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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Bündnis Radfairkehr – erste Aktion

18 Kommentare

Am letzten Freitag hat das Bündnis Radfairkehr eine erste Aktion durchgeführt. Das Bündnis will etwas offensiver darauf hinweisen, dass der Radverkehr nicht den Stellenwert erhält, den ihn zusteht. Bei der Zuteilung von Geldern, Platz und Rechten. Um die Aufmerksamkeit auf diese Defizite zu lenken, werden öffentlichkeitswirksame Aktionen im Stadtgebiet geplant.

Fahrradstraße - Aktion

Fahrradstraße – Aktion Radfairkehr

So nahm sich das Bündnis Radfairkehr symbolisch die Fahrradstraße vor. Diese Straße heißt wirklich so (siehe Bericht) und ist grundsätzlich breit genug um für Radfahrer in beiden Richtungen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Fahrradsymbol wird mit Sprühkreide angebracht

Fahrradsymbol wird mit Sprühkreide angebracht

Teilnehmer der Aktion brachten mit Sprühkreide Fahrradsymbole und eine Linienmarkierung auf der Fahrbahn an.

Nette Eigenkreation: "Radfahren erwünscht"

Nette Eigenkreation: „Radfahren erwünscht“

Außerdem wurde unter dem Schild „Durchfahrt verboten“ ein Zusatzschild angebracht. Die Aktion war gut für ein großes Foto in der Samstagszeitung, direkt unter dem Artikel, in dem der ADFC auf die fehlenden finanziellen Mittel bei der Haushaltsplanung der Stadt Nürnberg hinweist.

(Danke an Matthias für die Zuverfügungstellung der Fotos)

Bündnis Radfairkehr im Web: http://www.radfairkehr.de/ und auf Facebook: https://www.facebook.com/Radfairkehr

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

18 thoughts on “Bündnis Radfairkehr – erste Aktion

  1. Ich gehe mal davon aus, dass die Aktion nicht nur bei der Presse angekündigt, sondern auch mit der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt war und quasi stillschweigend geduldet wurde. Ansonsten könnten sich jetzt ein paar Leute auf Anzeigen gefasst machen. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder im Straßenverkehr beschildert und markiert, was ihm gerade passt?

    Hat eigentlich irgendwer gemerkt, dass das auf die Straße gebrachte Fahrradsymbol nicht dem StVO-Piktogramm entspricht, sondern in der Gestaltung mit Schutzblech und gebogenem Lenker dem DDR-Verkehrszeichen entspricht? Was für Experten waren denn da wieder im Namen des Radverkehrs unterwegs?

  2. Kettenschutz habe ich gemeint, nicht Schutzblech.

  3. „Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder im Straßenverkehr beschildert und markiert, was ihm gerade passt?“

    Das Verkehrsplanungsamt selbst beschildert die Straßen und sepeziell die Radwege auch so, wie es ihm passt.
    Seit 1997 dürfen nur noch Radwege als beutzungspflichtig ausgeschildert sein, deren Verwendung einen klaren
    Sicherheitsgewinn für die Radfahrer (!) darstellt.
    Das ist bei der großen Mehrheit der Nürnberger „Radwege“ definitiv nicht der Fall, insofern fällt dieses Verhalten
    sehr wohl unter die Kategorie „was ihm gerade passt“.
    Und das zu Lasten der Sicherheit der Radfahrer.

    Auch ein Grundsatzurteil des BundesVerwaltungsgerichts 2004 hat daran nichts geändert.
    Man stellt sich taub und blind, der Autoverkehr hat Vorrang vor der Sicherheit der Radfahrer;
    das haben wir mittlerweile schriftlich. Mehrfach schriftich.

    Ihre Entrüstung in allen Ehren, nur sollte man sehen, daß nicht irgendwelche Anarchos mit dem Unsinn
    angefangen haben, sondern die Stadt Nürnberg höchstpersönlich.

    Und damit muss endlich Schluss sein. Auch Fahrradfahrer sind Menschen und haben ein Recht auf Sicherheit,
    verständliche und überhaut erstmal exisitierende Verkehrsanlagen.

