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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Äußere Bayreuther Straße – Licht und Schatten

14 Kommentare

An der Äußeren Bayreuther Straße wurde in den letzten Monaten sehr viel Geld verbuddelt. Sehr viel Geld aus dem Radwege-Etat der Stadt Nürnberg. Im Verhältnis deutlich zu viel sogar. Dabei rausgekommen ist für den Radverkehr nicht sehr viel Kreatives. Die Strecke wäre prädestiniert für einen Hochbord-Radweg nach niederländischem Modell, weil der Autoverkehrsanteil hier sehr groß ist und die 50km/h nur selten eingehalten wird. Leider wurde nur ein Fahrradstreifen abmarkiert und erst am Ende der Umbaumaßnahme (siehe Foto) wird der Radweg etwas abgesetzt von der Autofahrbahn weitergeführt. Man braucht sich mittlerweile echt nicht mehr wundern, warum so viele Radfahrer auf Gehwegen unterwegs sind: Sie werden da meistens hin gelenkt oder fühlen sich nur da sicher vor den vorbeirasenden Autos.

Positiv hervorheben möchte ich hier die Lösung an der Ampel der T-Kreuzung gegenüber von der Ziegelsteinstraße.

Umgehung der für Radfahrer unnötige Ampel an der Ecke Ziegelsteinstr./Äußere Bay.Str.

Umgehung der für Radfahrer unnötige Ampel an der Ecke Ziegelsteinstr./Äußere Bay.Str.

Wenn man Autofahrer aufs Rad locken will, muss man dafür sorgen, dass man mit dem Rad mindestens so schnell durch die Stadt kommt als mit dem Auto, am besten noch viel flotter. In der Regel versuchen deutsche Radfahrer ihr Nachteil durch schnelles Fahren zu kompensieren, was allerdings einige Nachteile mit sich bringt: Schwitzen, Anstrengung, Rambo-Gehabe etc. Der Radfahrer in den Niederlanden fährt ruhiger und ist trotzdem flott unterwegs, weil die Verkehrsführung für ihn vorteilhafter gestaltet ist als für den Autofahrer. Solche Lösungen wie oben zu sehen sind dort der Standard und auch Rechtsabbiegen an Kreuzungen wird meistens erlaubt. So macht Radfahren Spaß!

Weniger lustig ist folgende Situation einige Hundert Meter weiter nördlich. Hier wurde eine Bus-Haltebucht mit Ampeln nur gegen Radfahrer ausgestattet. Was soll das, um Himmels willen?

Sinnlose Ampel als Schikane gegen Radfahrer

Sinnlose Ampel als Schikane gegen Radfahrer

Am Ende der Bucht folgt eine weitere Ampel. Hier wird der Radfahrer innerhalb von 100 Metern 2x ausgebremst, obwohl nicht einmal ein Bus in der Nähe ist. Diese Ampel soll weg! Heranfahrende Busse können abbremsen und den Radweg queren, wenn er frei ist. Gelegenheiten dazu gibt es zuhauf, auch wenn der Radweg hier ein 2-Richtungs-Radweg ist. An anderen Stellen in der Stadt geht das auch. Alternativ lässt man die Radfahrer durch die Bus-Bucht fahren. Auch eine Option.

Diese Ampel löst bei mir nur Wut aus und bei vielen anderen Radfahrern genau so. Ampeln sind primär zur Regulierung des Autoverkehrs entstanden und sollen den Radverkehr nur tangieren, wenn es echt nicht anders geht. Hier gibt es Nachbesserungsbedarf!

 

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

14 thoughts on “Äußere Bayreuther Straße – Licht und Schatten

  1. Schöne Darstellung der Nürnberger Verhältnisse mit überraschendem Aha-Effekt! Bin selber schon in den Niederlanden geradelt und kann nur sagen: dort wird die Planung einfach von selber radfahrenden Menschen gemacht. Dadurch entstehen solche Verrkrampfungen wie dargestellt gar nicht erst.

  2. Ich wohne im Nürnberger Nordosten und habe mich auch schon über diese überflüssigen Ampeln am U-Bahnhof Herrnhütte gewundert. Relativ gruselig ist allerdings die Linksabbiegerspur in die Ziegelsteinstr. Als Radfahrer muss man die Geradeausspuren komplett nach links queren um in die Abbiegespur zu kommen.
    Was ich mich während der Umbaupause ständig gefragt habe, ob die gesamte Umbauarbeiten zu Lasten des Radwegebudgets erfolgt sind.

