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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs


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2 Monate Erfahrungen mit dem BlueLabel Pony

BlueLabel Pony

BlueLabel Pony

Seit gut 2 Monaten fahre ich elektrisch in die Arbeit. Um genau zu sein: Es ist ein Pedelec namens Pony. BlueLabel Pony. BlueLabel ist eine Marke des deutschen Herstellers Riese und Müller (R&M). Das BlueLabel Pony ist ein sogenanntes Compact-Bike. Es hat kleine 20-Zoll-Räder und damit weicht es radikal vom üblichen Bild eines Pedelecs ab.

20 Zoll Räder, Ballonreifen, Scheibenbremse, Federgabel

20 Zoll Räder, Ballonreifen, Scheibenbremse, Federgabel

Einige Fakten
Mein Pony hat eine 8-Gang Alfine-Nabenschaltung, Scheibenbremsen, 50mm breite Ballonreifen und einen verstellbaren Vorbau. Damit lässt sich das Rad im Handumdrehen auf Körpergrößen zwischen ca. 1,55m und 1,95m einstellen. Ein Argument, wenn man so eine Anschaffung auch mal von anderen Familienmitgliedern nutzen lassen möchte. Für meine fast 2,00m war die Sattelstütze zu kurz, weshalb ich mir eine lange Sattelstütze eines R&M Birdy (Faltrad) zugelegt habe. Die Maßen stimmen überein. Auf dem Sattelrohr habe ich das Pony beim ADFC codieren lassen.

Mein Pony ist ein normales Pedelec, wobei der Motor bis ca. 25km/h Unterstützung bietet. Der Bosch-Performance-Motor lässt sich in 4 Unterstützungsstufen einstellen. Wenn die Geschwindigkeit über 26km/h kommt, schaltet der Motor ab, bis es wieder langsamer zugeht, dann setzt die Unterstützung wieder sanft ein. Voraussetzung ist, dass man tritt, sonst macht der Motor nichts. Der Akku hat eine Leistung von 400Wh. Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab. Ich fahre meistens im Eco-Modus und ab und zu im Tour-Modus. Die Modi Sport und Turbo nutze ich nur selten, diese lutschen den Akku aber auch rasant leer. Auf Turbo könnte ich ganz verzichten.
Bei den sommerlichen Temperaturen in August waren 90km realistisch. Bei den aktuellen Temperaturen zwischen 4 und 10° reduziert sich die Reichweite auf ca. 70km. Da man den Akku bei ca. 20-30% Restleistung wieder aufladen sollte, sind aktuell effektiv ca. 50km Reichweite drin. Aufladen dauert dann ca. 2-3 Stunden. Die Reichweite dürfte meiner Meinung nach etwas höher liegen und damit sind wir bei den Kritikpunkten…

Die Kette steckt im Chainglider. Die Pedale sind eher minderwertig.

Die Kette steckt im Chainglider. Die Pedale sind eher minderwertig.

Kritik
Das Pony ist ein hochwertiges Rad, das merkt man schon beim ersten Anfassen. Trotzdem sind einige Komponenten nicht sehr wertig: Die dünnen lila Handgriffe habe ich sofort gegen Ergon-Griffe getauscht, dabei habe ich den überbreiten Lenker an beiden Seiten um ca. 1,5cm gekürzt. Die ebenfalls lila Pedale haben zwar eine große Fläche, die Lager sind nach 1.000km schon ramponiert und die Reflektoren sind nur aufgesteckt.
Der original Gelsattel habe ich an der Original Sattelstütze dran gelassen. Wenn meine Frau damit fährt kommt sie damit klar. Für mich war das Teil unfahrbar. Aktuell ist ein SQLab-Sattel drauf.

Bei Nässe ziehen die Scheibenbremsen magisch Dreck an, schleifen beim Fahren und Quietschen beim Bremsen. Der Lack des Alurahmens hat bereits 3 kleine Macken. Der Lack des Gepäckträgers ist an einigen Stellen schon ab und wurde von mir schon ausgebessert.
Die Federgabel enthält eine Elastomer-Dämpfung und reagiert merkbar auf Temperaturschwankungen.

Mittlerweile sind die 1.000km schon weit überschritten.

Mittlerweile sind die 1.000km schon weit überschritten.

