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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Radfahrerin heute tödlich verunglückt

14 Kommentare

Trotz Zunahme des Radverkehrs in Nürnberg, gab es dieses Jahr weniger Unfälle mit Radbeteiligung und tödliche Unfälle gab es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Leider hat sich das heute Vormittag geändert als eine Radfahrerin von einem LKW beim Abbiegen übersehen wurde. Ein sehr schlimmer Unfall, an dem die Radfahrerin offenbar keine Schuld hatte.

Ich habe keine Worte für das was da passiert ist, es beschäftigt mich sehr, weil ich die Stelle schon oft passiert habe. Die Stelle ist nicht besonders gefährlich. Die Tatsache, dass da trotzdem so ein schlimmer Unfall passieren konnte ist eine Warnung an alle, immer auf der Hut zu sein.

Arme Frau.

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Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

14 Kommentare zu “Radfahrerin heute tödlich verunglückt

  1. Ein typischer Radwegeunfall, wie er in Deutschland Jahr für Jahr mit diesem Ausgang dutzendmal passiert (in Berlin oder München etwa 3-mal pro Jahr). Ohne den Radfahrstreifen würde nur ein lebensmüder Radfahrer auf die Idee kommen, auf der rechten Seite eines nach Rechts abbiegenden LKW vorbei fahren zu wollen. Mit dem Radfahrstreifen ist es geradezu natürlich. Typische Opfer sind übrigens Frauen und Senioren.

    Wer so etwas als sicher oder meinetwegen „nicht besonders gefährlich“ verkauft, muss sich IMHO eine Mitschuld am Tode von unbedarften Radfahrern anrechnen lassen. Sind das die Opfer, die auf dem Altar des heiligen Radverkehrsanteils gebracht werden?

    • Hallo Rico,
      als besonders gefährlich sehe ich Situationen wie z.B. an der Maximilianstraße oder Frankenstraße wo einem in Sekundentakt die Autos in Centimeter-Abstand überholen. Deine Behauptung, dass ich durch meine Beschreibung „nicht besonders gefährlich“ eine Mitschuld am Tode dieser Frau habe ist völlig absurd und nur polemischer Art. Es gibt Statistiken im Verkehrsplanungsamt über die Anzahl und Art der Radfahrerunfälle in Nürnberg. Ein Unfallschwerpunkt ist da z.B. der Rathenauplatz, aber nicht die besagte Kreuzung, wo dieser Unfall stattfand.

      • Wer sich nicht rechts in den Rinnstein drückt, sondern deutlich die Spur für sich beansprucht, wird auch nicht im Zentimeterabstand überholt, sondern in der nächsten Spur. Unfälle im Längsverkehr sind bei Radfahrern die absolute Ausnahme, das kann man den Berichten zu Zweiradunfällen des Bundesamts für Statistik entnehmen.

        Der Unfall zeigt, dass selbst besser angelegte Radstreifen spezifische Gefahren erzeugen. Und der erwähnte Rathenauplatz zeichnet sich ja insbesondere durch das Vorhandensein schmaler Gehsteigradwege aus.

        Presse, Polizei, ADFC und Stadt Nürnberg sollten mal zu einer ehrlichen Sprache finden, was Radwege angeht. Diese machen das Radfahren eben nicht sicherer, sondern höchstens attraktiver, und dann erst sicherer, wenn sie anständig angelegt sind und daher so viele zusätzliche Radfahrer anziehen, dass der Safety-in-numbers-Effekt greift. Kann man ja in den Niederlanden sehen.
        Ricos Vorwurf ist in der Tat absurd.

      • Servus Quirinus,

        Die Maximilianstraße bin ich bestimmt schon 20-mal gefahren und kann mich nicht an ein einziges enges Überholen erinnern. Jedenfalls außerhalb von heftigsten Stoßzeiten ist es relativ entspanntes Fahren, ohne Spaziergänger, Hunde, Kinder, Geisterradler und Radwegezuparker. Ich hoffe, ich erzähle nichts neues, wenn ich sage, dass der Überholabstand positiv korrelierend ist zu dem Abstand zur rechten Fahrbahnbegrenzung, den ja der Radfahrer für sich selber wählt.