  3. Zum ersten Bild:
    Und wo stellen sich die Fußgänger auf, die über die Ampel wollen? Z. B. wenn jemand mit einem Kinderwagen unterwegs ist, steht man schon halb auf dem Radweg. Oder warten die Fußgänger wirklich hinter dem Radweg?

  4. Bei Bild zwei, wie in Bild eins einfach rechts weiterfahren. Nach zwanzig Meter links durch die Büsche auf den Radweg. Bestimmt wird es so gemacht. Nicht von allen aber ….. den meisten.

  5. jawohl, hier ist nachzubessern!
    Allerdings muß man dazu auch sagen: unsere guten Nachbarn im Westen haben auch nicht solche Hügel wie wir zu bewältigen.

  6. Ich bin heil froh, dass es ein ordentlich breiter Streifen geworden ist und nicht wieder so ein Stief-Hochbord, das auf dieser Strecke keinen Vorteil gegenüber dem Streifen hat, sondern eher noch durch die Grundstückseinfahrten und Bushaltestelle gefährlicher wäre, sowohl für Radfahrer als auch Fußgänger. Die Geisterfahrer trauen sich auf dieser Strecke zum Glück auch nicht auf den Streifen und torkeln weiterhin fröhlich auf dem Gehweg rum. Die Zeit der Baustelle mit ihrer abenteuerlichen Beschilderung/Wegführung war ein Graus.

    Die Linksabbiegerspur ist aus meiner Sicht ein netter Bonus, für die, die nicht ihre besten Jahre auf einer Verkehrsinsel verbringen möchten, als Strafe, nur weil sie Fahrrad fahren. Der Rest hat ja weiterhin das indirekte Linksabbiegen über die zwei Ampeln. Wenn wenig los ist, klappt das direkte Linksabbiegen noch immer genauso gut, wie in den letzten ca. 200 Mal, die ich die Strecke bisher gefahren bin, völlig ohne Streifen oder Abbiegespur.

    Das mit dem Radverkehrsetat ist natürlich ein Taschenspielertrick, weil nur die Markierungsarbeiten hätten lange nicht soviel gekostet wie eine neue Schwarzdecke samt Untergrund: Das waren nicht 80% des Radverkehrsetats, sondern der Radverkehrsetat wurde mit dieser Maßnahme auf dem Papier verfünffacht.

  7. Erste Erfahrungsberichte haben gezeigt, dass man beim indirekten Linksabbiegen über die nördliche Ampel in einem Zug die Äußere Bayreuther queren kann.

    Die Ampel-Schikane an der Busbucht wird nur bewirken, dass sie ignoriert wird während man sich nach einem herannahenden Bus erkundigt.

  8. Die zweite Ampel (am Ende der Busspur Richtung Norden) kann einen Sinn ergeben. Das müsste man (also ich bin zu faul, soll das heißen) sich noch mal anschaun. Da gibt es offenbar eine (oder zwei?) Parkhausausfahrt und Einfahrt. Wie da die Autoampeln geschaltet sind ist mir nicht klar geworden. Die derzeitige Regelung ist aber Mist. So wird da wirklich unnötig ausgebremst.

