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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Schnee von gestern…

9 Kommentare

Bei allen Situationen im Verkehr habe ich „die Radfahrerbrille auf“. Dadurch kann ich mir manchmal schlecht vorstellen, dass es Mitbürger gibt, die überhaupt kein Gespür für den Radverkehr haben. Aber es gibt sie und zwar nicht wenige. Problematisch wird es, wenn diese Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind oder wenn sie bei einer Behörde arbeiten, die etwas mit dem Strassenverkehr zu tun hat.

Angefrorene Schneereste sind gefährlich

Angefrorene Schneereste sind gefährlich. Ausweichen nach links oftmals auch.

In der vergangenen Woche hat es einige Male geschneit in Nürnberg. Wie üblich, rücken dann die Räumfahrzeuge des SÖR (Service öffentlicher Raum) aus und schieben den Schnee von den Straßen und streuen tonnenweise Salz (interessanterweise wurde jedem einzelnen Bürger verboten ein paar Gramm Salz vor der Haustüre zu streuen).

Was an vielen Stellen in der Stadt wieder zu bewundern war: Die einen Räumfahrzeuge schoben den Schnee von der Straße auf den … Radweg. Und die anderen Räumfahrzeuge schoben den Schnee von den Gehsteigen auf den … Radweg. Und die Radwege?

Für die Radwege existiert seit einigen Jahren in Nürnberg einen separaten Räumungsplan ( –> hier geht es zur Internetseite des SÖR). Das ist schon mal positiv. Vor allem weil es eine Abarbeitung nach Prioritäten vorsieht. Allerdings deckt der Plan nur ein grobes Raster an Radwegeverbindungen ab. Und da sehe ich einen Mangel.

Radfahrer sind -anders als vor 25 Jahren- heute auch im Winter täglich unterwegs. Und Radfahrer können sich nicht immer nur die geräumten Hauptverkehrsrouten aussuchen. Die letzten 2 km das Rad schieben, oder was? Das sollte man mal einem Autofahrer zumuten. Die abgebildete Virnsberger Straße im Südwesten der Stadt fehlt z.B. komplett auf dem SÖR-Winterplan für Radverkehr.

Andererseits habe ich Verständnis dafür, dass der SÖR nicht alles in 1 oder 2 Tagen schafft. Aber wenn der letzte Schneefall schon einige Tage her ist, sollte ich als Pendler erwarten dürfen, dass auch der letzte Radweg und Radstreifen im Stadtgebiet befahrbar ist. Und überhaupt: Warum kann der Mensch, der ohnehin die Auto-Fahrbahn von Schnee befreit, diesen so weit zur Seite schieben, dass der Radstreifen gleich mit gereinigt wird? Nee, stattdessen werden sogar an einigen Stellen richtige Schneeberge auf dem Radstreifen liegen gelassen. Oder war es evt. der Schneeräumer der Firma, rechts auf dem Bild? Egal, wer es war, ein minimales Verständnis für den Radverkehr sollten Schneeräumer schon haben!

Schneehügel am Radstreifen. Wer macht denn so was?

Schneehügel am Radstreifen. Welcher Schneeräumer macht denn so was?

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

9 thoughts on “Schnee von gestern…

  1. das habe ich schon vor Jahren moniert. in dem elenden Autofahrer-Land Deutschland… keine Chance auf Verständnis Vielleicht noch in Norddeutschland – dort eher. Es gibt immer noch das Denken: Radfahren ist nur was für den Sommer. Haha. Wie oft wird man als Radfahrer_in im Winter blöd angemacht. Pfeifen sind das! Nicht nachdenken tun sie.

  2. Warum? Weil Autoverkehr wichtig und Radverkehr unwichtig ist.
    Darum bekommst du auch minderwertige Rad-Weg-e, obwohl du dich für gute einsetzt. Da kann schon mal Dreck, Parker, Baustelle, Schnee, Mülltonnen, tötende Rechtsabbieger, guckfaule Einbieger, suizidale Geisterfahrer im Weg sein, you name it.
    Wann kehrt sich das um? Nicht bevor die Politik sich auf sämtlichen Ebenen dazu bekennt und von den Wählern ein Mandat bekommt und es bis zur Legislativen, Judikativen und Exekutiven durchsetzen kann.

    Bis dahin werden Radwege an Kraftverkehrsrouten gegen Radfahrer eingesetzt (erkennbar an den blauen Zwangsschildern), nicht für sie (zufällige Ausnahmen können auftreten).

  3. So wie in dem Foto gezeigt, sehen übrigens auch die Strecken aus, die explizit Teil des „Radwegesicherungsplans“ sind, z.B. in der Ostendstraße. Der Räumplan für die Radwege ist m.E. das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde. Selbst in Straßen mit Priorität 1 fährt auch drei Tage nach dem großen Schneefall keiner aus, um den Radweg von Eis und Schnee zu befreien.
    Mir ist das ganz recht. Da kann ich ohne schlechtes Gewissen die freie Fahrbahn benutzen. Und mit ein wenig Glück werde ich dafür noch nicht einmal angehupt.

  4. Im SÖR-Bürgerbrief steht’s doch:
    „Der Radverkehr hat in Nürnberg in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch bei winterlichen Verhältnissen werden bestimmte Strecken stark genutzt. Die Stadt bemüht sich, ihren Kapazitäten entsprechend solche Strecken schnellstmöglich zu räumen und zu streuen. Einige Radwege, die unmittelbar auf Fahrbahnen laufen und markiert sind, können bei größeren Schneehöhen allerdings nicht mehr geräumt werden, weil der von der Fahrbahn weggeschobene Schnee dort abgelagert werden muss.”

    Im Klartext:
    Wenn wirklich nennenswert was liegen bleibt, werden die knappen vorhandenen Kapazitäten eingesetzt um Schnee auf markierte Ra(n)dstreifen zu schieben. Radwege werden in der Regel nicht geräumt, einzelne Ausnahmen ausgenommen.

    Als ehrliche Ansage wäre da noch wünschenswert:
    Alle Verkehrsteilnehmer mögen bei größtmöglicher gegenseitiger Rücksicht und den Straßenverhältnissen angepassten Geschwindigkeiten die durchgängig geräumten Fahrbahnen nutzen.

    Das dürfte derzeit ruhig stündlich so im Radio bei den Verkehrsmeldungen mitlaufen und auch vorne auf der Tageszeitung stehen…

  5. Traurig eigentlich das das der komplette Nordring von Westfriedhof bis Röthenbach eigentlich Priorität Stufe 1 und 2 haben sollte, dort seit Montag aber immernoch nichts geräumt ist. Abgesehen davon das SÖR erst aus der Zeitung erfährt das es geschneit hat sollte man sie mit Räumfahrrädern rausschicken, vielleicht ändert sich dann mal die Betrachtungsweise.

  6. Als gutes Beispiel muss ich aber den Radweg neben der B14 nennen. Der war die Tage an denen es geschneit oder gestürmt hat immer vorbildlich geräumt.

  7. Oi joi joi, ich lese hier Radfahrerminderwertigkeitskomplex, noch zu sehr das Auto-Weltbild verinnerlicht.

    > Und Radfahrer können sich nicht immer nur die geräumten Hauptverkehrsrouten aussuchen.

    So, warum nicht? Weil man auf Fahrbahnen nicht Fahrrad fahren kann?

  8. Auch der Radweg in der Mögeldorfer Hauptstr., wo es dann links zum Wöhrdersee geht, wird nie geräumt, ist auch im Radwegesicherungsplans. Da wird noch der Schnee vom Bürgersteig auf den Radweg geräumt

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