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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Aus dem Auto, aufs Rad. Wie soll das gehen?

17 Kommentare

Als Kind und Jugendlicher war ich ein echter Autonarr. Die Liebe fürs Blech ließ nach, als ich bei meinen ersten Autos merkte, welche (unkalkulierbare) Kosten damit einher gingen. Keine Rennboliden, sondern alles nur sehr solide, ja sogar spießige Autos nannte ich im Laufe der Jahre meins.

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In den letzten Jahren bin ich zunehmend mit dem Fahrrad unterwegs. Gleichzeitig fand in der Zeit ein Perspektivenwechsel statt. War der Griff zum Autoschlüssel früher ganz normal, so überlege ich heute 3 mal, ob ich auch anderweitig zum Ziel kommen kann. Begriffe wie Nachhaltigkeit, Peak-oil und Suffizienz führen zu einem anderen Bewusstsein bei der Mobilität. Sicherlich auch, weil ich ein nachdenklicher Mensch bin.

Mein Verständnis für Mitmenschen, die für Kurzdistanzen (also für mich sind Entfernungen bis 3km wirklich kurz) jedes Mal ins Auto steigen, schwindet immer mehr. Meistens sind diese Fahrten kleine Einkäufe, z.B. zum Bäcker, oder Besuche beim Frisör oder bekannten, die nicht mal mehr als 3-4 Straßen weiter sind. Ich kenne Kollegen, die 1,5km von der Arbeit entfernt wohnen und jeden Tag ins Auto steigen. Der ökologische Footprint solchen Aktionen könnte so viel besser sein, wenn man sie zu Fuß oder mit dem Rad macht. Außerdem bewegt man sich etwas, braucht keinen Parkplatz suchen und schont den Geldbeutel und den (kalten) Motor. Die betroffenen machen sich scheinbar darüber keine Gedanken.

Am 3. Februar fand im Bildungszentrum Nürnberg* (=Volkshochschule) ein Vortrag mit anschließender Diskussion unter dem Titel: „Zukunft der Mobilität – Wohin bewegen wir uns?“ statt. Der bekannte Verkehrsexperte und Blogger (Zukunft-Mobilität) Martin Randelhoff gab einen leider etwas kurzen Ausblick über die globalen Änderungen in der Mobilität der kommenden ca. 20 Jahre. Danach fand eine Podiumsdiskussion mit einem Vertreter des VCD-Nürnberg, den verkehrspolitischen Sprecher und stv. Fraktionsvorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion und Martin Randelhoff statt.

In der geschilderten Zukunftsvision nimmt der Anteil des PKW- und LKW-Verkehrs in den nächsten Jahren irgendwann deutlich ab. Gewinner auf den Kurzdistanzen sind Angebote wie Fahrrad, Elektrofahrzeuge und ÖPNV. Auf den größeren Distanzen wird vor allem der Schienenverkehr als Gewinner gesehen. Als Ursachen für die Entwicklungen wurden sowohl Kostensteigerungen als auch der urbane Verkehrsinfarkt genannt.

In der Diskussionsrunde konnte ich mir folgende Frage nicht verkneifen: „Eine schöne Vision der Zukunft und viele Leute werden das auch unterschreiben, aber wenn es dann an die Änderung der eigenen Mobilität geht, dann werden viele sagen: Ja, aber nur ohne mein Auto! Mein Auto ist mir heilig! Sollen die anderen sich ändern. Die Deutschen haben eine sehr hohe emotionale Bindung zum Auto. Wie glauben die Podiumsteilnehmer, kann man diese Bindung lösen kann?“

Die Antworten auf meine Frage haben mich enttäuscht. Die allgemeine Auffassung ist, dass vor allem ältere Leute so stark am Auto hängen und dass vor allem die jüngere Generation mit ganz anderen Prioritäten aufwächst. Nach dem Motto: Das Problem erledigt sich von selbst, wenn die älteren aussterben. Vor dem Wissen, dass die älteren immer älter werden, stimmt mir dieser Ansatz nicht sehr optimistisch. Bis die alte Generation weg ist, dauert noch mindestens 40 Jahre, so lange möchte ich nicht auf eine Mobilitätswende warten müssen. Als weiteres Argument wurde die Schaffung des passenden Alternativangebots betont. Auch hier kann ich nur müde lächeln. Speziell was die Stadt Nürnberg angeht. Investitionen in ÖPNV-Lösungen wurden zu viel in die teure U-Bahn gesteckt. Bis die Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg und Erlangen in Betrieb geht, bin ich vielleicht schon in Rente. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Nürnberger Fahrradnetzes (ein Netz voller Löcher) ist in den nächsten Jahren auch nicht ernsthaft zu rechnen. Zu groß ist die Angst bei den Kommunalpolitikern der großen Parteien, sich klar pro Fahrrad und kontra Auto zu bekennen. Da hängen Wählerstimmen dran und die sind nun mal emotional an ihrem Auto…. usw. usw.