        „Nicht besonders gefährlich“ ist doch genau der Punkt! Wenn jemand das zu einem normalen „Radler“ sagt, dann denkt sich dieser „passt, kann ich ohne Sorgen benutzen“. Falsch, denn so kommt er unter die Räder.
        Was müsste man dem Radler ehrlicherweise sagen? „Schau, jede Kreuzung wird dank diesem Radweg/Radstreifen/Schutzstreifen ein ganzes Stück gefährlicher. Du glaubst, das wäre _deine_ Verkehrsfläche, aber das ist sie nicht. Du bist für Rechtsabbieger schlechter zu sehen und wenn du nicht aufpasst, dann bringen sie dich um. Ja, wir führen dich über Kreuzungen in dem Bereich, wo Fahrzeugführer die schlechteste Sicht auf Dich haben. Und fährst Du bei Grün, so wird es Dir nichts nützen, denn die Rechtsabbieger haben ebenfalls Grün. Und die Polizei wird kontrollieren, dass Ihr auch wirklich auf diesen Radwegen fahrt und sie werden Euch erzählen, dass Ihr nur bei Grün sicher fahrt. Ach übrigens, dass es für Dich so gefährlicher ist, wissen wir schon seit den 80er Jahren. Die Baurichtlinien lassen es aber zu oder schreiben es eventuell sogar vor. Wir glauben auch fest daran, dass die Sicherheitslage für Euch irgendwann besser wird und Kraftfahrer nicht mehr so viele Radfahrer umbringen werden, jedenfalls gemessen am Radverkehrsaufkommen. Viel Erfolg und noch eine angenehme Fahrt!“
        Da denkt sich der Radler, er wäre in einem Irrenhaus, und da wäre er nicht ganz im Unrecht. Und fährt er doch über eine solche Kreuzung, so wird er höllisch aufpassen, vor allem wenn LKWs oder Busse rechts abbiegen wollen. Denn die oberen Worte gehen nicht mehr spurlos an ihm vorbei.

        Ich habe die Unfallstatistiken für Erlangen gelesen, Unfallschwerpunkte sind typischerweise Kreuzungen mit Radwegen, wo die sorglosen Radfahrer lang fahren, ohne Bewusstsein für die Gefahren des Geisterradelns (Unfallursache Nr. 1) oder Vomabbiegerübersehenwerdens (Unfallursache Nr. 2, IIRC).

        Ja, ich polemisiere manchmal, aber das ist wie mit dem „overshifting“ bei friction shifters (die alten Dinger am Unterrohr). Um den Gang richtig ‚reinzubekommen, muss man erst einmal einen Tick überspannen, sonst rasselt es nur und macht nicht „Klick“.

  2. Hallo,

    ein Unfall genau gleicher Art, nur meines Wissens für den Radfahrer nicht tödlich, hat sich vor wenigen Monaten auch an der Kreuzung Ostendstraße/Norikerstraße am Norikus stadteinwärts ereignet, damals mit schwerem Baulastfahrzeug.
    Der Konflikt mit abbiegenden LKW ist wirklich ein ganz alltägliches Übel für Radfahrer. Mir laufen bei diesen Meldungen jedesmal kalte Schauer über den Rücken. Wer täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit pendelt kann ja mindestens einmal wöchentlich von einer mehr oder weniger lebensgefährlichen Begegnung im Straßenverkehr berichten – aber meistens geht es zum Glück gut, wenn man selbst aufmerksam genug bleibt. Meistens!

    Gute Fahrt weiterhin!

  3. Das war ein Sattelschlepper für Schwerlasttransporte, vor allem Yachten. Ich möchte nicht wissen, wieviel PS der hat und wie schnell er ohne Last gefahren sein könnte. Mir ist jedenfalls schon oft aufgefallen, dass diese Schlepper sehr schnell unterwegs sind, wenn sie mal nichts ziehen müssen. Die NN hat die Bilder mittlerweile gepixelt, den Film aber noch nicht.
    Alle Kommentare, die in die Richtung gehen, die Radfahrerin muss auch immer das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer mit berücksichtigen, finde ich echt perfide. Wenn sie nämlich, nur mal so als Annahme, ganz normal die Straße runtergefahren ist und der Sattelschlepper war nicht vor ihr, was hätte sie machen sollen? Sich ständig umschauen, ob hinter ihr demnächst ein LKW kommt? Unrealistisch, zumal man sich dann nicht darauf konzentrieren kann, genügend Abstand zu den rechts parkenden Autos zu halten.
    Ich glaube, kein Radfahrer legt sich mit so einem LKW an oder will ihm mal zeigen, wer hier Vorfahrt hat. (Außer er ist so blöd wie ich heute und legt sich mit einem entgegenkommenden Bus in einer Seitenstraße an, der wegen des parkenden Autos auf seiner Fahrbahnseite eigentlich mir hätte Vorfahrt gewähren müssen.)
    Ich glaube eher, der Fahrer hat sie komplett übersehen und ist einfach abgebogen oder er war gerade an ihr vorbeigefahren und wusste nicht, auf welcher Höhe sie sich befand, als er abbog. Sehen tut der rechts von ihm garantiert gar nichts im direkten Moment des Abbiegens.

