nürnberg2rad

Mit dem Fahrrad in Nürnberg unterwegs


Hinterlasse einen Kommentar

Spenden für Fridolin… Das Lastenrad für jedermann in Nürnberg

Über die Initiative I BIKE NBG läuft gerade ein Projekt um in Nürnberg ein Lastenrad zu erwerben. Das Lastenrad soll Fridolin heissen und soll von jedermann kostenlos ausgeliehen werden können. Shareconomy per Lastenrad, sozusagen.

Werbung für Fridolin

Werbung für Fridolin

Matthias von I BIKE NBG hat auf dem Portal www.lokalherz.de eine Spendenaufruf-Aktion gestartet, speziell zur Finanzierung des Web-Portals von Fridolin, über das die Ausleihvorgänge gesteuert werden sollen. Auf diesem Weg sollen 500,-€ gesammelt werden. Der Spendenaufruf läuft noch bis 2.April 2015.

Ich finde das eine hervorragende Initiative, die eine finanzielle Unterstützung verdient. Jeder kann HIER spenden und/oder sich über das Projekt informieren. Auch kleine Beträge sind herzlich willkommen!


16 Kommentare

Liebe Firma Audi AG…

Liebe Firma Audi AG,

für das Fahrverhalten Ihrer Kunden sind selbstverständlich nicht verantwortlich. Oder vielleicht doch ein wenig?

Quelle: Audi AG

Quelle: Audi AG

Als Alltagsradfahrer meine ich feststellen zu können, dass 9 von 10 Autofahrern sich mir gegenüber rücksichtsvoll benehmen. Sie halten beim Überholen die ca. 1,5m Abstand ein, die vorgeschrieben ist, sie schneiden mich nicht, sie halten beim Verlassen von Grundstücksausfahrten. Manche lassen sogar in der Schlange vor der Ampel rechts eine Gasse frei, damit ich am Stau vorbei nach vorne fahren kann.

Aber ca. 1 von 10 Autofahrern benimmt sich leider nicht so. Die stören mit Ihrem Verhalten nicht nur, sie bringen mich teilweise ernsthaft in Gefahr. Und jetzt kommt die interessante Erkenntnis: Als ich von einigen Monaten für mich angefangen habe, herauszufinden was die 10% Auto-Assis kennzeichnet, war ich bald überrascht. Die meisten von ihnen fahren ein Audi! Klar, es sind einige Fiats, Alfa Romeos und Lieferwagen (Sprinter, Ducatos, etc.) dabei, aber von diesen 10% sind überaus die meisten: Audifahrer.

Natürlich ist diese Beobachtung sehr subjektiv und kann von mir nicht wissenschaftlich unterbaut werden. Darum geht es auch nicht. Ich habe aber unwillkürlich angefangen über das „Warum“ nachzudenken. Liegt es an der Konstruktion der Fahrzeuge? Sind sie von außen viel breiter als sie von innen erscheinen? Sind die sogenannten B-Säulen zu massiv, wodurch die schmale Silhouette des Radfahrers verdeckt wird? Ist die Geräuschdämmung so gut, dass der Insasse nichts mehr von außen mitbekommt?

Oder ist es ein bestimmter Typus Mensch, der sich in einen Audi reinsetzt? Gut, wer einen Q7 fährt (für Autolaien: Das ist eins der monströsesten SUV-Wüstenschiffe auf Deutschlands Straßen), wer einen Q7 fährt, der gehört für mich schon zur Kategorie „ich-zeige-allen-wie-groß-und-mächtig-ich-bin-weil-ich-sonst-nur-ein-armes-Würstchen-bin“.

Es sind nicht nur die dicken Audis, nein sogar häufig die Kleineren vom Typ A3. Vielleicht sind die Fahrerinnen und Fahrer frustriert, weil sie sich keinen A4,5,6,7,8 kaufen konnten? Oder genau umgekehrt…wollen die A3-Fahrer mit ihrer “Mach-Platz”-Fahrweise zeigen, dass sie diesen Edel-Golf fahren, weil sie sich für etwas besseres halten als ein echter VW-Golf-Fahrer?

Ich werde es wohl nicht herausfinden. Mittlerweile haben Sie in Ihrer Werbung etwas geändert. Vor einem Jahr war es noch „Streetfighter“ (siehe Blogbeitrag), aber das ist glücklicherweise vorbei. Ein Beitrag zum Rücksicht im Verkehr war das nicht. Inzwischen werden überall Fahrräder und Radfahrer in die Werbefotos versteckt und das sicherlich nicht unabsichtlich. Was ist der tiefere Sinn dahinter? Soll das Automobil glänzen, neben dem unscheinbaren Drahtesel? Soll etwas Sportlichkeit vermittelt werden? Oder heißt es: „Audifahrer: Das ist deine Zielscheibe“….? Ich hoffe doch nicht letzteres. Pass mal gut auf!”