So beschäftigt mich weiterhin die Frage: Wie bekommt man die Nachbarn, Kollegen, etc. davon überzeugt, wenigstens zeitweise mal das Auto stehen zu lassen und die 1-3km mal mit eigener Energie zurückzulegen? Mit rationalen Argumenten kommt man da nicht weit, das habe ich schon gemerkt. Ist das Autofahren eventuell eine Sucht? Sind die meisten Autofahrer süchtig nach der Droge Auto? Wie funktioniert da der Entzug? Ich weiß es nicht.

Bleibt mir nur, mit anderem Beispiel voran zu gehen.

Habt ihr Vorschläge, Ideen?

*Das Bildungszentrum Nürnberg lädt von Januar bis Juli 2015 zu einer ganzen Reihe von Mobilitäts-Vorträgen ein: Die Welt in Bewegung – Mobilität im Wandel.

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

17 thoughts on “Aus dem Auto, aufs Rad. Wie soll das gehen?

  1. Es geht nur über den Geldbeutel. Mit Argumenten ist jemandem der nicht will, nicht beizukommen. Grundsätzlich hört man immer erst mal die für den jeweiligen Ort/Klima/Geographie allgemein gültigen und gesellschaftlich akzeptieren Ausreden (kalt, warm, nass, zu gefährlich, stinkende Mitmenschen, etc.). Wenn man diese dann in diversen Gesprächen widerlegt hat, dann werden die Ausreden immer konstruierter und am Ende werden einfach solche Gespräche gemieden.
    Glücklicherweise sind viele mittlerweile schon so ehrlich, dass sie sagen, dass sie das Auto nehmen, so lange es möglich ist – dann spart man sich wenigstens die Diskussionen und kann drauf hoffen, dass das Autofahren immer „schwieriger“ wird – sei es weil teuer, Stau oder fehlender Parkplätze.

  2. Gute Frage:-/ Ich beobachtete lange >Zeit eine Freundin die sich wunderte , warum ihre Kinder nicht so gern laufen oder radeln… ja wenn man die eigenen Kinder immer ins Auto packt, um sie zum Sport o. a. zu fahren…. in der STadt kann man fast immer mit dem Rad fahren! Das Bewußtsein für vernünftige Mobilität fängt schon im Kindesalter an. >Leider ist für Teenager das Fahrrad nicht mehr so „cool“, außer es handelt sich um richtige Sporträder (downhill, Rennrad…), dann hat man eine Chance, sie auch für das Alltagsradeln zu begeistern… als ich noch Touren für den ADFC geleitet habe war ich teils erstaunt, teils enttäuscht, dass die Tourenteilnehmer_innen meist 20 Jahre älter waren als ich. Und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19 km/h…
    Also: wirklcih schon im Kindesalter ansetzen! Und konsequent ein Vorbild sein. Die Schulen könnten auch was dazutun, mein ich…
    Das Auto ist in Deutschland leider heilig. Unfaßbar bei dem Ozonloch u. a. Umweltschäden…

    • Ich kenne das aus der Familie meiner Schwester. Gleiches Szenario. Die Kinder fahren zwar schon größtenteils die 1000m zur Schule mit dem Fahrrad. Aber wenn ein Fahrservice gewünscht wird, dann sagen Eltern/Großeltern niemals nein. Da wundert es auch nicht, dass sie ungern zu Fuß gehen und deshalb ab und an einen Aufstand machen.

  3. Ich denke es geht nur über eine Kombination aus Geldbeutel und „nudging“. Das Auto darf nicht mehr das bequemste und schnellste Verkehrsmittel sein. ÖPNV und Rad müssen attraktiver, schneller, billiger sein als das Auto. Das klappt nur durch konsequente Anpassung der Infrastruktur – Positiv Beispiele dafür sind Kopenhagen und zB. Portland. Negativbeispiele, dass Imagekampagnen ohne Infrastruktur Änderungen wertlos sind sind London und die “ Fahrradfreundliche Stadt“ Nürnberg.