  4. Ich will durchaus nicht die Beschilderungspraxis der Nürnberger Radwege rechtfertigen und habe ganz sicher keine Ambitionen, die Straßenverkehrsbehörde zu verteidigen. Die Behörde ist aber eben nicht „jeder“, sondern das eine Amt, das in unserer Staatsordnung genau dafür zuständig ist. Dass eine Vielzahl an Radwegen rechtswidrig und an der vorhandenen Beschilderung vieles rechtswidrig oder nichtig ist, kann nicht bestritten werden. Dass das Verkehrsplanungsamt wider besseres Wissen an rechtswidrigen Beschilderungen festhält und Änderungsanträge versanden lässt, ist peinlich peinlich peinlich.
    Aber dass nun ein paar Verkehrsteilnehmer meinen, ihren Wunschradweg selbst malen zu müssen, so geht das nunmal auch nicht.
    Ich verstehe, dass so eine Aktion öffentlichkeitswirksamer ist als der hundertste Antrag und die zehnte Klage. Wenn das Beispiel Schule machte, würden aber demnächst die Automobillobbyisten Parkplätze aufmalen und ein paar Weltverbesserer Zebrastreifen. Dann markiere ich noch eine Grenzmarkierung vor meiner Haustür, damit mir andere nicht die freie Sicht zuparken. Und jemand, der besonders ruhebedürftig ist, stellt ein Einfahrtverbot an seine Wohnstraße. Das ist alles einfach nur eine Variante von Selbstjustiz. Ein Bündnis, das einen fairen Umgang miteinander einfordert, tut sich keinen Gefallen mit solchen selbstgerechten Aktionen.

  5. Bachti – ich finde, an Deiner Kritk ist was drann. Allerdings denke ich, daß das hier eine einmalige, symbolische Tat war – in der „Fahrradstraße“ eben.
    Und dann wieder finde ich es auch gut, denn in einem Punkt hinkt Dein Beispiel:
    Hier sind keine Chaoten am Werk, die einfach mal so ihr Ding durchdrücken wie ein Rentner mit der Schrottflinte.
    Wir Fahrradfahrer probieren es nun seit Jahrzehnten, buchstäblich mit Engelszungen und -Geduld. Wirklich.
    Und es tut sich nichts. NICHTS.
    Wie lange will man sich denn von träger, rechtsblinder und seltsam punktuell finanzschwacher Politik noch hinhalten lassen?
    Weitere zehn Jahre?

    Was schlägst Du vor? Hast Du konkrete Ideen, was man tun kann, um die _notwendigen_ Vortschritte zu erzielen?

    • Man könnte zusammenlegen und die Stadt einfach vor dem Verwaltungsgericht verklagen, damit die Einfahrtbeschränkung ausschließlich für den schädlichen Verkehr eingerichtet wird. Zweck der unechten Einbahnstraße ist offensichtlich, dass sie nicht als Abkürzung von diesem Verkehr genutzt wird.

    • Ich bin auch immer für Verwaltungsgerichtsklagen. Davon gibt es noch viel zu wenige.
      Leider ist es Verbänden wie dem ADFC nicht möglich, Organklage zu erheben. Das wäre vielleicht auch wirksam.

  6. Eigentlich ne gute Idee, falls es mit der Straßenferkehrsbehörde abgestimmt wurde. Aber warum wurde nicht ein Sicherheitsraum von mind. einem Meter (Öffnungsweite von Autotüren) zu den Parkplätzen abmarkiert? Ich finde es hochgradig verantwortunslos, die Radfahrer genau in die Dooring-Zone zu schicken! Besonders von der Fahrradlobby, die es eigentlich besser wissen müsste…

    • Die Aktion ist gut.

      Das ist keine besonders problematische Markierung:
      1.
      Dooring ist per se schon selten.

      2.
      In Gegenrichtung einer Einbahnstraße ist Dooring noch seltener, da die Sichtbeziehung besser ist und es hier um die nur zu ca. 40% genutzte Beifahrerseite geht.

