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Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs

Ein unausgeglichenes Platzverhältnis

5 Kommentare

Ich bin ein Befürworter von separaten Fahrradwegen, vorausgesetzt diese sind gut und sicher gestaltet. Holland zeigt wie das geht. Anbei ein unglückliches Beispiel wie ich es diese Woche auf der Grenze Nürnberg/Fürth festgehalten habe.

25% Platz für Radfahrer, 75% für Fußgänger, die es hier kaum gibt

25% Platz für Radfahrer, 75% für Fußgänger, die es hier kaum gibt

Das Platzverhältnis stimmt überhaupt nicht mit der Nutzung überein. Hier fahren sehr viel mehr Räder als dass es Fußgänger gibt. Trotzdem ist der Radweg nicht breiter als ein Mountainbikelenker und der Gehsteig reicht für 3 Kinderwägen. Ich möchte es nicht übertreiben, aber 50%/50% wäre mindestens angemessen!

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Autor: Quirinus

Zweirad fahren in Nürnberg und Umgebung. Meistens mit dem Fahrrad. Meine Geschichten, Bilder und Meinungen dazu findest du unter https://nuernberg2rad.wordpress.com

5 Kommentare zu “Ein unausgeglichenes Platzverhältnis

  1. Dass Separation in NL funktioniert, liegt nicht primär an Radwegen, sondern an der Sozialisation. Außerdem haben die NL ein doppelt so hohes BIP/Fläche als die BRD, so dass sie sich den Spaß auch leisten können.

    Heute war auf dem Parkplatz neben deinem Radweg ein Markt und einige Besucher parkten natürlich im Halteverbot (Zeichen 297 Pfeilmarkierungen), so dass Radfahrer auf dem „Radweg“ beim Abbiegen leicht übersehen werden konnten. Prinzip Radweg und so.

    • Hi Rico, in Deutschland wird so viel Geld für sinnlose Projekte ausgegeben, da wäre auf jeden Fall mehr für die 2Räder drin.
      Meine Erfahrung ist, dass sich mehr menschen aufs Rad in die Stadt trauen, wenn es separate Radwege gibt. Wenn sich dadurch der Modal Split zugünsten vom Radverkehr entwickelt, dann kommt die Sozialisation automatisch. Irgendwie ist es so eine Art Henne-Ei-Problem. Wenn man die Leute aufs Rad bringen will, dann soll die Hemmschwelle (=Angst) gesenkt werden. Ich bin übrigens kein Befürworter einer Benutzungspflicht von innerstädtischen Radwegen.
      Meine Äußerungen hier im Blog sind meine Meinung, aber andere Meinungen gibt es natürlich ebenso und das ist auch gut so.

  2. Modal Split erhöhen auf Kosten der Sicherheit halte ich für Humbug. Wenn man Leute über die Gefahren der Radwege aufklärt (toter Winkel, unaufmerksame und ignorante Abbieger) und sie dann darauf trotzdem abfahren, dann machen sie es quasi auf eigenes Risiko. Das kann ich akzeptieren. Wenn jemand Angst vorm Fliegen hat und lieber im Auto stirbt, akzeptiere ich es kopfschüttelnd auch.

  3. Auch wenn ich persönlich auf Radwege in der Stadt gut verzichten könnte, so würde ich mir doch eine Radinfrastruktur nach niederländischen Vorbild wünschen, weil diese soviele Menschen aufs Fahrrad lockt, dass die Sicherheitsnachteile, die wohl selbst gute Radwege haben, mehr als aufgewogen werden.
    Deutschland nimmt zwischen den Niederlanden und (jedenfalls bisher) weitgehend Radweg-freien Ländern wie Italien oder England eine äußerst ungute Mittelposition ein: Eine unzureichende Infrastruktur, die nur mittelmäßig viele Leute zum Radfahren animiert und diese aufgrund ihrer teilweise katastrophal schlechten Ausführung auch noch über alle Maßen gefährdet.
    Da wir in absehbarer Zeit – erst recht nicht in Nürnberg – eine niederländische Infrastruktur bekommen werden, würde ich mir von der Polizei, ADFC und anderen Akteuren eine viel offensivere Aufklärung über die Vorteile des Fahrbahn-Benutzens trotz Radweg wünschen. Wenn ich sehe, wieviele Leute mittleren Alters hier in München mit guten Rädern, Funktionskleidung und 25 km/h aufwärts über 50cm breite Gehsteig-Radwegchen schießen, trotz Tempo 30-Zone und kaum Verkehr auf der Fahrbahn, wird mir manchmal richtig übel.
    Ich glaube, da würde ein wenig mehr Aufklärung Wunder wirken und vermeiden, dass Leute auf solchen Meisterleistungen unserer Straßenbauämter wie dem oben vorgestellten Radweg zu Schaden kommen. Die alte Denke „Nur auf dem Radweg bin ich richtig“ sitzt leider immer noch fest in den Köpfen und wird ja auch von der Presse stets weiter in die Köpfe gehämmert.

    • Hi Stefan, ich bin voll deiner Meinung. Leider gibt es auch noch sehr viele, die denken: „Nur auf dem Gehweg bin ich richtig“. Diese Leute sind eine Gefährdung für Fußgänger und sich selbst (im Kreuzungsbereich), fühlen sich dort aber sicher und auf der Fahrbahn bekommst du die nur schwer.
      Es bleibt ein langer Weg und die Ideallösung für alle gibt es wohl auch nicht.

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