  4. Ihr habt alle Recht, aber welche Stellschrauben hat man selbst in der Hand? Und zwar um die Mitmenschen kurzfristig aufs Rad zu bekommen? Hoffen auf bessere Rad-Infrastruktur, bessere Verkehrserziehung und Verteurung des Parkraums kann noch sehr lange dauern…

    • Nachdem ich erst vor relativ kurzem mit dem Radeln angefangen habe kann ich mich an die „Argumente“ meines Kollegen noch gut erinnern. Und der hat alles von Umweltaspekten und Geldbeutel weggelassen. Ich war ja mit dem Auto da und konnte es mir offenbar durchaus leisten. Er hat einfach den Spaß am Radeln propagiert. Bei guten Bekannten wäre etwa ein Besuch in einem relativ nahe gelegenen Biergarten eine Option zum Start. Und dann mit dem Radl vorfahren. Oder so.

      Gemeinsames halb-erzwungenes Teilnehmen an Aktionen wie „mit dem Radl in die Arbeit“ oder „Stadtradeln“ oder so könnten auch helfen.

      Nur … der Spaß am Radeln ist unglaublich vielfältig, oder? Machen machen gerne Sport auf dem Weg zur Arbeit, manche sind einfach nur locker unterwegs und müssen dafür keinen Parkplatz suchen, manche sparen Geld (ich lege ja die gesparten Kraftstoffkosten in Schokoriegeln an und habe vermutlich keinen Gewinn erzielt).. da wird es schon schwer ein allgemein gültiges Rezept zu finden.

    • Richtig wirksame Stellschrauben haben wir kaum in der Hand: Ich kann meine Arbeitskolleginnen und Kollegen kaum zwingen, das Auto stehen zu lassen. Als Ganzjahresradler erlebe ich aber schon auch, dass es wahrgenommen wird, wenn man radelt und bei manchen zum Nachdenken über die eigene Mobilität Anstoß gibt.
      In der Familie und im Bekanntenkreis funktioniert viel über die Vorbildfunktion.
      Aber Du hast natürlich Recht: Über Beschränkungen für die Autofahrer könnte man beim Umdenken „helfen“. Aber da trauen sich Politikerinnen und Politiker nicht ran. Also: Kontakt zum Stadtrat suchen, für mehr Radverkehr werben, an der Critical Mass teilnehmen („Zeigen, dass wir viele sind“), …
      Dranbleiben!

    • Eigentlich keine (direkten). Außer du willst missionieren, aber niemand will missioniert werden. Bleibt, es einfach zu leben. Für die allermeisten wird/bleibt man dann eben der Irre, der immer mit dem Rad fährt. Aber ein paar wenige erwischt man doch. Die sehen, dass man jeden Tag das Rad aus der Garage holt und fahren dann auch mal (oder gar immer, oder immer öfter) mit dem Rad zur Arbeit. Und selbst, wenn sie nur beginnen, sich (selbst im Scherz) zu entschuldigen, wenn sie irgendwo mit dem Auto ankommen, während man selbst mit dem Rad da ist – da steckt immerhin schon ein ganz gewaltiger Schritt dahinter. Ein psychologischer eben, und kein praktischer, aber immerhin! Kurzfristig wird dieses Umdenken nicht passieren, selbst mit den Geldbeutel-Argumenten, welche die Politik schaffen könnte, nicht. Dazu ist das Automobil zu weit in uns vorgedrungen.

  5. Das ist so, als wenn man einem Kind etwas neues beibringt. Mit derjenigen Person mal gemeinsam fahren und ihr zeigen, wie es funktioniert und dabei die Vorteile erklären. Da kommt dann aber das Problem „Sucht“ hinzu. Es wird auch Raucher geben, die man nie erfolgreich zum Aufhören überreden wird. Manchmal muss auch ein gewisser Zwang mit dabei sein. Erst dann kommt unter Umständen die Erkenntnis…

    Quirinus, ein sehr interessanter Artikel. Ich finde mich in diesem selbst wieder. Wir haben da sehr ähnliche Erfahrungen.

  6. Ich bin da etwas frankophil eingestellt. Mein Auto ist zwar enorm groß 9 Sitze gehen da rein + Gepäck, aber ich nutze es auch dann richtig. Ob Fahrräder, 8 Leute oder auch die Campingausrüstung für drei Wochen und fünf Personen.
    Mein Auto hat Dellen und Kratzer und wenn wie zuletzt mich mal anrempelt dann winke ich nur ab.
    Mein damaliger Beruf der mit Autos zu tun hatte ließ mich so werden mit dem Mist. Aber ich sage euch, ihr werdet „den Deutschen“ da schlecht ändern. Selbst wenn ich sehe wie viel Spaß es macht durch Frankreich und Spanien zu touren mit 130km/h halten die Leute dich für blöde, warum man den so langsam fahren sollte wenn doch so viel Platz ist. Das so viel Platz und Ruhe ist weil die Leute so „langsam“ fahren, dass will nicht in die Birne.

