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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Blechlawinen-Wahnsinn bei Möbelhaus-Eröffnung

10 Kommentare

Autos, so weit das Auge reicht

Autos, so weit das Auge reicht

Es war in den letzten Tagen auf den Plakatwänden und in der Presse nicht mehr zu ignorieren: In der Nähe meines Wohnorts auf der Grenze zwischen Fürth und Nürnberg haben heute ein Möbel-Koloss und ein Teppich-Gigant ihre riesigen Bauten für das Publikum geöffnet. Der Frankenschnellweg A73 hat dafür eigens eine Autobahnausfahrt bekommen (manche streiten immer noch ab, dass es sich beim Frankenschnellweg um eine Autobahn handelt, aber das ist eine andere teure Geschichte). Das Möbelhaus hat die Ausfahrt wenigstens selbst bezahlt.

Ich bin vorhin mal kurz aufs Rad gesprungen um den Wahnsinn (von außen) anzuschauen, nachdem schon Staus an der neuen Autobahnausfahrt Fürth-Steinach gemeldet wurden.

Ortsverbindungsstraße Nürnberg-Großgründlach / Fürth-Herboldshof

Parkende Autos auf der Ortsverbindungsstraße Nürnberg-Großgründlach / Fürth-Herboldshof

Die ehemals beschauliche Ortsverbindung zwischen Nürnberg-Großgründlach und Fürth-Herboldshof wurde zuerst vom schweren Bauverkehr ramponiert. Jetzt hat die Welt diese Straße entdeckt: Mehrere Hundert Meter vor dem Einkaufs-Paradies standen die Autos schon (teilweise an beiden Seiten) auf der Straße geparkt. Ich habe mich mit dem Rad flott zwischen den schleichenden Autos durchgekämpft. Überall standen Autos auf den Straßen, es war gar nicht mehr auszumachen ob sie da parkten oder noch „am Fahren“ waren.

Neue Autobahnausfahrt Fürth-Steinach verstopft

Neue Autobahnausfahrt Fürth-Steinach verstopft

Ich habe nicht gesehen wie lange der Stau auf der A73 war, aber die Schlange, die runter kam versprach nichts gutes. Polizisten und Sicherheitsleute regelten den Verkehr. Die riesigen Parkplätze (wie war das noch mal mit der Flächenversiegelung?) waren überfüllt. Kein Wunder: Das ganze Einkaufs-Areal ist 100% auf Autoverkehr ausgelegt. Keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und keine Fuß- und Radwege führen dahin. Erstaunlich, dass so etwas heutzutage überhaupt  erlaubt ist. Gewerbesteuer sei Dank ist offensichtlich vieles möglich!

Schlaue Leute sind trotz allem mit dem Rad gekommen

Schlaue Leute sind trotz allem mit dem Rad gekommen

Vor dem Möbelhaus stehen tatsächlich Fahrradständer, aber welche? Natürlich die schlimmsten (aber billigsten) Felgenbrecher. Was soll ich dazu noch sagen? Ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Millionen hat das ganze Projekt gekostet und für anständige Fahrradständer fehlt es dann… Beim Teppichhaus war es noch mickeriger. Trotz fehlender Fahrrad-Infrastruktur auf den Zufahrtswegen waren doch relativ viele Besucher mit dem Rad gekommen.

Vielleicht siegt doch irgendwann die Vernunft? Die Stadt Fürth hat bisher keine Notwendigkeit gesehen, Radwege anzulegen. Weil die ehemals ruhige Sträßchen nicht mehr sind was sie mal waren, sollten die Fürther das noch mal überlegen. Zumal die S-Bahn-Station Fürth-Vach von Nürnberger Seite nur über diese Straßen erreicht werden kann. Warten wir mal ab…

Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

10 thoughts on “Blechlawinen-Wahnsinn bei Möbelhaus-Eröffnung

  1. Dass ein Möbelhaus und Teppichhandel an einer Autobahn liegen ist eigentlich gar nicht schlecht, da man dort sperrige, schwere Güter kauft, die am besten mit dem Auto/Transporter transportiert werden.
    Blöd, dass die Gebäude eine riesige landwirtschaftliche Fläche aufgefressen haben, die sonst eine Großstadt in unmittelbarer Nähe versorgt hat.
    Traurig, dass die Menschen unmittelbar nach den Feiertagen an diesem sonnigen Tag durch einen Verkaufstempel pilgern und sich vom Kapitalismus leiten lassen wie die Lemminge. Sorry, vielleicht zu viel „Matrix“ gesehen…

    • Nicht alle kaufen etwas um sofort mitzunehmen, weil es z.B. bestellt und/oder geliefert wird. Trotzdem kommen sie alle mit dem Auto daher, weil es im Grunde genommen keine Alternativen gibt.

      • Gebe Dir schon recht dass das eine durchaus fragwürdige Vorgehensweise ist, derartige Geschäfte auf der grünen Wiese zu errichten, ohne wirkliche Erreichbarkeit mit Öffis oder Rad…aber oftmals fehlen einfach Flächen im urbanen Raum bzw. wird „es einfach so gemacht weil es immer schon so war“ (was die schlechteste aber gleichzeitig häufigste aller Erklärungen bei uns in Wien darstellt…)

    • Du hast völlig Recht! Haben, haben, haben: darum geht’s!😦

  2. Ich meinte den Stahlbiker. Bernhard stimme ich aber auch zu.

  3. Kleine Ergänzung: „Keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln“ ist nicht ganz richtig: Zum letzten Fahrplanwechsel wurde die Linie 178 verlängert. Die Endhaltestelle ‚Am Mühlweg‘ ist unmittelbar am Gelände von Möbel Höffner gelegen. Allerdings wird sie nur zu den klassischen Pendlerzeiten (morgens zwischen 6:00 und 9:00 Uhr und spätnachmittags/abends zwischen 18:00 und 20:00 Uhr) bedient.

    • Ich hatte die Bushaltestelle gesehen, aber die Haltestelle war noch nicht in Betrieb. Die Verbindung nur auf diese Uhrzeiten zu beschränken ist wohl auch blöd.

      • Natürlich ist das mit dem mangelnden öffentlichen Verkehr Mist, aber Höffner geht wohl davon aus, dass Möbel nicht mit dem Bus gekauft werden… Kann man nachvollziehen, muss man nicht… (Vor zehn Jahren habe ich selber noch – damals ohne Auto – bei IKEA und in Stein – ich weiß nicht mehr wie der Laden heißt – mit dem Bus eingekauft…)

      • Nicht jeder, der Möbel kauft, will oder kann sie sofort mitnehmen. Kaufe mal ein Sofa, ein Schlafzimmer oder eine Küche: Die Sachen werden bestellt und 6 Wochen später geliefert. Dafür brauche ich kein Auto.
        Der Laden in Stein hieß: Möbel Krüger😉

      • Im Nachhinein ist mir auch eingefallen, dass der Bus zu den angegebenen Zeiten eher für die Mitarbeiter gedacht sein könnte…
        … Und ich meinte nicht den Krüger, sondern HinUndMit😉
        (Da habe ich sogar einen Tisch im Bus und U-Bahn transportiert… Abenteuerlich!!!)

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