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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Fuchsloch: Radfahrer frei, aber nur halb…

8 Kommentare

Was bei jedem in Nürnberg als Fuchsloch bekannt ist, heißt offiziell Adolf-Braun-Straße. Unten im Tal läuft der vielbefahrene Pegnitztalradweg. Er verbindet Nürnberg und Fürth ampelfrei miteinander. Von den vielen Radfahrern, die hier täglich unterwegs sind, biegen einige in die Adolf-Braun-Straße Richtung Süden zur Fürther-Straße / Sigmundstraße ab. Was dann kommt ist nicht schön: Der Weg ist sehr schmal und voller Autos. An der rechten Seite liegt die Kläranlage, die bei ungünstiger Witterung einen üblen Geruch abgibt. Und dann muss man mit dem Rad noch den steilen Hang hinauf.

Fuchsloch: Gehweg für Radfahrer frei (vor der Kläranlage)

Fuchsloch: Gehweg für Radfahrer frei (vor der Kläranlage)

Zum Glück darf man hier auf dem Gehweg fahren. Ansonsten nicht empfehlenswert, aber hier ist es mangels Alternativen angebracht. Die Bordsteinkante ist hier abgesenkt, ganz normal eigentlich…bis man oben ankommt.

Keine Bordsteinabsenkung. SÖR hält das für nicht erforderlich

Keine Bordsteinabsenkung. SÖR hält das für nicht erforderlich

Oben fehlt eine Bordsteinabsenkung. Also bleibt nur ein „über die Kante hüpfen„. Warum geht das nicht besser? Ist das eine „Fahrradfreundliche Stadt“?

Also habe ich bei SÖR (Service Öffentlicher Raum) eine online-Meldung platziert und um die Absenkung der Bordsteinkante gebeten. Auf die vielen Radfahrer und die Stürzgefahr beim Runterhüpfen habe ich natürlich hingewiesen.

Der Anruf von SÖR kam einige Wochen später und war ernüchternd: Man wolle hier keine Absenkung vornehmen. Die Radfahrer sollen doch nicht direkt in den rollenden Verkehr gelenkt werden! Außerdem gibt es 10 Meter weiter um die Kurve einen Parkplatz mit Bordsteinabsenkung. Die soll man nutzen. Das werde der SÖR nicht noch eine anlegen. Außerdem hat sich noch nie jemanden darüber beschwert!

Ich war entsetzt, habe den Herrn erzählt, dass das alles komplett praxisfremd sei, was er da vorschlägt, aber er ließ sich nicht von seinem Standpunkt (= nichts tun) abbringen. Die genannte Absenkung an dem Parkplatz gibt es tatsächlich, aber wer will wohl einen Umweg über einen Parkplatz um wieder auf die Straße zu kommen? Außerdem ist die Ecke viel schlechter einsehbar und damit viel gefährlicher als eine Absenkung an einer Stelle links auf dem Foto.

Deswegen bitte ich jeden, der das hier liest und auch diese Stelle kennt: Schreibe eine Meldung an SÖR und bitte ebenfalls um eine Absenkung der Bordsteinkante an der Südseite der Adolf-Braun-Straße. Ich bin mir sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der davon genervt ist. Zur Meldung geht es –> hier

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Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

8 Kommentare zu “Fuchsloch: Radfahrer frei, aber nur halb…

  1. Ja, ich kenne die Stelle gut und komme dort recht oft vorbei. Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen. Mir geht es da genau so wie dir. Ich werde dem SÖR mal schreiben. Hoffe es finden sich viele Nachahmer.

