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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs


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Lernen von Holland (1) – Ausfahrten

Ich möchte eine Serie mit praktischen Fahrradlösungen aus Holland starten. Es geht um kleinere und größere Lösungen für die Fahrrad-Infrastruktur. Was im holländischen Straßenbild ganz normal und selbstverständlich ist, ist es bei uns in Nürnberg und Umgebung noch lange nicht.

Speziell die andere Umsetzung vieler Details, macht das Radfahren in Holland im Alltag viel angenehmer und sicherer. Wer in Holland mal mit dem Rad unterwegs war, weiß die Vorteile der dort üblichen separaten Radwege-Infrastruktur zu schätzen. Dass diese mit den bei uns in Franken umgesetzten Radwegen oftmals nicht viel gemein hat, soll kein Grund sein, separate Radwege grundsätzlich abzulehnen, sondern dies soll ein Ansporn sein, die Radwege in Franken komfortabler und sicherer zu gestalten. Nur mit einer guten separaten Fahrrad-Infrastruktur, wird es möglich sein, ein großer Teil der Autofahrer zum Umstieg aufs Rad zu bewegen.

Das erste Thema: Grundstücksausfahrten.

Mit Erstaunen und Enttäuschung habe ich festgestellt, dass beim gerade fertiggestellten neuen Radweg an der Erlanger Straße, das herkömmliche Radfahrer-feindliche Ausfahrten-Design verwendet wurde, das wir seit Jahren kennen. Ich weise explizit auf dieses Beispiel hin, weil ich der Meinung bin, dass es besser geht. Und zwar ohne Mehraufwand! Und weil die bisherige Art der Umsetzung nicht mehr zeitgemäß ist.

Neuer Grundstücksausfahrt an der Erlanger Straße. Der Radweg ist unterbrochen.

Neuer Grundstücksausfahrt an der Erlanger Straße. Der Radweg ist unterbrochen.

Die Merkmale solcher Grundstücksausfahrten, die separierte Radwege/Fußwege kreuzen:

  • Der Asphalt des Radweges wird durch Plastersteine unterbrochen. Das ist erstens unbequem für den Radfahrer und zweitens unsicher, denn der Autofahrer, der die Ausfahrt verlässt, hat keinen deutlichen optischen Hinweis, dass er jetzt einen Radweg / Fußweg quert.
  • Das Niveau des Radweges wird bei jeder Ausfahrt abgesenkt. Auch das ist für den Radfahrer unbequem, vor allem wenn mehrere Ausfahrten direkt nacheinander platziert sind (siehe Bild unten). Man kommt sich vor wie bei einem Kamelritt. Das Sicherheitsproblem dieser Konstruktion: Der einbiegende Autofahrer kann ohne Abbremsen in die Einfahrt reinfahren, da die Absenkung auf Fahrbahnniveau ihm das ermöglicht.

Und dann stellt man fest: Diese Art von Ausfahrten sind zu 100% für die ein- und ausfahrenden Autos optimiert. Die Interessen der Radfahrer und Fußgänger werden hier überhaupt nicht berücksichtigt! Bei der Ausfahrt an der Erlanger Straße kann man sogar vermuten, dass diese vielleicht 2x täglich von einem Auto benutzt wird. Und an guten Tagen fahren hier sicherlich 1.000 Radfahrer vorbei. Das ist der eigentliche Skandal dieser Konstruktion.

Für eine fahrradfreundliche Stadt gehört sich das anders. In stelle hier mal die Lösung aus Holland (2 Beispiele) vor. Das wird nicht nur bei Ausfahrten, sondern auch bei der Querung von Seitenstraßen verwendet. (Auf die Seitenstraßen komme ich in einem zukünftigen Blog-Beitrag noch mal).

Grundstückseinfahrt mit Beton-Kerbstones. 2-Richtungsradweg

Holland 1: Grundstückseinfahrt mit Beton-Kerbstones. 2-Richtungsradweg

Holland 2: Grundstückseinfahrt für Radfahrer kaum auffällig.

Holland 2: Grundstückseinfahrt für Radfahrer kaum auffällig. Für Autofahrer aber sehr deutlich.

Was zeichnet diese Ausfahrt aus?

