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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Gegen die Einbahnstraße

13 Kommentare

In Nürnberg gibt es viele Einbahnstraßen, in der es glücklicherweise erlaubt ist, als Radfahrer gegen die Hauptfahrtrichtung zu fahren. Klar, es könnten immer noch mehr sein (z.B. die Fahrradstraße !).

3 Meter Radstreifen gegen die Hauptfahrtrichtung

4 Meter Radstreifen gegen die Hauptfahrtrichtung

Ein großer Mangel bei diesen Straßen in Nürnberg, ist die fehlende Markierung. Nur die ersten 4 Meter der Gegenfahrtrichtung sind mit einem Radstreifen markiert. Ansonsten weist in der ganzen Straße NICHTS darauf hin, dass (aus Perspektive des Autofahrers) der entgegenkommende Radfahrer legal unterwegs ist bzw. dass ein Radfahrer entgegenkommen kann. Das Verkehrsschild an der entgegengesetzten Seite des obigen Straßenabschnitts wird von vielen Autofahrern mit Sicherheit nicht wahrgenommen. Und wer sein Auto in der Mitte der Staße geparkt hat oder wer in der Straße aus einer Grundstücksausfahrt rausfährt, der hat das sowieso vergessen und ist 100%-ig überrascht, wenn plötzlich aus der anderen Richtung ein Fahrrad kommt.

Ich wünsche mir sehr bald, dass die Stadt Nürnberg in allen Einbahnstraßen, in denen das Radfahren gegen die Hauptfahrtrichtung erlaubt ist, eine Markierung in der ganzen Straße anbringt. Nur dann ist es für alle Verkehrsteilnehmer klar, dass der Radfahrer hier einen legalen Platz hat!

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Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

13 Kommentare zu “Gegen die Einbahnstraße

  1. Die Pinselei auf dem Foto kann eigentlich nur an Radfahrer adressiert sein. Andere müssen sich eben darauf einstellen, dass in einspurigen Einbahnstraßen Radfahrer entgegen kommen können. Markierte man einige der freigegebenen Straßen, so würden Verkehrsteilnehmer erst recht annehmen, dass nur markierte Straßen freigegeben sein können und halten an anderen Stellen auf uns drauf.

    Vor paar Monaten hat mir einer hier: http://goo.gl/maps/EuRcZ die Vorfahrt genommen (freigegebene Einbahnstraße mit Radstreifen, er kam aus ostwärts der Blumenstraße) und wollte ums Verrecken nicht einsehen, dass ich da fahren durfte. Ich glaube, der Streifen ist sogar rot angemalt an der Stelle, nützt alles nichts.

  2. Vollkommen ausreichend…
    Warum einen zu schmalen Radstreifen („Mehrzwangstreifen“, „Todesstreifen“, „Micki-Maus-Streifen“, „Alibi-Maßnahme“ etc.) auf der Strecke markieren, der einem in gefährliche Nähe zu aufgehenden Autotüren bringt???

    • Warum? Damit mir das entgegenkommende Auto den Platz gibt, den ich brauche und nicht meint, mich von der Straße drängen zu müssen. Und die Sache mit den Autotüren relativiert sich dadruch, dass der Radfahrer für die rechtsseitig geparkten Autos nicht von hinten, sondern von vorne kommt und deswegen eine sehr gute Chance hat gesehen zu werden. Übrigens könnte man durchaus darüber diskutieren, wie die Markierung aussehen sollte. Eine durchgezogene Linie würde ich nicht befürworten.

      • Überschätze deine Chancen mal nicht zu sehr. Linksparker haben beim Ausparken eine besonders schlechte Sicht nach Vorne, siehe z.B. hier: http://youtu.be/-zeQ1oG47bA

      • Ich habe mich eher auf das Dooring bezogen und beim Ausparken wird es wohl kaum einen Unterschied geben ob man von vorne oder von hinten kommt. Der Radfahrer wird eh schlecht wahrgenommen, vor allem bei Dunkelheit.

      • Bezogen auf Dooring halte ich deine Aussage für korrekt. Wie gesagt halte ich solche Markierungen wie in der Königstraße für eher schädlich. Es muss einfach der Normalfall sein, dass eine Einbahnstraße in einem Wohngebiet (oder in einem 30er Bereich) für schmale Fahrzeuge freigegeben ist.

  3. Die 600 Meter lange Einbahnstraße „Am Stadtpark“ wurde vor gut einem halben Jahr für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung freigegen (vor ein paar Wochen auch das letzte Stück von Friedenstr. ab südlich), es finden sich keinerlei Markierungen auf der Fahrbahn. Die Verkehrszeichen mit dem Radfahrersymbol und Pfeilen in beiden Richtungen fallen kaum auf.

