nürnberg2rad

Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Liebe Firma Audi AG…

20 Kommentare

Liebe Firma Audi AG,

für das Fahrverhalten Ihrer Kunden sind selbstverständlich nicht verantwortlich. Oder vielleicht doch ein wenig?

Quelle: Audi AG

Quelle: Audi AG

Als Alltagsradfahrer meine ich feststellen zu können, dass 9 von 10 Autofahrern sich mir gegenüber rücksichtsvoll benehmen. Sie halten beim Überholen die ca. 1,5m Abstand ein, die vorgeschrieben ist, sie schneiden mich nicht, sie halten beim Verlassen von Grundstücksausfahrten. Manche lassen sogar in der Schlange vor der Ampel rechts eine Gasse frei, damit ich am Stau vorbei nach vorne fahren kann.

Aber ca. 1 von 10 Autofahrern benimmt sich leider nicht so. Die stören mit Ihrem Verhalten nicht nur, sie bringen mich teilweise ernsthaft in Gefahr. Und jetzt kommt die interessante Erkenntnis: Als ich von einigen Monaten für mich angefangen habe, herauszufinden was die 10% Auto-Assis kennzeichnet, war ich bald überrascht. Die meisten von ihnen fahren ein Audi! Klar, es sind einige Fiats, Alfa Romeos und Lieferwagen (Sprinter, Ducatos, etc.) dabei, aber von diesen 10% sind überaus die meisten: Audifahrer.

Natürlich ist diese Beobachtung sehr subjektiv und kann von mir nicht wissenschaftlich unterbaut werden. Darum geht es auch nicht. Ich habe aber unwillkürlich angefangen über das „Warum“ nachzudenken. Liegt es an der Konstruktion der Fahrzeuge? Sind sie von außen viel breiter als sie von innen erscheinen? Sind die sogenannten B-Säulen zu massiv, wodurch die schmale Silhouette des Radfahrers verdeckt wird? Ist die Geräuschdämmung so gut, dass der Insasse nichts mehr von außen mitbekommt?

Oder ist es ein bestimmter Typus Mensch, der sich in einen Audi reinsetzt? Gut, wer einen Q7 fährt (für Autolaien: Das ist eins der monströsesten SUV-Wüstenschiffe auf Deutschlands Straßen), wer einen Q7 fährt, der gehört für mich schon zur Kategorie „ich-zeige-allen-wie-groß-und-mächtig-ich-bin-weil-ich-sonst-nur-ein-armes-Würstchen-bin“.

Es sind nicht nur die dicken Audis, nein sogar häufig die Kleineren vom Typ A3. Vielleicht sind die Fahrerinnen und Fahrer frustriert, weil sie sich keinen A4,5,6,7,8 kaufen konnten? Oder genau umgekehrt…wollen die A3-Fahrer mit ihrer „Mach-Platz“-Fahrweise zeigen, dass sie diesen Edel-Golf fahren, weil sie sich für etwas besseres halten als ein echter VW-Golf-Fahrer?

Ich werde es wohl nicht herausfinden. Mittlerweile haben Sie in Ihrer Werbung etwas geändert. Vor einem Jahr war es noch „Streetfighter“ (siehe Blogbeitrag), aber das ist glücklicherweise vorbei. Ein Beitrag zum Rücksicht im Verkehr war das nicht. Inzwischen werden überall Fahrräder und Radfahrer in die Werbefotos versteckt und das sicherlich nicht unabsichtlich. Was ist der tiefere Sinn dahinter? Soll das Automobil glänzen, neben dem unscheinbaren Drahtesel? Soll etwas Sportlichkeit vermittelt werden? Oder heißt es: „Audifahrer: Das ist deine Zielscheibe“….? Ich hoffe doch nicht letzteres. Pass mal gut auf!“

Quelle: Audi AG

Quelle: Audi AG

Liebe Firma Audi. Bitte schreiben Sie doch mal in die nächste Werbung rein: „Audifahrer fahren Auto wenn sie müssen, aber Rad wenn sie können!“. Vielleicht steigt dann wirklich mal der eine oder andere aufs Rad und wundert sich über das Fahrverhalten von manchen OOOO-Fahrern….

