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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs


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Fahrräder mit SUV-Manieren

Ist es dir beim Abstellen deines Fahrrads schon aufgefallen? Oder bei Gegenverkehr auf einem schmalen Radweg?

Ich stelle häufiger fest, dass der Platzbedarf neuer Räder zunehmend größer wird. Die Ursache sind extrem breite Lenker, die immer mehr an neuen Rädern ausgeliefert werden.

Überbreite im Fahrradkeller

Überbreite im Fahrradkeller

Die Folgen dieses Breitenwahns varieren von ärgerlich bis grotesk. Ärgerlich, weil ähnlich wie bei fetten SUVs in Parkhäusern, die Abstellplätze nicht auf solch breite Fahrzeuge ausgelegt sind. Die Lenkerenden verhaken sich in den Schalt- und Bremszügen  der daneben abgestellten Räder und entsprechend leicht können die Nachbarräder beschädigt werden. Oder der Platz zum Abstellen fehlt gänzlich. Oder man kollidiert fast mit entgegenkommenden Radfahrern, die plötzlich viel mehr Breite in Anspruch nehmen, vor allem an engen Stellen. Ja, das ist mir schon passiert.

Noch breiter

Noch breiter…Links daneben abstellen ist kaum möglich

Grotesk finde ich den Anblick mancher Zeitgenossen auf solchen Rädern. Vor allem zierliche Frauen müssen ihre Arme so weit spreizen um die Lenkergriffe zu erreichen, dass sie mit dem Kinn nahezu den Lenkerkopf berühren. Das sieht wahrlich nicht nach Radlgenuß aus, eher nach Quälerei. Welcher Fahrradhändler verkauft so einen Blödsinn?

MTB

MTB mit „Standardlenker“

Muss das sein? Klar lässt sich ein Rad mit einem breiteren Lenker theoretisch besser beherrschen. Aber irgendwo hat auch das Grenzen. Wo hört der Breitenwahn auf? Bei 1,30 m.?

Nur an meinem MTB ist der Lenker etwas breiter, anonsten habe ich relativ schmale Lenker an meinen Rädern. An meinem Trekkingrad habe ich letztes Jahr an beiden Seiten 2cm abgesägt. Danach war für mich die Sitzposition angenehmer. An meinem Brompton Faltrad und an dem Singlespeed sind die Lenker sogar noch viel schmäler (siehe Seitenkopf). Vor allem im Stadtverkehr liebe ich das. Enge Lücken lassen sich damit super ausnutzen. Ab und zu musste ich aber in letzter Zeit hinter so einer Kleiderstange stehen bleiben, weil er/sie nicht durch die Lücke passte…

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Eine kleine Gasse für mich…

Es gehört nicht zur Wesensart eines Radfahrers, sich in einen Stau zu stellen. Ich kann nicht erklären warum, aber ich fühle mich sehr schnell unruhig, wenn ich aufgehalten werde. Ampeln versuche ich zu umfahren wo es geht, aber diese Erfindung zur Regulierung des Autoverkehrs hält auch mich täglich auf. Ein kleines Ärgernis des Alltags. Fahren will ich, nicht stehen. Das ist was für Dosenfahrer.

Was mir noch weniger gefällt, sind Autoschlangen vor der Ampel, die sich so aufstellen, dass ich nicht vorbei komme. Als Radfahrer darf man an dieser Schlange vorbeifahren, wenn man sich angemessen verhält. Ich versuche das auch, wenn es geht. Aber es gibt Autofahrer, die müssen mit der Felge an der Bordsteinkante stehen, warum auch immer.

Ich bin für eine Pflichtgasse für Radfahrer! Autos sollen immer 1 Meter Platz frei lassen. Damit der Radlverkehr frei fließen kann.

Durch dieses Verhalten fühle ich mich als Radfahren zum Stausteher degradiert.


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Hey! …auf der Fürther Freiheit

Heute wollte ich nach der Arbeit mal anders nach Hause radeln und wählte den Weg über die Fürther Innenstadt. Also, um es mal vorweg zu nehmen: In Fürth kommt man echt angenehm flott durch die Stadt.

Zuerst ein Stück durch die Fürther Südstadt. Über eine Vielzahl von Nebenstrassen, die übrigens über einen guten Strassenbelag verfügen, kommt man ohne Ampel-Aufenthalte leicht zum Bahnhof. Da hätte ich mir einen Fahrrad-Tunnel gewünscht. Die Bahnhofsunterführung ist theoretisch zwar mit dem Zweirad befahrbar, so ganz legal dürfte das nicht sein.

Über die Gustav-Schickedanz-Strasse kam ich auf die Fürther Freiheit. Ich freute mich schon über den netten Radweg direkt neben der Strasse als plötzlich von der Seite ein dunkler Mercedes mit einem (ungelogen) bestimmt 8 Meter langen Anhänger langsam von der Strasse auf den Fahrradweg und damit auf mich zukam. Wäre ich nicht voll in die Bremsen gegangen, hätte ich mich wahrscheinlich unter dem überdimensionierten mobilen Dönerstand wiedergefunden. Ich hatte wie immer in solchen Fällen keine Zeit und Lust nach meiner Fahrradklingel zu suchen und schrie dann auch so laut ich konnte: „Hey!!!!“ Der orientalischer orientierungloser Marktkaufmann stieg sofort auf die Bremse, wodurch ich noch mal fast auf den Anhänger knallte. Ich bin dann um das Gefährt herum gefahren und habe so was wie „bist du völlig Blind?“ durch das offene Seitenfenster gebrüllt. Danach ging es mir gleich wieder besser und habe meinen Weg nach Hause angenehm strampelnd fortgesetzt. Trotzdem fand ich es komisch, dass im weiteren Verlauf sich mehrere Markthändler mit ihren Ständen mitten auf dem Radweg breitgemacht hatten.

Manche Fürther können aber auch anders, das ist mit schon öfter aufgefallen. Es scheint da unter Autofahrern eine etwas weiter verbreitete Angewohnheit zu sein, an relativ breiten Strassen so ca. 2 Meter links hinter dem Radfahrer her zu schleichen. Zuerst merke ich es nicht so, dann stelle ich fest, dass  das Auto hinter mir vermutlich gleich rechts abbiegen will und deswegen respektvoll wartet bis ich an der Kreuzung vorbei bin. Dann stelle ich fest, dass gar keine Kreuzung in Sicht ist. Ab da fange ich an mich mal unzuschauen, was eigentlich hinter mir los ist. Nichts…., gar nichts. Meistens hängt aber schon eine Schlange von 5 Autos an meinem Hinterrad und ich denke mir nur: „Warum können die nicht einfach überholen? Haben die Angst vor mir?“. Wohlgemerkt: Es handelt sich um breite Strassen ohne Gegenverkehr, gut einsehbar etc.etc. Meistens sind es alte Opis und Omis oder Mädchen, die aller Anschein nach eine Woche zuvor ihren Führerschein gemacht haben.

Ich finde es toll, wenn Autofahrer mich mit Respekt auf der Strasse wahrnehmen, aber solche Überholverweigerer machen den ganzen Effekt zunichte. Die 4 Autos dahinter haben meistens nicht solche Hemmungen, sind letztendlich sehr ungehalten wenn sie endlich mal an der Reihe sind mich zu überholen und lassen das dann deutlich merken. Fazit: 1 Mensch mit übertriebener Vorsicht und 4 mit Agressionen gegen den armen Radfahrer….

Sollten sich alle mal normal verhalten! Jaja, in Fürth ist es schön radeln 🙂