    Warum so wenig mit dem Rad fahren. Ich sage einfach mal es ist verdammt gefährlich. Auf dem Weg zu meiner Arbeit habe ich 6-7km mit dem Rad und ich zähle im Schnitt 6-7 zugeparkte Radwege. Aber von der harten Sorte mit Ausweichen zwischen die StraBa Gleise.

    Ich diskutiere seit Wochen, mit der Stadtverwaltung warum morgens im Dezember um 7:30 die Straßenlampen ausgehen. Wo so viele Schüler zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind.
    Ich mache so viel es geht mit dem Rad aber meine Kinder…die kann ich da kaum alleine raus lassen. Nicht auf die Straße. Jede Kreuzung ist die Hölle. Leider ist das so.

    Seltsamerweise fährt meine Mutter mit ihren 75 Jahren mit dem Rad, meine älteren Schwestern, ich weiß nicht mal ob die ein Rad haben.
    Viele haben ein Rad zum Sport machen, nicht um damit zu Leben. Das sind ähnliche Leute die dreimal die Woche ins Fitnessstudio gehen aber beim Supermarkt ganz vorne sich auf den Behindertparkplatz stellen um nicht so weit laufen zu müssen.
    Was man tun kann?
    Den Kindern zeigen wie es geht. Leider hat man eben viele Idioten als Mitmenschen und da man ja bekanntlich als der Klügere nachgibt eben den Dummen das Feld überlässt, wird sich nichts ändern.
    Wie oben gesagt. Über den Geldbeutel. Aber wo marode Städte um Kundschaft an zu locken die Parkhäuser umsonst machen, geht das nicht.
    Was noch ginge. Über den Platz. Einfach keine Parkplätze anbieten. Peng. Aber das ist ja wirtschfatsschädigend und in Deutschland undenkbar.

    In meiner Heimatstadt kam vor einigen Jahren die CDU an die Regierung. Die öffnete die Fußgängerzonen wieder für den Verkehr. Die Geschäfte gingen genau so pleite. Jetzt fährt da viel Pack nachts auch mal mit Tempo 70 durch die FuZo flankiert von 1 Euroshops und Leerstand.

    Wenn man es über den Geldbeutel macht, ist die Gefahr da, dass eben nur noch der Herr Millionär mit dem Auto fährt und der Pöbel dumm zugucken muss und verlacht wird. So direkt von oben nach unten.
    Deswegen müsste man es einfach über den Platz regeln, aber dafür auch mehr ÖPNV anbieten. bzw intelligenteres ÖPNV. So wie es jetzt ist, ist es eine Katastrophe.

  7. Meine Mutter in Holland ist 77 und fährt (wenn es nicht gerade sturmt oder friert) fast täglich zum Einkaufen mit dem Rad. Warum das geht? Weil es sicher und bequem ist mit der separaten Infrastruktur für Radverkehr in NL. Diese ist aber nicht vergleichbar mit dem, was die Verkehrsplaner in Deutschland unter separate Infrastruktur verstehen.

    Und was für Ältere gilt, gilt auch für Kinder: Früh gelernt…

  8. Wie schaft man den Entzug: die Stadt dazu verpflichten, die NO2-Schadstoffgrenzwerte einzuhalten – heute haben wir in Nürnberg wieder mal den doppeltem Grenzwert erreicht.

    Jeden einzelnen Stadtradt, der nicht aktiv gegen die Verringerung des motorisierten Individualverkehrs, insbesondere der Motoroller und älteren Dieselstinker vorgeht, wegen zigtausendfacher Körperverletzung verklagen und bestrafen lassen – für letzteres reichen die autozentrierten abendländischen Gesetzte aber evtl. nicht aus.

    • Dazu eine kleine Bemerkung: Moderne 4-Takt-Roller stoßen nahezu keine Abgase aus. Mir ist lieber, wenn jemanden, der alleine in die Stadt fährt, das mit dem 4T-Roller macht. Das erzeugt deutlich weniger Abgase als mit dem Auto. 2-Takt-Roller allerdings sind die reine Giftschleuder. Soviel Unterschied sollte sein!

  9. Meine Diskussionen mit Autofahreren enden meist mit dem Sieg der Bequemlichkeit. Selbst den stichhaltigsten Argumenten wird das Fundament unter dem Zweirad weggerissen, wenn dein Gegenüber dir zwar in allen Punkten recht gibt aber im gleichen Atemzug meint, dass er sich schon zu sehr daran gewöhnt habe und auch zu bequem sei sein Leben umzustellen.

