfach mal: nein, nicht wirklich.

Ich stelle mir vor, dass wenigstens eine bauliche Maßnahme, eine deutliche Markierung und eine weitere Eingrenzung des Kfz-Verkehrs vorgenommen wird.

Vor 2 Jahren in Berlin fand ich im Stadteil Prenzlauer Berg viele Fahrradstraßen. Sie haben alle am Anfang und Ende eine angedeutete Verengung und eine Begrenzung des Kfz-Verkehrs auf „Anlieger“. Das kommt meinen Vorstellungen schon näher.

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Fahrradstraße am Prenzlauer Berg, Berlin

Und wie sieht es in Holland aus? Dort ist in einer Fahrradstraße (fietsstraat) der Kfz-Verkehr grundsätzlich erlaubt, aber der Radverkehr hat Vorfahrt. Es gibt für solche Straßen ein schönes Verkehrsschild („Fietsstraat – auto te gast“ –> Fahrradstraße – Auto zu Gast) und der Belag besteht aus rotem Asphalt. Roter Asphalt ist immer ein eindeutiges Zeichen für alle Verkehrsteilnehmer, dass hier Radverkehr unterwegs ist. Eigentlich eine einfache und leicht verständliche Formensprache. Die „perfekte“ Lösung, könnte eine Mischung aus Berlin und Holland sein.

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Fietsstraat – Fahrradstraße in den Niederlanden, in diesem Fall mit separater Zufahrt für Radverkehr


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Nein Autofahrer, dort DARF ich nicht fahren!

Hassobjekt

Hassobjekt

Die Situation: Gehweg mit „Radfahrer frei“-Symbol. Ich fahre auf der Fahrbahn.
Zuerst werde ich ganz brutal geschnitten. Der Außenspiegel des Autos nur einige Zentimeter von meinem Lenkerende entfernt.

Ich habe kurz darauf die Gelegenheit, den Autofahrer anzusprechen.

Radfahrer (RF): „Entschuldigung, Sie wissen schon, dass Sie mich gerade fast umgefahren haben, oder?“.
Autofahrer (AF): „Entschuldigen Sie mal, dort ist ein Radweg!“.
RF: „Erstens ist das kein Radweg und zweitens ist das auch kein Grund mich fast zu töten“.
AF: „Natürlich ist das ein Radweg und den sollten Sie nutzen!“.
RF: „Nein, das ist kein Radweg und ich DARF dort nicht einmal fahren“.
AF: „Sind Sie blind, da ist doch ein Radfahrer-Schild!“.
RF: „Jawohl, dort ist ein Fahrradsymbol, aber ich DARF dort trotzdem nicht fahren“.
AF: „Sie sind bekloppt, das ist ein Radweg und dort sollen Sie fahren“.
RF: „Verdammt nochmal, wie oft soll ich das noch sagen, ICH DARF DORT NICHT FAHREN!“.
AF: „……..(Pause)….. wieso sollen Sie dort nicht fahren dürfen?“.
RF: (Seufzt) „Na endlich….Das ist ein Gehweg auf dem nur alte Omis im Schritttempo fahren dürfen. Ich fahre 25km/h, das ist dort nicht erlaubt. Ich muss auf der Fahrbahn fahren und möchte dabei von Ihnen in Zukunft nicht mehr in Gefahr gebracht werden. Wie gesagt, ich DARF dort nicht fahren!“

So in etwa, werde ich in Zukunft solche Diskussionen führen. Alles andere hat keinen Sinn.

P.S.: Solche unsinnige Verkehrsschilder sind z.B. in der niederländischen Verkehrsordnung gar nicht vorgesehen. Warum wohl?


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Radeln über den Hauptmarkt in Nürnberg

Vor 4 Wochen ging der Kampf um den Hauptmarkt wieder los. Insbesondere die Stadtratsfraktion der Grünen hat in der bisherigen Stadtratslegislatur-Periode durch mangelnden Ideen für den Radverkehr geglänzt. Und dann kam ausgerechnet von denen letzten Herbst der Vorschlag, den Hauptmarkt für den Radverkehr zu öffnen, wenngleich auch als Versuch. Aus meiner Sicht ein verkehrspolitisch unkluger Schachzug. Warum?

Nachdem es fast 2 Jahre ruhig gewesen war, ging das Säbelrasseln im Rathaus und in der Presse wieder los. Der Grünen-Vorschlag wurde im Verkehrsausschuss behandelt und jeder musste was dazu beitragen. Vor allem die CSU ist wie so oft gegen jegliche Erleichterung für den Radverkehr. Diesmal vor allem unter dem Deckmantel des Behindertenschutzes bzw. im Interesse der Marktkaufleute.

Haben die Kritiker nicht gemerkt, dass seit Jahren täglich 1.500-2.000 Radfahrer über den Hauptmarkt fahren? Und dabei sind keine Probleme aufgetreten! Aus dem Grund hätte ich die Situation so gelassen wie sie ist und hätte das Thema nicht wieder aufgekocht (liebe Grüne: Es gibt viele Fahrrad-Baustellen in der Stadt, die mehr Aufmerksamkeit brauchen!!!). Die Polizei greift am Hauptmarkt nur ein, wenn man Mitbürger in Gefahr bringt und wer sich normal verhält hat eigentlich nichts zu befürchten.