  • Der Radweg (durchgehend mit rotem Asphalt!) und der Fußweg werden auf dem gleichen Niveau weitergeführt (kein Kamelritt). Durch die Gestaltung der Oberfläche wird es dem ausfahrenden Autofahrer sofort deutlich, dass er hier mit querenden Verkehrsteilnehmern rechnen muss. Die Radfahrer und Fußgänger haben indes keine Komforteinbuße und können ungehindert weiter fahren und gehen.
  • Der einfahrende Autofahrer muss die kleine Rampe überwinden um Rad- und Fußweg zu queren. Dazu muss die Geschwindigkeit des Fahrzeugs erheblich reduziert werden. Ein weiterer Sicherheitsaspekt, der insbesondere bei separaten Radwegen sehr wichtig ist!

Man sieht, dass durch solche kleine aber durchdachte Maßnahmen, die Sicherheit und der Komfort für den Radverkehr erhöht werden können, ohne den Autoverkehr zu benachteiligen. Die Radfahrer in Nürnberg freuen sich, wenn die Planer des Verkehrsplanungsamtes dieses Design ab sofort bei neuen Radwegen übernehmen.

Anbei noch 2 Beispiele, wie es nicht sein sollte:

Schweinauer Hauptstraße

Schweinauer Hauptstraße

Sigmundstraße - Gehweg/Radfahrer frei. Mehrere Ausfahren nacheinander. Kopfsteinpflaster.

Sigmundstraße – Gehweg/Radfahrer frei. Mehrere Ausfahren nacheinander. Kopfsteinpflaster.

P.S. am 08.04.15: Das ursprüngliche Holland-Bild habe ich durch 2 bessere Beispiele ersetzt.

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Aus dem Auto, aufs Rad. Wie soll das gehen?

Als Kind und Jugendlicher war ich ein echter Autonarr. Die Liebe fürs Blech ließ nach, als ich bei meinen ersten Autos merkte, welche (unkalkulierbare) Kosten damit einher gingen. Keine Rennboliden, sondern alles nur sehr solide, ja sogar spießige Autos nannte ich im Laufe der Jahre meins.

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In den letzten Jahren bin ich zunehmend mit dem Fahrrad unterwegs. Gleichzeitig fand in der Zeit ein Perspektivenwechsel statt. War der Griff zum Autoschlüssel früher ganz normal, so überlege ich heute 3 mal, ob ich auch anderweitig zum Ziel kommen kann. Begriffe wie Nachhaltigkeit, Peak-oil und Suffizienz führen zu einem anderen Bewusstsein bei der Mobilität. Sicherlich auch, weil ich ein nachdenklicher Mensch bin.

Mein Verständnis für Mitmenschen, die für Kurzdistanzen (also für mich sind Entfernungen bis 3km wirklich kurz) jedes Mal ins Auto steigen, schwindet immer mehr. Meistens sind diese Fahrten kleine Einkäufe, z.B. zum Bäcker, oder Besuche beim Frisör oder bekannten, die nicht mal mehr als 3-4 Straßen weiter sind. Ich kenne Kollegen, die 1,5km von der Arbeit entfernt wohnen und jeden Tag ins Auto steigen. Der ökologische Footprint solchen Aktionen könnte so viel besser sein, wenn man sie zu Fuß oder mit dem Rad macht. Außerdem bewegt man sich etwas, braucht keinen Parkplatz suchen und schont den Geldbeutel und den (kalten) Motor. Die betroffenen machen sich scheinbar darüber keine Gedanken.

Am 3. Februar fand im Bildungszentrum Nürnberg* (=Volkshochschule) ein Vortrag mit anschließender Diskussion unter dem Titel: „Zukunft der Mobilität – Wohin bewegen wir uns?“ statt. Der bekannte Verkehrsexperte und Blogger (Zukunft-Mobilität) Martin Randelhoff gab einen leider etwas kurzen Ausblick über die globalen Änderungen in der Mobilität der kommenden ca. 20 Jahre. Danach fand eine Podiumsdiskussion mit einem Vertreter des VCD-Nürnberg, den verkehrspolitischen Sprecher und stv. Fraktionsvorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion und Martin Randelhoff statt.