Quelle: Audi AG

Quelle: Audi AG

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

20 thoughts on “Liebe Firma Audi AG…

  1. Deine Erkenntnisse kann ich bestätigen. Ich habe auch den Eindruck, dass ein großer Anteil Audifahrer zu den 10% Autofahrern gehören, die sich nicht um andere Verkehrsteilnehmer scheren.

  2. Nach meiner Erfahrung:
    ganz schlimm sind dunkle BMW und Daimler in Elfenbein (Taxen). Der Rest (inkl. Audi und diverser SUVs) unauffällig-durchschnittlich.

    Da der A1 der billigste Audi ist, richtet sich die Werbung an die weniger betuchten, jüngeren Leute. Die praktischen Vorteile eines Kleinwagens sind eher im städtischen Bereich als auf der Autobahn/Landstraße zu sehen. Urban und jung heißt aber auch fahrradaffin. Daher werden zum lifestyle-PKW lifestyle-Fahrräder dazu gestellt, damit die ersteren vom Glanz der letzteren etwas profitieren können (so ticken jedenfalls die Marketingleute). Der Kundenkreis von Q3 soll auch in diesem Milieu liegen, ab dem A4 aufwärts sind sie praktisch alles Vertreterkarren, da würden Radfahrer auf der Fahrt zum nächsten Kunden in der Tat nur stören.

  3. Ich fahre einen A4 weil es ein zuverlässiges und effektives Fahrzeug ist. Ich glaube, die anderen Vermutungen gehen viel zu weit.

  4. Tut mir sehr leid, aber das wenige, was in dem Text steht, über das ich evtl. nachdenken möchte*, wird vom restlichen BS völlig überlagert und erstickt.
    Das kann man besser schreiben,
    eigentlich kann man es aber auch ganz weglassen.
    Polemik, die die größeren Probleme verkennt und simple Feindbilder schafft.

    *Warum Audis? Interessant. Ich fahre selber ab & zu einen. Er dämpft Außen- und Motorgeräusche sehr gut und verleitet generell zum Schnellfahren.
    Ähnliches bieten BMW und Co. aber auch an.
    Man kann aber in jedem Auto rücksichtsvoll fahren. Es kommt auf den Fahrer und dessen Bewusstsein an.

    • Hallo Jens, den Text hätte ich noch viel polemischer und Audi-feindlicher schreiben können. Wollte ich aber absichtlich nicht. Ansonsten sind die Beobachtungen rein subjektiv und mich würde interessieren, ob die sich mit Erfahrungen der Leser hier decken.

  5. Also, ich habe zuerst einen Zahlendreher vermutet: 9 von 10 Audifahrern nehme ich als auffällig rücksichtslos / aufdringlich wahr. In meiner Stadt (Würzburg), auf den Landstraßen (wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin) und v.a. auf der Autobahn (ja, auch wir haben ein Auto und ich benutze es hin und wieder für Langstrecken). Wie bei jedem Auto wird auch bei Audi eine gewisse Attitüde mitgekauft: Technisch überlegene deutsche Ingenieurskunst – und die Hoffnung, dass diese auf den Fahrer (seltener die Fahrerin) abfärbt.
    Dabei klaffen bei Audi Anspruch der Marke und Verhalten der Kunden am weitesten auseinander: Audi zeigt nicht nur Fahrräder, sondern betreibt eine eigene Website für urbane Mobilität, wo auch MIV-Kritiker wie Herrmann Knoflacher zu Wort kommen und (urbane) Mobilitätskonzepte theoretisiert werden, die nicht zwingend das eigene Auto in den Mittelpunkt stellen:
    http://audi-urban-future-initiative.com

    Es lohnt übrigens generell, mal den Begriff „urbane Mobilität“ bei deutschen Autobauern zu suchen:
    Mercedes/Porsche: Keine Treffer (gut, die kommen auch aus Stuttgart …)
    BMW: Elektroboliden (Suchbegriff „Sicherheit“: Schusssichere Verglasung etc.)
    Opel: Opel Adam mit integriertem Fahrradständer in der Stoßstange
    Volkswagen: Elektromotor statt Verbrennungsmotor

    Wie sagte doch ein Freund, der mich letztes Jahr in Berlin unangenehm überraschte, als er mit dem Q7 vorfuhr: „Sicherstes Auto für Kinder“ … ja, aber nur für die zwei, die drinsitzen😦

    • Also, damit keine Irrtümer entstehen: Ich habe geschrieben, dass 9 von 10 AUTOfahrern sich unauffällig verhalten. Von den restlichen 10% stelle ich persönlich (also völlig subjektiv) eine Häufung bei AUDIfahrern fest.