      3.
      Im Zweifelsfall ist ein Zusammenstoß gegen die stumpfe Tür von außen glimpflicher als innen gegen die öffnende Tür bzw. gegen die Türkante.

      4.
      Der gepflasterte Streifen zusammen mit den ausreichen breiten Parkständen stellt bereits einen Sicherheitsabstand von ca. 50cm her. Damit sind halb geöffnete Türen in der ersten Raststellungen noch keine Gefahr.

      • Ein Fahrradbündniss sollte mit gutem Beispiel voran gehen und die geltenden Gesetze befolgen! So eine Markierung im Gefahrenbereich sehe ich als ein klares Eigentor.

        „Radwege dürfen nur außerhalb von Gefahrenzonen markiert werden“ (frei nach StVO). Auch eine Gefahrenzone mit 80% weniger Gefahren bleibt eine Gefahrenzone. Ihre Argumentation, dass Aufgrund der seltenen Gefahren ein geringerer Sicherheitsabstand idR. genügt, kann ich leider nicht ernst nehmen. Meist „titscht“ der Radfahrer von der Tür ab und stürzt auf die Fahrbahn, wenn in dem Moment ein Auto ankommt ist der Radfahrer platt, auch wenn der Autofahrer seitlichen Abstand hält.

        Jetzt kommen Sie nicht mit: „in der Einbahnstraße sind die Geschwindigkeiten nicht so hoch, also wird der Radfahrer nicht komplett, sondern nur halb überfahren, also alles nicht so schlimm…“

      • Solche Begründungen kenne ich irgendwie schon…
        Trollt hier das Nürnberger Verkehrsplanungsamt mit?

      • Bachti und Christoph!

        „Staatsordnung“ – „Gefahrenzone“ – „Selbstjustiz“ – „Eigentor“ – > Kirche – Dorf

        Das Ding ist in der Realität kaum 8 Schritte lang.

        In der „Dooring-Zone“ ist genau 1 Parkplatz, der erste in der Straße auf dieser Seite.

        Es ist auf diesem Stück nahezu eine reine Anwohnerstraße, quasi ein Parkplatz mit Ausfahrt Richtung B4R.

        Der „hochgradig verantwortungslose“ und nicht mit der StVB abgesegnete Streifen der „Fahrradlobby“ ist ab Bordsteinkante knappe 1,7m und damit ca. 20cm breiter als das, was z.B. entlang des Nordrings kilometerweise von echten „Experten im Namen des Radverkehrs“ verbrochen wurde.

        Ich bitte euch um einen Realitätscheck eurerseits, bevor wir ausmachen, wer zur nächsten Fasnacht jetzt als Troll geht. Eine Anreise mit dem Rad über die B4R bringt die richtige Einstimmung dazu.

        Ehrlich gesagt kann ich mich kaum noch vor Lachen halten, wenn ich jetzt die bisherigen Kommentare nochmal lese, nachdem ich vor Ort war.

        Nichts für ungut.

  7. So spontan fallen mir zu den geltenden Regeln der Kunst z.B. die ERA 2010 ein, die aktuell für Radverkehrsführungen quasi geltendes Recht ist, zusammen mit den VwV zur StVO.
    Mögliche Führungen in Einbahnstraßen entsprechend ERA werden unter http://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/58045/ dargestellt.

    Wenn sie sich ernsthaft in die Diskussion über die einzelnen (Mindest-)Maße der Führungsformen einbringen möchten, dann sind die Autoren der ERA ihre Ansprechpartner. Setzen sie sich dort für größere Mindestmaße ein und erreichen sie bundesweit mehr Sicherheit!

    Eine Kritik an der Anwendung der geltenden Normen („verantwortungslos“), während gleichzeitig die Einhaltung der geltenden Gesetze und Abstimmung mit der StVB gefordert wird, passt für mich nicht zusammen.

    Das, was die Anti-Fahrradlobby täglich hauptberuflich macht, kann eine „Fahrradlobby“ (schön wär’s, wenn es die wirklich so gäbe, es sind eher mehrere feindliche „Religionsgemeinschaften“ auf Fahrrädern) nach Feierabend kaum ausgleichen.