In der geschilderten Zukunftsvision nimmt der Anteil des PKW- und LKW-Verkehrs in den nächsten Jahren irgendwann deutlich ab. Gewinner auf den Kurzdistanzen sind Angebote wie Fahrrad, Elektrofahrzeuge und ÖPNV. Auf den größeren Distanzen wird vor allem der Schienenverkehr als Gewinner gesehen. Als Ursachen für die Entwicklungen wurden sowohl Kostensteigerungen als auch der urbane Verkehrsinfarkt genannt.

In der Diskussionsrunde konnte ich mir folgende Frage nicht verkneifen: „Eine schöne Vision der Zukunft und viele Leute werden das auch unterschreiben, aber wenn es dann an die Änderung der eigenen Mobilität geht, dann werden viele sagen: Ja, aber nur ohne mein Auto! Mein Auto ist mir heilig! Sollen die anderen sich ändern. Die Deutschen haben eine sehr hohe emotionale Bindung zum Auto. Wie glauben die Podiumsteilnehmer, kann man diese Bindung lösen kann?“

Die Antworten auf meine Frage haben mich enttäuscht. Die allgemeine Auffassung ist, dass vor allem ältere Leute so stark am Auto hängen und dass vor allem die jüngere Generation mit ganz anderen Prioritäten aufwächst. Nach dem Motto: Das Problem erledigt sich von selbst, wenn die älteren aussterben. Vor dem Wissen, dass die älteren immer älter werden, stimmt mir dieser Ansatz nicht sehr optimistisch. Bis die alte Generation weg ist, dauert noch mindestens 40 Jahre, so lange möchte ich nicht auf eine Mobilitätswende warten müssen. Als weiteres Argument wurde die Schaffung des passenden Alternativangebots betont. Auch hier kann ich nur müde lächeln. Speziell was die Stadt Nürnberg angeht. Investitionen in ÖPNV-Lösungen wurden zu viel in die teure U-Bahn gesteckt. Bis die Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg und Erlangen in Betrieb geht, bin ich vielleicht schon in Rente. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Nürnberger Fahrradnetzes (ein Netz voller Löcher) ist in den nächsten Jahren auch nicht ernsthaft zu rechnen. Zu groß ist die Angst bei den Kommunalpolitikern der großen Parteien, sich klar pro Fahrrad und kontra Auto zu bekennen. Da hängen Wählerstimmen dran und die sind nun mal emotional an ihrem Auto…. usw. usw.

So beschäftigt mich weiterhin die Frage: Wie bekommt man die Nachbarn, Kollegen, etc. davon überzeugt, wenigstens zeitweise mal das Auto stehen zu lassen und die 1-3km mal mit eigener Energie zurückzulegen? Mit rationalen Argumenten kommt man da nicht weit, das habe ich schon gemerkt. Ist das Autofahren eventuell eine Sucht? Sind die meisten Autofahrer süchtig nach der Droge Auto? Wie funktioniert da der Entzug? Ich weiß es nicht.

Bleibt mir nur, mit anderem Beispiel voran zu gehen.

Habt ihr Vorschläge, Ideen?

*Das Bildungszentrum Nürnberg lädt von Januar bis Juli 2015 zu einer ganzen Reihe von Mobilitäts-Vorträgen ein: Die Welt in Bewegung – Mobilität im Wandel.


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Falschparken ist zu billig in Deutschland – Du kannst was dagegen tun!

Falschparker behindern fast überall

Falschparker behindern fast überall

Im europäischen Vergleich ist das Falschparken in Deutschland so billig wie nirgendwo. Lediglich 20,-€ Strafe drohen, wenn man erwischt wird. Egal ob auf Rad- oder Gehweg oder in zweiter Reihe. Parken auf Behindertenparkplätzen kostet nur geringfügig mehr (35,-€). Da geht es dem Übeltäter in Holland schon ganz anders an den Kragen (360,-€!). Im Schnitt kommt der Autofahrer in Deutschland 75% billiger davon als bei den Nachbarn. Ist das eigentlich normal?

In Deutschland wir Falschparken wohl oft nur als Kavaliersdelikt angesehen. Das soll sich ändern, bringen Falschparker doch andauernd andere Verkehrsteilnehmer in Nöten oder Gefahr. Außerdem nimmt das Falschparken in den letzten Jahren stark zu (Zunahmen von 25-40% in den letzten 4 Jahren in mehreren Städten).

