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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs


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Radfahren in Holland (4) – Radschnellwege

Als letztes Holland-Thema möchte ich auf die Radschnellwege (snelle fietsroutes) eingehen.

Einst als Idee entstanden, um Staus auf Autobahnen zu den Rushhours entgegenzuwirken, hat sich das Konzept verselbständigt und als Erfolg herausgestellt. Die Grundidee dahinter: Zu den Spitzenzeiten in der Frühe und am Nachmittag reicht die vorhandene Kapazität von Autostraßen oftmals nicht aus. Diese Kapazitäten zu erhöhen kostet erstens sehr viel Geld und Raum und hat zweitens nur einen temporären Effekt. Bald werden noch mehr Autos den gleichen Stau verursachen.

Eine Lösung für die Spitzenzeiten

Gesucht ist eine Lösung für die Spitzenzeiten

Aus dem Grund hat man nach einer alternativen Lösung für Pendler gesucht. Die Radschnellwege sind längere Strecken, die ohne Unterbrechungen und Kreuzungen ein flottes Vorankommen für den Radverkehr ermöglichen. Umland und Stadt werden vernetzt. Plötzlich wird das Radfahren eine komfortable und schnelle Alternative zum „im-Stau-stehen“. Entfernungen von 5-20km werden zum Vergnügen und die Verbreitung von Pedelecs unterstützen diese Entwicklung nachhaltig. Untersuchungen vom z.B. Fietsersbond in Utrecht gehen von bis zu 18% Reduzierung des Autoverkehrs aus. Unterm Strich sind die Radschnellwege außerdem günstiger als Investitionen in den Autobahnausbau.

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Radschnellwege sind breit, damit man sich bei höheren Geschwindigkeiten gut überholen kann (alles über 20km/h ist in Holland schon eine ordentliche Geschwindigkeit!). Sie sind rot asphaltiert, meistens gut beleuchtet und durch Brücken und Tunneln werden Kreuzungssituationen vermieden. Es geht schließlich darum, ungehindert weiterfahren zu können. Wenn der Kfz-Verkehr mal gequert werden muss, dann mit Vorfahrt für die Radler oder durch bevorzugte Ampelschaltungen.

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Insgesamt sind ca. 30 Radschnellwege in den Niederlanden geplant, viele werden aktuell gebaut oder ausgebaut. Mittlerweile gehen die weiteren Planungen davon aus, dass urbane Gebiete immer mehr verschmelzen und genau dort weitere Radschnellwege im urbanem Raum sinnvoll sind. Anbei einige Grafiken und Fotos. Ich war selbst nicht zu den normalen Pendlerzeiten auf den Radschnellwegen unterwegs, weswegen nicht viele Radfahrer zu sehen sind.

 

Übersicht der geplanten Radschnellwege in NL

Übersicht der geplanten Radschnellwege in NL

 

Lückenschluss mit Radschnellwegen in urbanen Zwischenräumen. Hier Den Haag und Rotterdam

Lückenschluss mit Radschnellwegen in urbanen Zwischenräumen. Hier Den Haag und Rotterdam

 

 


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Es tut sich was bei den Radschnellwegen rund um Nürnberg

Fast zeitgleich mit der Hauptmarkt-Diskussion wurde am 17.07.15 offiziell bekanntgegeben, dass für Nürnberg und Umgebung eine Machbarkeitsstudie für Radschnellwege in Auftrag gegeben wurde. Der Bayerische Innenminister Hermann und der Nürnberger Oberbürgermeister Maly gaben dazu eigens eine Pressekonferenz

Etwas mehr als 2 Jahre nachdem die mittelfränkischen Kreisverbände des ADFC einen Vorschlag für die Errichtung von Radschnellwegen publiziert hatten, scheint das Vorhaben konkretere Formen anzunehmen. Die Machbarkeitsstudie wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, aber immerhin ist ein politischer Wille da und es wird auch schon was untersucht.

Warten wir mal ab, wie es weitergeht. Aber… jedes Mal wenn ich „Radautobahn“ lese, bekomme ich einen leichten Wutanfall. Hoffentlich lernt die Redaktion hinzu.


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Radschnellwege rund um Nürnberg erhalten einen Schub!

Vor einer Woche durfte ich auf der Fachtagung für Radverkehr in Bayern eine halbe Stunde lang das Konzept des ADFC-Nürnberg/Erlangen/Fürth/Schwabach vor ca. 90 Fachleuten vorstellen und um Unterstützung für das Vorhaben bitten. Kaum ist eine Woche vergangen und jetzt steht heute Abend das in der Zeitung:

Quelle: nordbayern.de

Quelle: nordbayern.de – Für mehr –> Bild anklicken

Wir freuen uns sehr, dass das Vorhaben in so kurzer Zeit die Fachleute und den Innenminister überzeugen konnte. Jetzt geht es darum, das Konzept auszuarbeiten. Gleichzeitig sollen auch die Bemühungen für innerstädtische Verbesserungen der Städte in Mittelfranken weiter intensiviert werden.

Auf der Fachtagung hat eine niederländische Verkehrsplanerin folgende Aussage gemacht, die mir sehr gut gefallen hat:

„Der Anstieg des Radverkehrs ist kein Ziel für sich. Das eigentliche Ziel ist, die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen. Um das zu erreichen, sollen Maßnahmen für Fußgänger und Radfahrer stark gefördert werden!“


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Radschnellwege für die Metropolregion Nürnberg

Die ADFC-Kreisverbände Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach haben gemeinsam ein Konzept für Radschnellwege in der Metropolregion Nürnberg entwickelt.

Das Konzept sieht 8 Radschnellwege vor, womit umliegende Kommunen optimal an die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen angebunden werden. Eine gute Präsentation zum Vorhaben findet man auf der Seite www.adfc-nuernberg.de/radverkehr/radschnellwege. Hier sind auch die einzelnen Strecken detaillierter beschrieben.