  4. Hallo,

    ich möchte mich einigen Vorrednern anschließen, dass die Schuldzuweisung an die Radfahrerin absolut fehl am Platz ist, selbst wenn sie noch in Höhe der Kreuzung an dem Sattelschlepper rechts vorbeigezogen sein sollte (was ich mir kaum vorstellen kann).

    Traurige Tatsache ist doch, dass durch die Art und Weise, wie hier (und nicht nur hier) ein Radweg über die Kreuzung gezogen wird, ein Konflikt mit dem Abbiegeverkehr vorprogrammiert ist. Dabei gibt es wahrlich noch eine Vielzahl schlechterer Radwegeführungen und gefährlicherer „Radwege“ in Nürnberg. Leider fehlt es an Tatkraft und Willen, das zu ändern.

    Konfrontiert man z.B. das Verkehrsplanungsamt mit einem unzumutbar angelegten und unzureichend beschilderten Radweg oder beanstandet bei SÖR eine unzulässige und gefährliche Baustellenverkehrsführung, wird man schnell mal ignoriert oder (bei beharrlichem Nachfragen) recht herablassend behandelt und abschlägig beschieden. Selbst wenn eine Beschilderung und Radwegeführung definitiv nicht mit der StVO und der Verwaltungsvorschrift zur StVO vereinbar ist, bemühen beide Stellen gerne (in nahezu identischem Wortlaut) die Ausrede, ein solcher „Radweg“ würde von „älteren und unsicheren Verkehrsteilnehmern“ bevorzugt, weil sie sich dort sicherer fühlten – und diesen Menschen wolle man etwas anbieten.
    Diese perfide Argumentation zeigt, dass Radverkehrsplanung immer noch geschieht, ohne die Hirne einzuschalten. Wenn nämlich „Radwege“ angelegt werden, die schon an den Mindestanforderungen der einschlägigen Vorschriften scheitern, dann werden den Aussagen von Verkehrsplanungsamt und SÖR zufolge gerade die Radfahrer auf unzulässige, weil unzureichende und unsichere Pfade gelenkt, die eines besonderen Schutzes bedürften. Anderswo nennt man so etwas „Fallen stellen“!

    Gruß

  5. @Bachti
    Stimme dir 100%ig zu, es fehlt an Tatkraft und vor allem Willen nach meinem Dafürhalten. Stattdessen setzt man auf Kampagnen wie „Nürnberg steigt auf“. Wobei ich die Kampagne nicht schlecht finde, aber sie ist m. E. unwichtig im Vergleich zur Verbesserung der überwiegend miesen Infrastruktur. Was nützen mehr Radler auf Leihrädern, wird dadurch die Infrastruktur besser??!“
    Ich bewundere übrigens immer den Mut oder die Ignoranz der Radler, die die „Radwege“ an den Ringen benutzen. Nach rechts vielleicht 30 cm zu parkenden Autos/Lieferwagen/Lkw, nach links der gleiche Abstand zu Autos und Schwerlastverkehr , die mit min. 50 kmh vorbeizischen, gern auch schneller. Aber die „Wege“ sind als benutzungspflichtig ausgeschildert, obwohl sie keinerlei geltenden Vorschriften genügen und eigentlich weggeklagt werden müssten.
    Was sagt der ADFC N dazu? Naja, diese Wege solle man lieber nicht benutzen. Vom ADFC würde ich mir beherzteres Engagement statt Schmusekurs wünschen.