Was mich freut
Das Pony fährt sich erstaunlich gut für die 20-Zoll-Räder. Die Beschleunigung an der Ampel ist sagenhaft. Die breiten Reifen fangen Unebenheiten sehr gut auf. Auch Kopfsteinpflaster (Hauptmarkt!) geht erstaunlich bequem. Die LED-Beleuchtung wird über den Akku gespeist und hält angeblich noch 2 Stunden nachdem der Strom für den Motor nicht mehr reicht. Die hydraulischen Bremsen greifen hervorragend. In der Regel fahre ich im 6.Gang mit einem Tempo von 22-24 km/h. Das ist zwar nicht superschnell, aber diese Geschwindigkeit halte ich dabei konstant, wodurch ich z.B. die 11,3 km zu meiner Arbeit fast 10 Minuten weniger brauche als mit meinem Alltags-Trekkingrad. Eine gewisse Anstrengung ist erforderlich, damit es vorwärts geht, aber trotzdem ist mein Arbeitsweg entspannter und ich bin weniger verschwitzt. Auch Gegenwind lässt sich mit einer höheren Unterstützungsstufe wegbügeln. Den größten Spaß habe ich aber, wenn ich mit 22km/h den Burgberg hochfahre.

Nicht umsonst bin ich in den letzten 2 Monaten bereits 1.000km mit dem Pony gefahren (und noch mehrere Hundert km mit den anderen Rädern). Es lädt dazu ein, schnell noch einen kleinen Umweg zu machen um etwas zu besorgen. Es stellt alles keine wirkliche Anstrengung dar. Ich fahre damit mittlerweile lieber als mit meinem kleinen Honda-Mopped, weil die ganzen Motorradklamotten nicht angezogen werden müssen. Die 9km, die ich immer bis zur Stadt (Nordring) brauche, sind leicht absolviert. Das Auto lasse ich noch häufiger stehen als bisher. Zur Not darf das Rad kostenlos in Bus und Bahn mitgenommen werden. Bis 20 Zoll gilt ein Fahrrad  im VGN-Gebiet als Gepäckstück.

In Neigung und Höhe verstellbarer Vorbau

In Neigung und Höhe verstellbarer Vorbau

Was ich noch vermisse
Leider gibt es in der Arbeit (noch) keine Möglichkeit, den Akku aufzuladen. Dafür würde ich auch bezahlen, denn dann könnte ich die Reichweite besser nutzen. Auch in der Stadt sind mir keine Auflademöglichkeiten bekannt. Ich muss aber auch gestehen, dass ich mich noch nicht richtig informiert habe. Ich werde mich deswegen mal schlau machen und bis dahin erst mal weiter fahren….

Gekauft bei Zentralrad in Fürth.

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The beauty and the beast

Links: beast

Links: beast

Heute früh sah ich sie nebeneinander in der Fürther Südstadt. Ich fand den alten Polo auf einmal so putzig neben dem schwarzen Monster. Da habe ich fast Mitleid bekommen.

Solche Monsterautos mitten in der Stadt, wie kommt man auf so eine Idee? Der passende Artikel aus der Süddeutschen dazu: –> hier


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Eine Singlespeed-Tour, ein Essen, eine Küche und noch eine Singlespeed-Tour

…oder wie alles anders wurde als geplant und gerade deswegen sehr viel Spaß machte….

Gregor und ich hatten im Winter beschlossen, auch dieses Jahr wieder eine Singlespeed-Tour im Rahmen des ADFC-Tourenprogramms anzubieten. Gregor kam sogar auf die Idee, 2 Touren anzubieten. Einmal durch die Stadt (ca. 30km, geplant für 10.Juli) und eine Stadt-und-Land-Tour (ca. 50km).

Letztere war für den gestrigen Samstag geplant. Leider spielte das Wetter nicht mit und kurz vor dem Start hörte ich im Radio die amtliche Unwetterwarnung, weshalb wir die Tour absagen mussten. Am Startpunkt am Friedrich-Ebert-Platz traf ich auf 5 enttäuschte Gesichter, die aber nach dem ersten Regenschauer entschieden, in Johannis gemeinsam bei Vegöner was veganes zu essen. Da ich kurz zuvor im Regen bei Piknik Pide am Friedrich-Ebert-Platz einen Börek gegessen hatte, habe ich nur bei den anderen ein wenig gekostet. Sehr empfehlenswert!!!

Schmeckt sehr gut, enthält aber kein Dönertier

Schmeckt sehr gut, enthält aber kein Dönertier

Beim Essen kamen wir dann drauf, dass der Bikekitchen am letzten Samstag des Monats immer geöffnet ist. Die Entscheidung war schnell gefallen und wir brachen auf Richtung Dagmarstraße. Und so kam es, dass wir noch 2 Stunden im Bikekitchen für den guten Zweck an Fahrrädern geschraubt haben. Draußen tobte das Gewitter und fiel einiges an Wasser vom Himmel.