  9. Ah, meine Lieblingsstelle!😉
    Ich finde die abmarkierten Radwege auf der Fahrbahn gut. Besser als Hochbord jedenfalls. Spätestens an der Tankstelle wird man doch sonst wieder von den Autofahrern „übersehen“.
    Aber wie zum Teufel soll man von ganz rechts (auf dem Radstreifen) nach ganz links auf den Abbiegestreifen Richtung Ziegelstein kommen? Genau wie vorher auch: die Autoschlange passieren lassen und links rüberfahren. Dafür brauch ich aber keine extra Markierung. Und ich muss die durchgezogene Linie des Radfahrstreifens überfahren, um nach links zu kommen. Das einzig Gute an dem Radfahrstreifen auf der Linksabbiegerspur ist, dass die Markierung über die gesamte Kreuzung bis hinein in die Ziegelsteinstraße geht, so dass das bislang übliche Schneiden am Beginn der Ziegelsteinstr. möglicherweise ein Ende hat.
    Verstehe ich das richtig, dass für den gesamten Straßenumbau 80 % aus dem Radetat genommen werden??? Hier wurde monatelang ein ganzer Straßenabschnitt saniert und das Einzige, was für den Radverkehr getan wurde, sind die Markierungen. Und die hätte man natürlich auch ohne Sanierung der Straße aufbringen können. Aber dann kann sich die Stadt ja wieder selbst beweihräuchern, sie habe xxx Euronen für den Radverkehr investiert. Nürnberg muss schließlich seinem Status als 1. fahrradfreundliche Stadt Bayerns gerecht werden.
    Im übrigen war die Baustellenumleitung/-Absicherung für Radfahrer in der Tat eine einzige Katastrophe. In Höhe des Aldi hatten sie einfach eine fette Sperre hingestellt, so dass man nicht auf die Straße wechseln konnte. Und danach ging’s auch nicht mehr.
    Ach ja, und die Ampeln an der Haltestelle Herrnhütte ignoriere ich bzw. ich beobachte, ob da einer ins Parkhaus will oder rauswill. Als Radfahrer hat man ja ne ganz gute Rundumsicht.

  10. Zu Bild 2 an der U-Bahn-Haltestelle:
    Die erste Ampel (Stadtauswärts gesehen) ist für den Radler nur Rot, wenn von der gegenüberliegenden Seite der Bus einfahren dürfte (Leider fahren hier auch extrem oft die Autos auf die Buswartespur). Die zweite Ampel regelt den Ausfahrverkehr für den Bus, sowie die Aus- und Einfahrt für das Park and Ride-Parkhaus. ich fahre die Strecke täglich mit dem Radl und finde die Lösung zwar nicht perfekt, jedoch auf keinen Fall als Schikane.; also bassd scho!
    Die Umbauten auf der stadteinwärtlichen Äußeren Bayreuther finde ich sehr gelungen, da ich nun endlich ohne ständig in Gefahr zu laufen, von morgendlichen Staurasern über den Haufen gefahren zu werden, auf einem breiten und gut gekennzeichneten Radlweg in die Stadt komme. Seitens Verkehrsplanungeamt wünschte ich mir allerdings noch (Das Leben ist kei Wunschkonzert😉, dass zumindest der stadteinwärts führende Gehweg von Höhe Überführung Gräfenbergbahn bis zur Kreuzung Ziegelsteinstrasse wenigstens als gemeinsam für Radlfahrer und Fußgänger nutzbarer Weg ausgewiesen werden würde. Das würde vielen Eltern mit Kindern (und auch mir) das B2-Hopping auf dieser Route ersparen.

  11. Da hast Du wirklich einiges angesprochen. Als langjähriger Nutzer bin ich echt ein großer Fan der Bayreuther Straßen. Hast Du eigentlich auch schon mal über die Kreuzung am Leipziger Platz (Fahrt entlang der Äußeren Bayreuther Richtung Norden, direkt am Acom-Hotel) geschrieben? Dort wird 5m vor der Ampel der Fahrradweg vom Bordstein hinab auf den Asphalt der Straße geführt.

    https://www.google.de/maps/@49.472565,11.10332,3a,75y,70.15h,66.51t/data=!3m4!1e1!3m2!1sVsumPmoZMzGRTaDYPkFxeQ!2e0

    Die Autofahrer sehen auf die Fußgängerampel und sind natürlich meist der Meinung, dass die auch für Fahrräder gilt. Nach meiner Auffassung ist das aber Quark, denn es ist von der Symbolik her nur eine für Fußgänger. Und ich fahre ja auf Höhe der Ampel auf der Kreuzung. Somit muss doch die „Auto-Ampel“ gelten, oder? Erschwert wird das ganze – da muss man die Autofahrer in Schutz nehmen – dadurch, dass auf der anderen Seite der Kreuzung der Radweg wiederum Hochbord verläuft.

    Achja, ein richtiges Problem ist alles erst dadurch, dass die Fußgängerampel einige Sekunden früher als die „Auto-Ampel“ rot wird.

    Toller Blog übrigens!

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