Der Vorschlag sollte noch mal überarbeitet werden, wurde verschoben und wird voraussichtlich in September noch mal behandelt. Ich habe dafür nur eingeschränkt verständnis. Aber wenn es schon eine Lösung geben soll, dann so ähnlich wie in der Fußgängerzone von Isny im Allgäu wo ich vor einigen Tagen folgendes Bild gemacht habe:

Fußgängerzone in Isny: Radfahrer dürfen mit angepasster Geschwindigkeit weiterfahren.

Fußgängerzone in Isny: Radfahrer dürfen mit angepasster Geschwindigkeit weiterfahren.


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Radfahrer absteigen…. mal wieder….

Baustelle Sigmundstraße

Baustelle Nürnberg Sigmundstraße

Dieses unappetitliche Schild „Radfahrer frei“ sollte es nach Anordnung vom Verkehrsplanungsamt in Nürnberg eigentlich nicht mehr an Baustellen geben.

Freitag Vormittag (08.05.15) komme ich an der Sigmundstraße an diese Baustelle. Ich habe angehalten und die Herren der N-Ergie gefragt, wer angeordnet hat, dass dieses Schild dort hängt. „Das haben wir gemacht“, hieß es dann.

Die Baustellen werden von SÖR, von Fremdfirmen und auch von der N-ergie errichtet. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die positiven Vorstellungen der Stadtverwaltung bis in die ausführenden Ebenen durchgedrungen sind. Ich werde mich mal dran versuchen…


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Bündnis Radfairkehr – erste Aktion

Am letzten Freitag hat das Bündnis Radfairkehr eine erste Aktion durchgeführt. Das Bündnis will etwas offensiver darauf hinweisen, dass der Radverkehr nicht den Stellenwert erhält, den ihn zusteht. Bei der Zuteilung von Geldern, Platz und Rechten. Um die Aufmerksamkeit auf diese Defizite zu lenken, werden öffentlichkeitswirksame Aktionen im Stadtgebiet geplant.

Fahrradstraße - Aktion

Fahrradstraße – Aktion Radfairkehr

So nahm sich das Bündnis Radfairkehr symbolisch die Fahrradstraße vor. Diese Straße heißt wirklich so (siehe Bericht) und ist grundsätzlich breit genug um für Radfahrer in beiden Richtungen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Fahrradsymbol wird mit Sprühkreide angebracht

Fahrradsymbol wird mit Sprühkreide angebracht

Teilnehmer der Aktion brachten mit Sprühkreide Fahrradsymbole und eine Linienmarkierung auf der Fahrbahn an.

Nette Eigenkreation: "Radfahren erwünscht"

Nette Eigenkreation: „Radfahren erwünscht“

Außerdem wurde unter dem Schild „Durchfahrt verboten“ ein Zusatzschild angebracht. Die Aktion war gut für ein großes Foto in der Samstagszeitung, direkt unter dem Artikel, in dem der ADFC auf die fehlenden finanziellen Mittel bei der Haushaltsplanung der Stadt Nürnberg hinweist.

(Danke an Matthias für die Zuverfügungstellung der Fotos)

Bündnis Radfairkehr im Web: http://www.radfairkehr.de/ und auf Facebook: https://www.facebook.com/Radfairkehr


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Die Fahrradstraße in Nürnberg

Nicht eine, sondern "die" Fahrradstraße

Nicht eine, sondern „die“ Fahrradstraße

In Nürnberg gibt es die Fahrradstraße. Ja, es gibt auch eine Fahrradstraße, aber die ist nur 10 Meter lang (an der Brücke beim Heilig-Geist-Spital). Nein, es geht hier kurz um die Fahrradstraße, die durch Stadtteil Eberhardshof bis zur Maximilianstraße führt.

Breit genug für Radfahrer in 2 Richtungen

Breit genug für Radfahrer in 2 Richtungen

Die Fahrradstraße läuft nördlich und parallel von/zur Fürther Straße und der letzte Teil ist nur in einer Richtung befahrbar. Das Einfahrverbot ist ganz klar eine Maßnahme gegen Schleichverkehr durch das Wohngebiet. Für Autos verständlich, aber was mich schon seit Jahren wundert: Warum kann dieses Teilstück nicht für Radfahrer in beiden Richtungen geöffnet werden? Die Straße ist breit genug für Radfahrer, die von der Maximilianstraße nach Westen fahren wollen. Es wäre eine sehr gute Alternative zur Fürther Straße und die Fahrradstraße würde ihrem Namen gerecht werden.

Beim Verkehrsplanungsamt hatte ich die Sache schon mal angeregt. Ich werde es noch mal versuchen, ist die Stadt doch aufrichtig bemüht, viele Einbahnstraßen für Radfahrer in beiden Richtungen zu öffnen.

24.01.2015 – Nachtrag: Diese Woche bekam ich eine Nachricht vom Verkehrsplanungsamt. Die Fahrradstraße wird in Kürze für den Radverkehr in 2 Richtungen geöffnet. Vielen Dank, das freut mich (und einige anderen) sehr!