    Vielleicht macht es mehr Sinn, statt über den politischen Weg den wirtschaftlichen Weg zu wählen. Also Unternehmen zu überzeugen welche Vorteile es für das Unternehmen hat wenn Menschen mit Rad zur Arbeit fahren und dass die Unternehmen z.B. in Form von Health Care so ein Projekt fördern.

  10. Friseur? Du hast die Tränen in den Augen meines Figaro noch nicht gesehen, wenn ich Mütze oder Helm über sein Zauberwerk stülpe. Sowas sind die nicht gewöhnt!
    Spaß beiseite. Aus meiner neuesten Erfahrung gibt es noch Aspekte jenseits von Bequemlichkeit, warum jemand das Auto bevorzugt. Psychologie.
    Nach 10 Jahren ohne Auto (und ohne Auto von Bekannten, Eltern usw.) habe ich seit kurzem wieder eins. Natürlich unter Zuhilfenahme der VCD-Liste ausgewählt. Und ich geniesse es. Ich bin nicht mehr die, die in der U-Bahn mit Mobiliar von Ikea allen den Weg versperrt, bin nicht mehr die, die bei ohne Schnee mit Skiern an der Bushaltestelle steht und nicht mehr die, die mit ihren Haustieren auf dem Gepäckträger beim Tierarzt aufkreuzt. Ich habe nicht mehr die Außenseiterrolle, die Rolle der „Komischen“ mit ihren komischen Fahrrädern wenn ich mich im Auto bewege. Bin nicht mehr auf der „Bühne“ des Radweges oder der Öffis, sondern in der Masse des Publikums, sicher umschlossen von Blech.. Ich falle nicht auf und das tut meiner Seele gut. In den NL ist es genau umgekehrt. Du bist als Radfahrer mit in der Masse (herrlich) und fällst als Autofahrer auf. In den Cities zumindest. Und das ist das Entscheidende finde ich. Jeder will irgendwie „dabei“ sein und nicht aus dem Rahmen fallen. Und das ist als Radler in Süddtl./Nbg momentan so. Meine Meinung. Zum Bäcker fahre ich trotzdem nicht mit dem Auto…

  11. Die komplette Infrastruktur, sowohl in Städten als auch auf dem Land, wurde seit 50, 60 Jahren auf das Auto ausgelegt. Daher ist es nicht verwunderlich, warum alle mit dem Auto fahren.
    Es ist doch sehr bequem direkt vom Haus oder Wohnung aus, den Parkplatz hat man ja gleich dort, ins Auto einzusteigen und loszufahren. Wie gesagt, die Straßen sind für Autos ausgelegt, für hohe Geschwindigkeiten. Man kann alles andere ausblenden. Man verbraucht sehr wenig Energie im Gegensatz zu Fußgängern oder Radfahrern und ist auch noch viel schneller (gefühlt zumindest). Man ist der König der Straße. Fußgänger, Radfahrer haben sich unterzuordnen, was auch die Infrastruktur so suggeriert.
    Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele selbst für nur 500 Meter Wegstrecke in das Auto steigen.
    Wer will schon als Fußgänger die trostlosen Städte heutzutage anschauen? Man erträgt dies keine 10 Minuten. Kein Wunder das man sich ins Auto flüchtet. Dort entgeht man dieser Eintönigkeit schnell. Würden Städte nicht für Autos geplant und gebaut, sondern für Menschen, sähe das alles ganz anders aus. Aber leider ist auch heutzutage noch immer kein wirklicher Umbruch zu erkennen.

    Was muss passieren?
    Auto fahren muss deutlich teurer und unbequemer werden. Es sollten z. B. keine Parkplätze mehr in den Wohnvierteln zur Verfügung gestellt werden. Die Parkplätze können zu Fuß erreicht werden (z. B. 200 Meter Entfernung). Dadurch wird viel Platz in den Innenstädten frei. Diesen Platz kann man wieder für den Menschen verwenden. Autofahrer müssten die wirklichen Kosten für ihr Tun zahlen. Welches Recht hat ein Autofahrer andere Menschen mit giftigen Abgasen, Lärm und tödlichen Geschwindigkeiten zu drangsalieren? Ein massives Umdenken von Seiten der Politik, Städteplaner, Verkehrsplaner ist notwendig. Nur leider ist der Einfluss der Autolobby u. Öllobby riesig.

    Selbst kann man wohl nur wenig tun. Irgendwie Einfluss auf die lokale Politik nehmen oder selbst politisch tätig werden, um irgendwann mal Bundeskanzler oder Verkehrsminister zu werden🙂

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