Was Bikekitchen ist und wann die Öffnungszeiten sind findest du –> hier

 DSC_1752 DSC_1753An Rädern schrauben in der TiefgarageAn Rädern schrauben in der Tiefgarage

Zu guter letzt haben wir dann ausgemacht, die Singlespeed-Tour nicht komplett ausfallen zu lassen, sondern wir haben sie auf heute (Sonntag) verschoben. Das Wetter war hervorragend und so fuhren wir von Nürnberg, über Erlangen und Herzogenaurach (kurzer Zwischenstopp an der Eisdiele) über Veitsbronn zurück nach Fürth, wo wir im Landbierparadies die Tour ausklingen ließen.

Eine besondere Erwähnung bekommt Wiebke, die als einzige weibliche Teilnehmerin und einziger „fixed“-Fahrer sich sehr wacker geschlagen hat! Vielen Dank an alle. Es war sehr schön mit euch!

Kurz durchschnaufen nach dem ersten Berg

Kurz durchschnaufen nach dem ersten Berg

Auf dem Weg zur Eisdiele in Herzogenaurach

Auf dem Weg zur Eisdiele in Herzogenaurach

Schöner Biergarten beim Landbierparadies Fürth

Nach der Tour: Schöner Biergarten beim Landbierparadies Fürth


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Das Auto einfach mal öfter stehen lassen…

Die automobile Zukunft?
Die automobile Zukunft?

Der Eigentümer dieses Fahrzeugs hat es schon etwas länger stehen lassen. Ich beobachte dieses Exemplar schon ca. 1 Jahr und bestaune wie die Natur nach und nach versucht das Auto zu zerlegen. Ich wünsche ihr viel Erfolg dabei 🙂  (bis das Öl rausläuft, dann werde ich irgendwelche Behörden einschalten)


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Bei Sonnenaufgang…

Heute 7:25 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang im Knoblauchsland

Heute 7:25 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang im Knoblauchsland

Obwohl es zurzeit spürbar frischer wird am Morgen, macht es mir immer noch viel Freude, mit dem Rad ins Büro zu fahren. Heute war ich etwas früher als sonst und habe diesen schönen Sonnenaufgang geknipst.

Auf den Straßen im Knoblauchsland, zwischen Nürnberg-Boxdorf und Fürth-Poppenreuth sind trotz fortschreitenden Herbsts immer noch viele Radfahrer unterwegs. Einige sehe ich mehrmals pro Woche und wir grüßen uns mittlerweile, wenn wir uns begegnen. Mir gefällt das. Welcher Autofahrer hat schon das Vergnügen, dass er von den Menschen, die im täglich entgegenkommen, ein herzliches „Guten Morgen“ zugerufen bekommt?

Am Abend ist es dann schon dunkel. Da sehe ich nur die Scheinwerfer und nicht wer dahinter strampelt…


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Brompton-Faltrad-Transport mal anders

Brompton Transport

Brompton Transport auf Hinterher-Fahrradanhänger

Was tun, wenn man jemanden mit Gepäck vom Bahnhof abholen soll und es ist kein Auto zur Hand? Genau, das Brompton-Faltrad wird Huckepack auf den Hinterher-Fahrradanhänger geschnallt (Autofahrer haben ganz befremdlich geschaut) und am Bahnhof „aufgebaut“. Der leere Anhänger nimmt den großen Rucksack auf und so geht es zurück nach Hause.

Hat super geklappt! So bekommt der Begriff „Fahrradanhänger“ eine ganz neue Dimension 🙂


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Abstand!

Ludwigsbrücke / Kapellenstraße in Fürth

Ludwigsbrücke / Kapellenstraße in Fürth

Ich saß im Auto als ich das Plakat sah. Überrascht war ich. Dann kam der Gedanke: „Na gut, dass die Autofahrer mal darauf hingewiesen werden“. Die Rotphase der Ampel dauerte etwas länger und ich sah mir das Plakat noch mal an…

Moment mal… Da stimmt doch einiges gar nicht!:

  • Eine Frau fährt auf einem Rad auf einer kleinen Landstraße. Das Plakat steht mitten in der Stadt.
  • Sie trägt einen Helm viel zu weit hinten auf dem Kopf.
  • Sie trägt eine gelbe Weste, die fast aussieht wie eine Warnweste. Sollen Radfahrer so angezogen sein um von Autos wahrgenommen zu werden?
  • Die Frau fährt 40cm vom Wegesrand entfernt. In der Stadt stehen da meistens Autos und da soll sie am besten 1 m. Abstand halten!
  • Der große BMW-SUV fährt in Abstand von ca. 60cm auf die Frau zu. Ist das Abstand? Ist das ein Beispiel?
  • Ich fange an zu zweifeln, ob das Plakat nicht für Radfahrer gelten soll… Halte Abstand von der Wegesmitte, damit Autos leichter vorbei fahren können?!? Was wollen Verkehrswacht und ähnliche Clubs damit bewirken? Ich bin verwirrt…..