Dieses Wochenende startet eine neue Online-Petition, mit dem Ziel, die Bußgelder für Falschparken in Deutschland auf ein durchschnittliches europäisches Niveau zu bringen.

Hier geht es direkt zur –>  Online-Petition

Hier geht es –> zur Aktionsseite des Initiators (www.clevere-staedte.de)

Zusammenfassung der Forderungen der Petition

Zusammenfassung der Forderungen der Petition – Quelle: http://www.clevere-staedte.de

Viele Fahrradblogs und Facebookseiten weisen gemeinsam auf diese Aktion hin, damit viele Unterzeichner gewonnen werden. Wenn 120.000 Bürger unterschreiben, muss der Bundestag sich mit dem Thema befassen.

Deswegen bitte mitmachen, sofort!


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Wieder ein paar mühsame Meter…

An der Maximilianstraße gab es 3 Wochen lang eine unschöne Baustelle. Mittlerweile sind die Umleitungsschilder und die Absperrbaken wieder weg. Nach der Ampel führt jetzt eine Spur für Radfahrer neben der Autospur zur nächsten Ampel an der Fürther Straße. Danach ist wieder Fahrradwüste, bzw. das aus meiner Sicht gefühlt gefährlichste Stück Straße in Nürnberg, ohne jegliche Vorrichtung für Radfahrer.

Maximilianstraße, zwischen Jansenbrücke und Fürther Straße

Maximilianstraße, zwischen Jansenbrücke und Fürther Straße

Anyhow, dieses neue Stückchen Radstreifen ist wieder typisch für die Art und Weise, wie der Radverkehr immer mal ein paar Meter gewinnt. Durch viele Gespräche, die ich in letzter Zeit mit unterschiedlichsten Radfahrern geführt habe, wird immer klarer, dass diese Art des „Fortschritts“ nicht mehr sonderlich akzeptiert wird.

Es werden Stimmen lauter, die meinen, dass es höchste Zeit für einen Radwegenetz-Masterplan ist. Dass das Zugeständnisse von Politik und Autofahrern verlangen wird ist klar. Der Platz und die finanziellen Mittel sind begrenzt, können aber anders verteilt werden. Hier hoffe ich auf einen Sinneswandel und viel Mut bei den Verantwortlichen in der nürnberger Politik und Verwaltung. Erste vorsichtige Anzeichen sind zu entdecken, aber es fehlt noch das klare, deutliche Bekenntnis zu einer fahrradfreundlichen Stadt.

Der Radwegenetz-Masterplan wäre eine Möglichkeit Klarheit und eine Zukunftsperspektive zu schaffen. Der Plan müsste ein (vorerst grobes) Netz von gut ausgebauten Radwegen mit sicheren einheitlichen Standards (von mir aus nach niederländischem Vorbild!) enthalten, die stern- und kreisförmig die Stadtteile miteinander verbinden. Man kann sich das wie ein Spinnennetz vorstellen. Wenn die groben Maschen stehen, kann man sich an die feineren dran machen, aber lasst uns doch erst mal damit anfangen! So weitermachen wie bisher ist auf jeden Fall nicht die Lösung um den Radverkehrsanteil signifikant zu steigern. Das einzige, was im Moment zunimmt, sind die ängstlichen Radfahrer auf den Gehwegen und da will sie -zurecht- niemanden haben.


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Umfrage: Warum Radfahrer auf dem Gehweg fahren?

Radfahrer auf dem Gehweg

Radfahrer auf dem Gehweg

Je schöner das Wetter, je bunter das Fahrrad-Volk. Leider gibt es unter denen viele, die nicht wissen, wie man sich korrekt als Radfahrer verhält. Viele, sehr viele fahren nur auf Gehwegen. An manchen Tagen und Strecken kommt es mir vor, als ob ich als einziger auf der Straße oder auf dem Radstreifen fahre. Ja, es gibt sogar Leute, die fahren bewußt auf dem Gehweg, auch wenn daneben ein Radstreifen liegt. Ich habe öfter solche Verkehrsteilnehmer angesprochen und nach den Gründen ihres Verhaltens gefragt. Die Antworten waren teilweise sehr skurril. Was die Fußgänger davon halten ist mir schon klar: Für die sind es alles Rambo-Radler. Das ist das Problem dabei: Die Fußgänger unterscheiden nicht, für die sind ALLE, die auf einem Rad fahren gemeingefährlich. Somit bescheren uns die Gehsteigradler einen Bärendienst. Warum sonst dürfen Radfahrer immer noch nicht über den Nürnberg Hauptmarkt fahren?

