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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Fietsen in Holland

9 Kommentare

Aktuelle Eindrücke aus Holland

Zeelandbrug (5,2 km Brücke über Oosterschelde). Natürlich mit eigenem Radweg.

Urlaub in Zeeland: Mitten auf der Zeelandbrug (5,2 km Brücke über Oosterschelde). Natürlich mit eigenem Radweg.

Im Urlaub in den Niederlanden habe ich mich, wie immer, nach dem Radverkehr umgesehen. Was war neu? Nun ja, vor allem die enorme Anzahl Pedelecs, die mittlerweile auf der Straße zu sehen ist. Manchmal meinte ich, dass 30-40% der Räder ein Pedelec ist. Und das auch für den ganz normalen Einkauf beim Supermarkt oder für den Weg zur Arbeit. Hierzulande habe ich immer noch den Eindruck, dass die Pedelecs eher für den Ausflug am Wochenende genutzt werden und weniger im Alltag, obwohl auch hier eine Veränderung spürbar wird.

Pedelec-Pärchen auf der Stormvloedkering über Oosterschelde.

Pedelec-Pärchen auf der Stormvloedkering über Oosterschelde.

Übrigens fahren die Pedelecs nicht „am Anschlag“ mit 25 km/h. Nein, sie schwimmen im normalen Radverkehr mit, also etwa mit 15-20 km/h. Deswegen fallen sie gar nicht so sehr auf.

Was aber interessanterweise auffällt, sind deutsche Touristen. Sie sind fast die einzigen, die mit Fahrradhelm fahren (die Einheimischen machen das nur manchmal, wenn sie auf einem Rennrad sportlich unterwegs sind). Außerdem haben sie oftmals Ortlieb-Taschen (oder ein MTB) und verkleiden sich oft vom Helm bis Fuß in Lycra. Damit unterscheiden sie sich gewaltig von den Flachländern, die sich einfach so in ihren normalen Klamotten auf ihr Hollandrad mit fest montierten Seitentaschen schwingen.

Innenstadt von Zierikzee. Suche den deutschen Touristen!

Innenstadt von Zierikzee. Suche den deutschen Touristen!

Außerdem stark im Kommen: Räder mit Gepäckträger vorne (siehe Bild unten). Hauptsache praktisch, mit Transportmöglichkeit für Einkäufe, Tasche oder Schulranzen. Es geht überhaupt nicht um Geschwindigkeit. Mountainbikes, Fixies, Trekkingbikes, überhaupt Kettenschaltungen, sieht man nur sehr selten. Die 3-bis-7-Gang-Nabenschaltung ist quasi-standard.

Gazelle HeavydutyNL (Bildquelle: www.gazelle.nl)

Gazelle HeavydutyNL (Bildquelle: http://www.gazelle.nl)

Demnächst:

Warum es mit dem Radverkehr in Holland so viel besser klappt als in Deutschland.

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

9 thoughts on “Fietsen in Holland

  1. na wenn man kaum Hügel, geschweige den Berge hat, dann kann man locker mit Nabenschaltung fahren. Ich ärger mich mind. 1x jährlich über meine 7-Gang-Sachs-Nabenschaltung am Bergamont. Nie wieder diese Schaltung! Bin froh über meine Kettenschaltungen.
    Schon amüsant, dass die dt. Touristen mit den Funktionsklamotten + Fahrradhelm so auffallen bei unseren Nachbarn😉 soll auch Deutsche geben, die in ihren ’normalen‘ Klamotten Rad fahren😀

  2. Schöne Infrastruktur – und wie breit der Radweg ist sieht man eigentlich erst weiter in der Ferne, wo das praktische Auto nebendran zum Abschätzen steht (oder fährt).

    Kommt es mir nur so vor oder schwingt (aber, leider, etc.) hier ein gewisser Grundtenor von „Fahrrad fahren soll bei 15-20km/h stattfinden“ mit? Das fände ich ein wenig schade – klar ist das eine schöne Geschwindigkeit, wenn ich mit normalen Klamotten im Alltag als Alltagsverkehr unterwegs bin. Wenn aber eine Dusche am Arbeitsplatz existiert ist doch zügiges Radeln (in leuchtendem Spandex, mit Helm und auf dem Rennrad) gleichermaßen zulässig. Und kombiniert dann noch „Sport“ mit „verschwendeter Pendelzeit“.

    • Nein, ich möchte niemanden vorschreiben, wie schnell sie/er fahren soll. Ich habe aber selbst schon gemerkt, dass wenn man in NL deutlich schneller als der Durchschnitt fährt, es schon darauf ankommt Rücksicht zu nehmen. Sonst gibt es potenziell Ärger mit den anderen Radfahrern. Die meisten Rennradfahrer sind in NL am Abend oder am Sonntag früh unterwegs. In Deutschland haben es die Radfahrer grundsätzlich immer eiliger. In USA habe ich mal gelesen, soll es noch krasser sein.

  3. Ach ja, immer diese Fotos wo man so richtig neidisch werden kann…
    Das sollten mal unsere Stadträte und Stadtplaner zu Gesicht bekommen, was möglich ist, wenn man nur will.

    Da fällt mir ein: Wir haben mal einen kleinen Ausflug ins flache Umland von Nürnberg gewagt. Biberttalradweg (jetzt in beinah Radschnellwegequalität!) hin und zurück. Wenn ich mich richtig erinnere fuhr der Holländer auf einem Rennrad mit 10-fach Schaltung und in Lycra, während der Franke mit einem Singlespeeder in Alltagsklamotten unterwegs war😉

    Wie sieht es mit der Diebstahlgefahr von Pedelecs in NL aus? Denke dass aus diesem Grund viele Nürnberger nur ungern ihr hochwertiges Rad in der Öffentlichkeit abstellen wollen und somit im Alltag nutzen.

  4. Ich habe 5 Jahre in Holland gearbeitet, in mehreren Städten und Landesteilen. U.A. in Friesland, wo das mit dem Wind schon stimmt. Aber dafür gibt’s Windsurfbretter und Drachen! Mich fasziniert in den Großstädten immer wieder wie viel (offensichtlich durch Outfit) Büro – Angestellte mit dem Fiets unterwegs sind. Wobei Dushen an den Arbeitsplätzen ebenfalls häufiger sind als in Deutschland.

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