    • Hallo Grünschnabel, mal kurz ein paar Worte zum ADFC in Nürnberg: Der ADFC ist ein ehrenamtlich geführter Verein, der selbst keine Radwege baut, sondern permanent mit dem Verkehrsplanungsamt in Nürnberg über die Ausgestaltung vieler Details im Straßenverkehr in Diskussion ist. Die Öffentlichkeit bekommt davon nur einen Bruchteil mit. Seit einem Jahr arbeite ich in meiner Freizeit mit und habe erkennen müssen, dass es keinen Sinn macht, permanent auf harte Konfrontation mit dem Verkehrsplanungsamt zu gehen. Im Gegenteil, die Vorschläge und Ideen aus dem Amt sind oftmals sehr gut, aber letztendlich werden die Entscheidungen im Verkehrsausschuss getroffen. Hier sitzen Politiker aus dem Stadtrat und da wird (sofern ich das beurteilen kann) ein Großteil der Radverkehrs-Vorschläge durch die Abgeordnete der CSU torpediert. Die Partei sieht sich vor allem als Sprachrohr der Autofahrer und geht damit auf Stimmenfang. Viele Vorhaben scheitern an der Finanzierung. Wenn man weiß, dass z.B. die Renovierung des Radwegs an der Münchener Straße oder die Umgstaltung der Maximilianstraße schon längst entschieden sind, aber dafür kein Geld freigemacht wird, dann schmerzt es einfach, wenn für den Frankenschnellweg einfach mal ca. 500 Millionen zur Verfügung gestellt werden. Da sind 1 Million im Jahr für den Radverkhr ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der ADFC hat sich dieses Jahr sehr darum bemüht, dass 2014 mehr Geld für den Radverkehr bereitgestellt wird. Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen.

      Andere Parteien wie z.B. die Grünen oder ÖDP setzen sich engagiert für den Radverkehr ein, haben aber nicht die Macht, Entscheidungen positiv zu beeinflüssen. Die SPD möchte eigentlich mehr für den Radverkehr tun, hat aber Angst damit die Autofahrer zu verschrecken und hält sich deswegen sehr bedeckt.

      Weitere Blockierer in der Stadtverwaltung sitzen z.B. im Bereich des Denkmalschutzes. Die Kollegen sind dafür verantwortlich, dass überall in der Stadt grobes Kopfsteinpflaster verlegt wird. Das sieht so schön mittelalterlich aus, ist aber beschissen zum Radfahren bis hin zu gefährlich. Auch hat der Denkmalschutz dafür gesorgt, dass die neuen Fahrradbügel in der Innenstadt eckig statt rund sind. In der Folge passen manche Schlösser nicht drumherum oder der Fahrradlack wird beschädigt. Einspruch durch den ADFC und das Verkehrsplanungsamt haben da nichts gebracht, die Bügel wurden gekauft und montiert.

      Das sind nur mal ein paar Beispiele, die zeigen, dass es alles nicht so eindimensional ist, wie man von außen denkt. Klar könnte der ADFC mehr Radau machen in der Öffentlichkeit, aber damit wächst bei vielen Stellen, womit man in der Zukunft zusammenarbeiten muss, nur Unmut.

      Die Aktion mit den Fotos von Falschparkern auf Radwegen ist für ADFC-Verhältnisse schon recht offensiv und hat auch einige Fahrradhasser auf den Plan gerufen.
      Wenn es dich interessiert, kannst du gerne mal zu einer Besprechung der AG Verkehr beim ADFC kommen. Unterstützung ist gerne gesehen, aber du wirst -genauso wie ich- festellen, dass die tollen Visionen und die Realität weit von einander entfernt sind.