Was meinst du? Warum fahren Radfahrer auf dem Gehsteig? Nenne die aus deiner Sicht 5 wichtigsten Gründe durch Anhaken der unterstehenden Einträge…


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Wahlkampf am Radweg (2)

Heute Abend am Frauentorgraben. Der Radweg ist an der Stelle schon schmal durch den Pfosten mit dem Verkehrsschild. Außerdem wird der Radweg in 2 Richtungen befahren. An solchen Stellen sollte es nicht erlaubt sein Wahlplakate hinzustellen. Vor allem hat das Teil noch scharfe Kanten. Wenn links ein Fußgänger unterwegs ist und von beiden Seiten ein Radfahrer kommt, dann wird es sehr (!) eng.

Frauentorgraben

Frauentorgraben

Ich war mal wieder so frei und habe das Plakat ein wenig verschoben.

Siehe auch: Wahlkampf am Radweg


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Südlich des Marientunnels

Letzten Donnerstagabend ist ein junger Mann am südlichen Ende des Marientunnels durch einen Zusammenstoß mit einer Straßenbahn zu Tode gekommen. Darüber wurde in den Medien und z.B. auf der Facebookseite des Critical Mass bereits vielmals berichtet.

Ich bin in der Ecke ab und zu unterwegs, wenn ich zum Fahrradladen Velo Radsport fahre. So auch wieder vor etwa 2 Wochen. Ich musste sehr lange an der Ampel an der Kreuzung Scheurlstraße / Köhnstraße warten. Und mit mir mehrere anderen Radfahrer (siehe Foto – just beim Auslösen sprang die Ampel auf grün). Ich war damals schon derart über die Wartezeit verärgert, dass ich mir vornahm, darüber mal einen Beitrag zu schreiben.

Sehr lange Wartezeit an der Ampel Ecke Scheurlstraße / Köhnstraße

Sehr lange Wartezeit an der Ampel Ecke Scheurlstraße / Köhnstraße

Mitten auf der Kreuzung ist ein Radfahrer zu sehen, der nicht den „offiziellen Weg“ über beide Fußgänger-/Radfahrerampeln genommen hat, um in die Regensburger Straße zu fahren. Meiner Vermutung nach hat das Unfallopfer der vergangenen Woche auch diesen Weg nehmen wollen, bevor er auf den Straßenbahngleisen gestürzt ist.

Warum wohl?

Um Zeit zu sparen natürlich. Es ist leider so, dass Autos, die aus dem Tunnel kommen, relativ flüssig in die Regensburger Straße abbiegen können. Radfahrer dagegen, müssen über einen benutzungspflichtigen Geh-/Radweg und über 2 Ampeln fahren, die ÜBERHAUPT NICHT aufeinander abgestimmt sind. Vor allem die Ampel auf dem Bild braucht SEHR lange, bis die Grünphase kommt. Auf diese Art und Weise wird das Radfahren in der Stadt zum Nachteil statt zum Vorteil. Der Anreiz, eine derartige Verzögerung zu ignorieren und den illegalen Weg zu wählen wird größer, je länger die Verzögerung dauert.

Da helfen keine Verbote, so ticken Menschen nun mal. Vor allem im Verkehr.

Dass es keine gute Idee ist, zwischen den Autos durch den Tunnel mit den Straßenbahngleisen zu fahren, sollte nach dem Unfall ziemlich klar sein. Ich gestehe hier, dass ich es auch schon gemacht habe, aus dem gleichen Grund wie oben beschrieben. Ein separater Weg für Radfahrer ist wirklich sicherer, aber die Ampelsituation südlich des Tunnels sollte drastisch optimiert werden, damit keine falsche Anreize für Radfahrer entstehen!