    Früher gab es entlang der Straße einen benutzungspflichtigen Radweg in beiden Richtungen, bei der Kreuzung Virchovstraße fehlen aber nunmehr die entsprechenden Schilder, die die Benutzung des linksseitigen Radweges (in Richtung Süden) erlauben würden.

    Markierungen auf dem Radweg täuschen jedoch die Benutzungsmöglichkeit vor! Die Mehrzahl der Radfahrer nimmt so den ehemaligen Radweg, statt auf der freigegebenen Fahrbahn zu fahren.

    Die Stadt hat dies so gemacht, um rechtlich aus dem Schneider zu sein:

    – für einen Zweirichtungsradweg ist der Radweg unzulässig schmal

    – daher wurde das seit der letzten STVO-Novelle erlaubte alleinige Zusatzschild „Radfahrer frei“ (zur Freigabe linksseitiger Radwege) in südlicher Richtung nur hinter der Querung zum Nordring, aber nicht an der Kreuzung Virchovstr./Am Stadtpark aufgestellt

    – wird der ehemalige Radweg in südlicher Richtung trotzdem benutzt und es kommt zu einem Unfall, ist immer der Radfahrer schuld: die Stadt hat das Radfahren nicht erlaubt

    – hätte sie ihn linksseitig rechtlich verbindlich freigegeben und es wäre zu einem Unfall gekommen, bekäme die Stadt evtl. eine Mithaftung wegen der zu geringen Wegbreite

    – so setzt man die Radfahrer, die das Risiko nicht eingehen wollen, lieber den „Benzin-Wütigen“ aus, die belehrend dicht und mit Lichthupe einem entgegenrasen

    • Irrtum! Die Benutzungsmöglichkeit wird nicht nur vorgetäuscht, sie besteht tatsächlich. Das soll ein Zweirichtungsradweg ohne Benutzungspflicht sein und ist es auch. Bei genauem Messen würde die Breite auch für einen Zweirichtungrsradweg reichen, das rechtliche Problem ist nur die Tempo-30-Zone. Das Verhalten der Mehrheit der Radler zeigt, dass sie diesen Radweg auch behalten wollen. Dass andere auf der Straße fahren wollen, dürfte ihnen aber egal sein, womöglich gefällt es manchen sogar, weil dann weniger Gedrängel auf dem Radweg ist. Diese Mehrheit erwartet sicher auch (und zu Recht), dass die Stadt diesen Radweg bald saniert und nicht weiter verkommen lässt, weil sich die Radler/innen jetzt durch die enge Straße drängeln dürfen.

      • Laut STVO darf man nur beschilderte linksseitige Radwege benutzen. Das Schild wurd entfernt, daher besteht Benutzungsverbot.

  4. Ich habe gehört, hier in Köln sollen demnächst nur noch die Einbahnstraßen markiert werden, die ausdrücklich _nicht_ für Radfahrer erlaubt sind. Alle anderen sind dann von vornherein frei…

  5. Kleiner Nachtrag noch 🙂

    Meine Strategie: Macht auf euch aufmerksam durch gute Beleuchtung und helle Kleidung und strahlt das Selbstverständnis aus die Strasse ebenso als Radfahrer benutzen zu dürfen. Wenn es der Platz erlaubt, fahre ich auch lieber mittiger auf der Fahrbahn, um besser gesehen zu werden, und mache sonst den (ja bestimmt überwiegend netten Menschen in) Autos rechtzeitig Platz. Das Ziel ist ja ein friedliches Miteinander. Es ist nicht immer einfach, aber das Bewusstsein ändert sich langsam, finde ich.

    Also, gute Fahrt weiterhin! 😉

  6. Wenn auf der ganzen Straßenlänge markiert würde, dürfte ich nur noch jenseits des Strichs fahren – furchtbar. Und jeder Autofahrer könnte darauf herumreiten, dass der Platz für bestimmte Kfz zu schmal ist! Nee, auf diesen Einbahnstraßen geht es um flexibles Verhalten. Seit ca. 25 Jahren gibt es solche freigegebenen Einbahnstraßen in Deutschland ohne große Probleme. Diese Lösung sollten wir nicht in Frage stellen. Es geht darum, dass die Autofahrer sich daran gewöhnen, einfach in jeder Einbahnstraße mit entgegenkommenden Radlern zu rechnen, wenn sie nicht in der Lage sind, den Schildern ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

    • Ich möchte auch keinen durchgezogenen sondern einen unterbrochenen Strich haben. Aber noch besser wäre es natürlich, wenn es in jeder Einbahnstraße üblich wäre, dass Radfahrer in beiden Richtungen fahren dürfen. Dann wäre es schnell routine für jeden, der in diesen Straßen unterwegs ist.

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