      • Hallo Quirinus, dass der ADFC nicht mal eben Radwege baut, ist mir schon klar. Ebenso, dass Veränderungen vermutlich mühsam zu erreichen sind. Und ein Konfrontationskurs bringt wohl auch eher wenig, wenn man zusammenarbeiten muss, um überhaupt was zu erreichen. Ist halt wie im richtigen Leben. Aber du hast ja angedeutet, was hinter den Kulissen passiert und was die Beweggründe sind z. B. der CSU oder der SPD. Aber ich finde es z. B. absurd, dass Maßnahmen entschieden werden, aber dann das Geld nicht lockergemacht wird. Das eine geht ohne das andere nicht. Und es ist mehr als ärgerlich, dass für den Frankenschnellweg Geld da ist, aber für die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur wenig bis nichts da ist. Da konterkariert die Stadt doch ihr Lippenbekenntnis zur fahrradfreundlichen Kommune. Das ist es, was mich ärgert, die Fassade ist radfreundlich, aber wenn’s um konkrete Umsetzung geht, wird gekniffen. Aber dafür kann der ADFC nichts.
        Ich würdige auch durchaus das ehrenamtliche Engagement der ADFCler, die sich in ihrer Freizeit mühen, doch noch was voranzubringen. Die Aktion, Falschparker auf der Website zu dokumentiere, ging in die richtige Richtung. Fahrradfahrer werden dadurch massiv behindert und der ADFC als Lobby sollte darauf hinweisen, dass das eben kein Kavaliersdelikt ist, sondern etwas, wofür ein Bußgeld fällig ist, aber niemand kümmert sich. Z. B. hatte er ja im vorletzten Winter mit SÖR vereinbart, dass endlich mal die Radwege von Schnee geräumt werden und was passiert? Nix, genauso wenig Räumung wie immer. Und dann wird nach außen auf der Homepage kommuniziert, ja, hat dieses Jahr nicht geklappt, aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Den genauen Wortlaut hab ich jetzt natürlich nicht mehr im Kopf, aber so „schmusig“ hörte es sich für mich an. Ich wäre für mehr Klartext, man kann klar und deutlich nach außen für andere nachvollziehbar kommunizieren, dass man z. B. verärgert ist, dass die Abmachungen nicht eingehalten werden und dass man vehement darauf dringt, dass sie es eben doch werden. Letztendlich sind ein Großteil der Forderungen doch Selbstverständlichkeiten. Genauso könnte sich der ADFC dafür einsetzen, dass lebensgefährlich enge Radwege, die keiner Norm entsprechen, eben nicht mehr als benutzungspflichtig gekennzeichnet sind. Stattdessen sagen sie lapidar, die solle man besser nicht benutzen. (Das ist schon Jahre her, da war ich mal im ADFC-Büro, um was abzuholen.) Aber vielleicht liegt ja auch der Fokus der Mehrzahl der Mitglieder auf ganz anderen Themen, wie z. B. ein breites Angebot an Radtouren auszuarbeiten. Das ist ja sicher von Ortsverein zu Ortsverein auch unterschiedlich.
        Also nix für ungut, grundsätzlich finde ich den ADFC wichtig und richtig, bin ja selbst Mitglied. Ich würde mir nur manchmal mehr Biss wünschen. Vielleicht liegt es auch einfach an der Kommunikation nach außen.

      • Für mehr Biss braucht es mehr Leute, die „mitbeißen“. Im Moment sind es ca. 5 Leute, die in Ihrer Freizeit das Thema Verkehr beackern. Das ist für so eine große Stadt wie Nürnberg mit diesen Ressourcen nur schwer zu bewältigen.

  6. Weniger ist mehr!

    Wie Grünschnabel es schon geschrieben hat, wäre oft schon viel für den Radverkehr erreicht, wenn einfach mal ein paar blaue Schilder abmontiert würden. Ich werfe dem Verkehrsplanungsamt und dem ADFC nicht vor, dass es in Nürnberg zu wenige Radwege gäbe. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt viel zu viele Radwege, und insbesondere viel zu viele Schilder, die irgendwelche Streifen als benutzungspflichtigen Radweg ausweisen, obwohl das weder nötig noch sinnvoll ist.
    Ein paar Schilder wegzunehmen, die sowieso keiner Klage standhalten würden: das kostet weder viel Geld noch allzuviel Überzeugungsarbeit bei der Autolobby. Alle – auch der ADA(!)C – wollen doch den Schilderwald auslichten. Man muss sie nur bei ihren eigenen Argumenten nehmen.

    • Da kann ich dir zum Großteil Recht geben. Sofern ich informiert bin, wird bei vielen Radwegen die Benutzungspflicht wegfallen. Persönlich kann ich in sehr vielen Fällen auf einen Radweg verzichten, aber um die Massen zum Radfahren zu bewegen, sind Radwege nun mal unabdingbar. Sonst fahren die Halbherzigen zukünftig noch mehr auf dem Gehsteig herum. Und nur ein signifikant hoher Radverkehrsanteil ist die beste Voraussetzung, die Sicherheit für die Radfahrer zu erhöhen: Wenn es mehr gibt werden sie besser berücksichtigt.

      Wo ich mir oftmals Radstreifen wünsche, ist vor dem Haltestreifen an Ampeln, denn sonst stellen die PKW die rechte Spur komplett zu. Wobei wir wieder bei der Frage der Sicherheit bei abbiegenden Fahrzeugen sind. Übrigens ist der wesentliche Unterschied in Holland (viele separate Radwege), dass die Ampelschaltungen für Autos und Radfahrer entkoppelt sind. Das bedeutet in der Summe manchmal weniger Grünphasen für den Autoverkehr und das ist hier noch ein Tabu.

  7. Pingback: Ghost bike an Unfallstelle aufgestellt | nürnberg2rad

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