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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Verkehrszählung 2014 – Keine positive Entwicklung

8 Kommentare

Quelle: nordbayern.de

Quelle: nordbayern.de

Die ersten Ergebnisse der Verkehrszählung 2014 sind bekannt und werfen kein gutes Licht auf die Verkehrsentwicklung in Nürnberg. Der Autoverkehr stagniert genau so wie der Radverkehr. Offensichtlich schafft man es nicht, die breite Masse der Autofahrer zu einer Änderung der Gewohnheiten zu bewegen.

Der Radverkehrsanteil liegt weiterhin bei 13% und ist damit sehr weit von dem für 2015 gesetzten Ziel von 20% entfernt. Mich wundert das nicht, fehlen doch die richtigen Anreize dafür. Lippenbekenntnisse für den Radverkehr sind zwar gut, aber ganzheitliche Konzepte und Finanzmittel fehlen. Auch der ÖPNV kommt übrigens nicht gut weg.

Auch wenn sich im Rathaus keiner für meine Meinung interessieren wird, gebe ich hier doch mal einige Tipps:

  • Kreuzungsfreie Radschnellwege von der Periferie bis zur Zentrumsgrenze sind (evt. mit Pedelec) eine attraktive Alternative zum Pendeln mit dem Auto.
  • Radverkehrsnetze in der Innenstadt sollen so umgesetzt werden, dass man als Radfahrer sicher und flott (ggf. sogar flotter als mit dem Auto) die gefühlten 3.000 Ampelkreuzungen umgehen kann. Ampeln sind bekanntlich Erfindungen zur Steuerung der Auto-Schwemme. Radfahrer sollten dadurch nicht benachteiligt werden. Diese differenzierte Betrachtung fehlt bisher komplett.
  • Kreisverkehre nach niederländischem Modell mit Vorfahrt für Radfahrer. Weg mit der Ampelwahn.
  • Scheinbar kleine Nachteile wie kleine Bordsteinkanten bei Seitenstraßen oder Kopfsteinpflaster bei Grundstückseinfahrten sollen aus Radwegen ausgebaut werden. Sie machen das Radfahren  unkomfortabel und sogar gefährlich. Wie es gehen soll sieht man in Holland in jeder größeren Straße.
  • Asphaltierung der Radwege neben dem Main-Donau-Kanal.
  • Der Autoverkehr bekommt auf vielen Straßen in der Innenstadt zu viel Platz. Wer Straßen baut wird Autos sähen. Vorschlag: Innerhalb des mittleren Rings soll für Autos nur noch eine Spur verfügbar sein. Gleichzeitig schafft man damit Platz für das Radverkehrsnetz.

Zur ÖPNV:

  • Bessere/sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an allen Bahnhöfen. Kostenloses Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof.
  • ÖPNV-Anbindungen sollen gradliniger werden. Was hilft mir eine Busverbindung, die durch unzählige Wohnviertel ihre Schleifen zieht, die Reisezeit dafür ins unermessliche Steigt? (z.B. Der Bus, der ohne Umsteigen von meinem Haus bis zu meiner Arbeitsstelle fährt, braucht dafür 60 Minuten. Mit der Fahrrad brauche ich 35 Minuten für die 11,5 km).
  • Bessere Busverbindungen zu den U- und S-Bahnstationen, die zeitlich auf die Züge abgestimmt sind (Beispiel: Zu der S-Bahn-Station in Fürth-Vach fährt kein einziger Bus aus Nürnberg, obwohl im Umkreis von 5km fast 10.000 Menschen wohnen. – Der Fürther Bus fährt immer genau dann weg von der S-Bahn-Station wenn der Zug in den Bahnhof einfährt, äußerst praktisch!)

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

8 thoughts on “Verkehrszählung 2014 – Keine positive Entwicklung

  1. positiv wäre:
    Wenn Autos nicht in jede Ecke gefahren werden dürfen. Am Stadtrand Schluss ist und der erst der Wegstrecke zu Fuss, per Rad oder in einem Shuttle-Bus zurück gelegt würde. usw.

  2. Eine zweifelhafte Metrik und dazu noch eine zweifelhafte Messmethode. Es nützt der Umwelt nichts, wenn der Radverkehrsanteil (an Strecken!) ansteigt, während gleichzeitig die Verkehrsleistung (absolut gefahrene Kilometer) des Kraftverkehrs nicht abnimmt. Und wenn man Messungen am zwei Sommertagen vornimmt und das als ganzjährigen Verkehrsanteil deklariert, dann kann ich das nicht ernst nehmen.

    • Dass die Zählung immer nur an 2 Tagen stattfindet ist sicherlich eine große Schwäche. Hinzu kommt die Ungenauigkeit: Wer kontrolliert ob die Schüler, die da sitzen nicht lieber aufs Smartphone schauen als auf die Straße?

  3. Mein Favorit der Zählprobleme des letzten Jahres: Ein Tag der Zählung fand am Tag des Firmenlaufes im Bereich Dutzendteich/Stadion statt. In den umliegenden 30-Zonen war der Autoverkehr gefühlt „viel viel mehr“ als normal im Feierabendverkehr. Weil mehrere Tausend Teilnehmer aus der Gesamtregion Parkplätze gesucht haben.

    So etwas verzerrt die Statistik – vermute ich.

    • An dem Chaos kann ich mich erinnern. An dem Tag war auf dem gesamten Mittleren Ring kein Durchkommen mehr. Das verzerrt das Ergebnis natürlich sehr! Im Kommentar zur Verkehrszählung der Stadt steht auch geschrieben: 17.000 Sportler, die zum großen Teil mit dem PKW (!) zum Dutzendteich angereist sind…

  4. So eine Dauerzählstelle mit großer Anzeige der Radfahrer pro Tag/Jahr wäre doch toll, z.B. am Königstor.
    Zusammen mit ein paar anderen neuralgischen Punkten gibt das eine bessere Abbildung.

  5. Solche Zählstellen gibts z. B. In Kopenhagen, Göteborg, Bremen und Hamburg. Macht Spaß, wenn angezeigt wird: du bist der soundsovielte Radfahrer an diesem Tag.
    Ich schätze, wir müssen nur noch 20 Jahre warten, dann gibts das in Nürnberg auch.😉

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