    • Grade deshalb (letzter Absatz) ist es wichtig, dass die Fahrradlobby mit gutem Beispiel voran geht und ausreichende/sichere Abstände markiert und nicht zu geringe, wie es die Nicht-Fahrradlobby macht.

      Die ERA 2010 empfehlen zwar einen MINDESTabstand von 50cm zu parkenden Autos.
      Allerdings hat die StVO/VwV-StVO höheres Gewicht. Sie ist zwar etwas wage und nennt nicht gerne Zahlen:
      „Er [der Schutzstreifen] muss so breit sein, dass er einschließlich des *Sicherheitsraumes* einen hinreichenden Bewegungsraum für den Radfahrer bietet.“
      „Voraussetzung für die Kennzeichnung [der Benutzungspflicht] ist, daß er [der Radweg] unter Berücksichtigung der gewünschten Verkehrsbedürfnisse ausreichend breit, befestigt und einschließlich einem *Sicherheitsraum* frei von Hindernissen beschaffen ist.“ Dazu ist hinzuzufügen, dass die ERA 2010 empfehlen, dass Radwege ohne Benutzungspflicht dieselben Standards haben sollen wie für benutzungspflichtige vorgeschrieben.

      „Das Landgericht Berlin urteilte 1995, dass Radfahrer einen so großen Abstand von parkenden Autos halten müssen, dass sie eine unachtsam geöffnete Autotür nicht gefährdet. In der Praxis sind das 1 Meter Abstand oder mehr, denn Autotüren haben durchaus eine Breite von 1 bis 1,20 Meter.“ (http://pdeleuw.de/fahrrad/stvo.html)

      Demnach fordert die StVO (indirekt) einen Abstand von mind. 100-120cm von parkenden Autos. Wenn das umgesetzt wird, wird gleichzeitig der empfohlene Abstand der ERA eingehalten (>= 50cm).

      PS:
      Die Info über zu geringe Abstände ging schon Ende 2013 an den Vorsitzenden der ERA 2010. Bleibt zu hoffen, dass die sich an die Gerichtsurteile halten und nicht wieder 18 Jahre für die Umsetzung brauchen🙂

  8. Liebe Leute, es ging um eine kurze symbolische Aktion mit etwas Kreide auf der Straße. Es macht keinen Sinn sich da solche Gedanken und Diskussionen über die exakte Ausführung zu machen inkl. ERA etc. Die breite Öffentlichkeit hat es kurz zur Kenntnis genommen und lebt unbekümmert weiter. Bitte nicht mehr hineiniterpretieren, die Energie kann jeder besser fürs Radfahren verwenden.

    Gruß,
    Quirinus

  9. @Christoph: Sie haben völlig Recht mit ERA und StVO. Ich kenne auch die Gerichtsurteile. Die o.g. Aktion war rein symbolisch (Freigabe der Fahrradstraße für Radfahrer) und die Radstreifenbreite hat sich an vorhanden Radstreifen in Gegenrichtung orientiert.

    Die Politiker rühmen sich gerade damit, dass sie für 1,4 Mio € einen Radweg (dass dabei auch noch die komplette Fahrbahn erneuert und die Mittelinsel umgebaut wird, wird vordergründig nicht erwähnt) an der Ansbacher Straße ein Jahr früher bauen als geplant. Demnach fahren Sie dann entlang einer 4-spurigen Hauptstraße auf einem 1,5 m breiten Radstreifen. Rechts stehen die Längsparker, links rauschen PKW und 40-Tonner mit 60 Sachen an Ihnen vorbei. Laut Verkehrsplanungsamt alles ERA-konform. Man könnte dagegen klagen. Aber dann wird der Radstreifen nicht gebaut und die Radfahrer dürfen dann wieder auf der Fahrbahn fahren. Der Erfahrung nach werden sie wieder alle auf dem Gehweg fahren und die Fußgänger gefährden…

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