      • Stimmt – das betrifft aber auch nur meinen ersten Halbsatz „Also, ich habe zuerst einen Zahlendreher vermutet:“, der damit hinfällig wird, der Rest bleibt davon unberührt …

  6. Ich fahre A3, wenn ich Auto fahre. Gehöre also genau zu deiner Zielgruppe.😀 Kann dir aber versichern, dass ich definitiv nicht gefrustet bin, keinen größeren Audi zu fahren. Das perfekte Auto für mich. Radfahren ist allerdings noch perfekter, wie ich finde.

  7. Pardon, aber es passt so schön, weil Sie Quirinius, zum Schluß oooo geschrieben haben: 4 Nullen machen einen Audifahrer, eine Audifahrerin aus😀 – oder? Das war böse, ich weiß.

  8. Hmmmm, sehr spitzer, glossiger Polemig-Beitrag, der mit schmunzeln lässt. Hat Audi reagiert?

  9. BMW Fahrer und Alltagsradler hier.
    Ich war lange Zeit nur Radler, dann ca 6 Monate nur Autofahrer. In beiden Zeiten habe ich viel über mich und andere Verkehrsteilnehmer gelernt.
    Als Radler habe ich alle Autofahrer gehasst. Die Deppen nehmen mir meine Vorfahrt und stellen sich so behindert in die Ausfahrten dass ich bremsen muss!
    Als Autofahrer habe ich Radler gehasst. Wenn ich gucken will ob frei ist und vorsichtig an die Ausfahrt ranrolle, klingelt der erste schon aggressiv. Dabei kann ich jetzt aber nicht mehr zurück, hinter mir steht ja auch einer…
    Jetzt fahre ich ca. ein mal pro Woche mit dem Auto (Einkäufe erledigen) und sonst immer mit dem Rad. Es mag auch an meinem zunehmenden Alter liegen, aber ich habe nun Verständnis für meinen jeweiligen Gegenüber.
    Als Autofahrer achte ich stark darauf, Radler nicht zu behindern oder gar in Gefahr zu bringen. Aber wenn ich beim Verlassen einer Seitenstraße keinen Radler sehe, und warten muss bis ich abbiegen kann, und in dieser Zeit ein Radler kommt – dann kann ich nichts machen, und klingeln bringt dann leider auch nix.
    Als Radler habe ich große Frustrationen erlebt. Ich wurde in Gefahr gebracht und habe die höchst asozialen Autofahrer zur Rede gestellt. Neulich erst musste ich mit einer Vollbremsung eine Kollision verhindern – die Gegnerin fuhr mit Handy am Ohr falsch herum in eine Einbahnstraße. Aber man entwickelt einen Blick für solche Leute, die halt selbst keine Radfahrer sind – und einfach nur ankommen wollen. Wir sind ja alle nur Menschen… und manchmal ist das Leben viel einfacher, wenn man mal kurz bremst und entspannt wieder weiterfährt.

    BTT: Die oben genannten subjektiven Statistiken kann ich zu 100 % unterstreichen. Wenn einer wie ein Depp fährt, sitzt er meist in einem Audi. Aber das mag mein BMW-Herz sein, was da spricht.

  10. Kann ich voll und ganz bestätigen und musste daher beim Lesen zufrieden schmunzeln.Ich fahre auch ein sehr schnelles,aber stilvolles Auto und stelle immer wieder fest,wie insbesondere die herausgewachsenen Passatfahrer mit Ihrem stolzen A6 Zombie,mir das Fürchten mit Ihrer Taglichtkriegbemalung beibringen wollen.Der Klügere gibt dann nach!Die Tatsache,daß diese Autos eh alle gleich aussehen,veranlasst offensichtlich den Fahrer sich unter allen Umständen einen Vorsprung durch Technik zu verschaffen und sich andere Verkehrsteilnehmer gerade als Autobahnprolet Untertan zu machen.
    Audi ist mir daher extrem unsympathisch !Die Menge macht`s eben,

  11. Ist da jemand beleidigt, weil er selber gerne einen Audi fahren würde?

    So ein lächerlicher Artikel… Und das kommt nicht von einem Audifahrer😉

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s