    Übrigens: Wenn ich von der Bordsteinkante „hüpfe“, fädele ich mich selbstverständlich in den fließenden Verkehr ein. Zumal es dort wieder eben wird und ich wieder auf meine normale Geschwindigkeit komme. Zum andern ist dort eh nur 30 erlaubt, sodass ich dafür sorge, dass sich der Autoverkehr an die Geschwindigkeit hält.
    Wenn jemandem 30 in der Stadt zu langsam ist, dann soll er doch Rad fahren. Ich mach es ja auch 😉

  2. Mücke 》》 Elephant
    Hatte noch keine Probleme mit KFZ an dieser Stelle. Die wenigsten davon sind so langsam, dass sie Radfahrer stören könnten. Ich kann die Argumentation des SÖR nachvollziehen, die sollten IMHO lieber erst einmal die kaputten Radwege reparieren.

    • Hallo Rico, ich fahre jetzt auch auf der Straße und habe damit kein Problem. Du darfst aber nicht immer nur von dir selbst ausgehen. Es sind viele Radfahrer unterwegs, die sich nicht so sicher im Verkehr bewegen. Denke mal ein wenig für die mit!

      • Übrigens kannst du die SÖR-online-Meldung natürlich auch prima nutzen um auf kaputte Radwege hinzuweisen. Je mehr Leute das tun, je früher werden die aktiv.

      • Ich komme halt aus einem Land, wo es regulär keine abgesenkten Bordsteine gibt (und btw Autos noch wirklich stinken und Autofahrer wirklich aggro sind). Als Kind lernt man dort, diese Bordsteine rauf und runterzufahren. Da fällt es mir schwer, eine 15cm-Kante als Problem zu sehen.

      • Und ich komme aus einem Land (Niederlande), da würde man gar nicht auf die Idee kommen, einen Gehweg für Radfahrer frei zu geben, weil es gleich einen richtigen Radweg geben würde. Da sind die Vorkehrungen für die Radfahrer auch im Detail besser durchdacht und deswegen rege ich mich über solche halbfertige und halbherzige „Lösungen“ auf. Ich kann aber deine Einstellung dazu jetzt auch besser verstehen 🙂

  3. Hallo!
    Ich kann den Ärger über den nicht abgesenkten Bordstein gut nachvollziehen. Hier gilt aber zunächst ja nur ein Benutzungs_recht_ des Gehwegs und keine Benutzungspflicht für Radfahrer. Wenn Dir der Weg nicht passt (mir wäre er zum Radfahren auch viel zu schmal), kann ich nur raten, die Straße zu benutzen. Das ist Dein gutes Recht! Bei Tempo 30 kann sich eigentlich auch kein Autofahrer durch Dich behindert fühlen.
    Für eine Änderung an der Verkehrsanlage (Absenkung Bordstein etc.) ist SÖR meines Wissens auch nur als ausführende Kraft zuständig. Sofern es nicht um temporäre Einrichtungen wie Baustellen geht, fällt solcherlei in die Zuständigkeit des Verkehrsplanungsamtes der Stadt Nürnberg. Dort darfst Du allerdings auch nicht auf wesentlich mehr Entgegenkommen hoffen. Sachverstand ist auch dort nur in Maßen vorhanden. Und Geld für solche Maßnahmen gibt es in Nürnberg sowieso nicht. Ich hatte schon wegen ganz anderer, wirklich gefährlicher und benutzungspflichtiger Radwege Schriftwechsel mit der Verkehrsplanung, ohne dass die sich auch nur einen Millimeter bewegt hätten.

    • Das mit Tempo 30 ist richtig, nur dass man als Radfahrer in der Regel an der Steigung viel langsamer wird. Ich nutze die Straße, aber ich kenne viele Leute, die das nicht gerne machen. Fußgänger sind hier nicht all zu viele unterwegs. Wenn SÖR schon mal die Bordsteinkante an einer Seite abgesenkt hat, dann verstehe ich nach wie vor nicht warum die das am anderen Ende unterlassen. Meine Erfahrungen mit dem Verkehrsplanungsamt sind bisher auch nicht anders. Es werden dann Begründungen aufgeführt, die aus meiner Sicht praxisfremd sind.

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