Quelle: Audi AG

Quelle: Audi AG

Liebe Firma Audi. Bitte schreiben Sie doch mal in die nächste Werbung rein: „Audifahrer fahren Auto wenn sie müssen, aber Rad wenn sie können!“. Vielleicht steigt dann wirklich mal der eine oder andere aufs Rad und wundert sich über das Fahrverhalten von manchen OOOO-Fahrern….

Quelle: Audi AG

Quelle: Audi AG


6 Kommentare

…im Nachhinein betrachtet

Gestern Abend fand der angekündigte Vortrag statt…

Plakat Vortrag colIch möchte mich hier noch mal bei den vielen Besuchern des Vortrags bedanken. Dafür, dass alle mir so andächtig zugehört haben. Dafür, dass viele, die nicht einmal einen ordentlichen Sitzplatz hatten, trotzdem geblieben sind. Und das alles, obwohl die Raumluft recht stickig war.

Wir hatten im Vorfeld keine Ahnung, wie viele Leute zum Vortag kommen würden. Der Raum ist offiziell mit 40 Sitzplätzen angegeben. Wir hatten trotzdem über 50 Stühle reingebracht und auch das hatte dann gar nicht gereicht.

Mir hat es trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie fahrradbegeisterte Nürnberger ins Staunen geraten, wenn sie sehen wie eine ordentliche Fahrrad-Infrastruktur funktioniert. Wenn ich die Bilder in Holland selbst zeigen würde, würde das vermutlich nur ein müdes Achselzucken auslösen. Nach dem Motto: “Was will denn der damit?”. Und das ist dann auch gleich wieder das Traurige an der Veranstaltung. Das, was für Holländer ganz normal ist, scheint bei uns fast unerreichbar, utopisch… Dabei ist vieles von dem was ich gezeigt habe, ohne nennenswerten Mehraufwand auch hier umsetzbar. Wenn der Wille und das Bewusstsein für die Sache da wären.

Wer wirklich davon überzeugt ist, dass sich bei uns in Franken was ändern soll, den möchte ich dazu aufrufen aktiv zu werden. Es gibt dazu viele Möglichkeiten. Du kannst einen Leserbrief an die Nürnberger Zeitung senden. Oder bei blöden Baustellen an SÖR. Bei unmöglichen Kreuzungen oder Ampelschaltungen an das Verkehrsplanungsamt. Oder an die Stadtratsfraktionen. Wenn du zusammen mit anderen was bewegen möchtest, kann das zum Beispiel beim ADFC oder beim Bündnis Radfairkehr tun. Oder du wählst die fröhliche Variante und fährst mit vielen anderen beim Critical Mass mit, jeden letzten Freitag im Monat (Opernhaus, ab 18 Uhr).

Auch wenn die Erfolge im Moment nur kleine sind und die Strecke lang und steinig ist: Jeder, der was tut, hilft ein wenig mit. Wie ich schon im Vortrag gezeigt habe: Zuerst braucht die Stadt eine gute Fahrradinfrastruktur, der Erfolg kommt dann schon fast von alleine. Um diese Infrastruktur zu bekommen braucht es viel Geld und Ideen. Und um das Geld zu bekommen, muss die Lokalpolitik (inkl. Oberbürgermeister!) davon überzeugt sein, dass eine lebenswerte Stadt nur eine Stadt sein kann, die nicht für viele Autos, sondern für Fußgänger und Radfahrer geplant ist.


17 Kommentare

Aus dem Auto, aufs Rad. Wie soll das gehen?

Als Kind und Jugendlicher war ich ein echter Autonarr. Die Liebe fürs Blech ließ nach, als ich bei meinen ersten Autos merkte, welche (unkalkulierbare) Kosten damit einher gingen. Keine Rennboliden, sondern alles nur sehr solide, ja sogar spießige Autos nannte ich im Laufe der Jahre meins.

DSC_0912

In den letzten Jahren bin ich zunehmend mit dem Fahrrad unterwegs. Gleichzeitig fand in der Zeit ein Perspektivenwechsel statt. War der Griff zum Autoschlüssel früher ganz normal, so überlege ich heute 3 mal, ob ich auch anderweitig zum Ziel kommen kann. Begriffe wie Nachhaltigkeit, Peak-oil und Suffizienz führen zu einem anderen Bewusstsein bei der Mobilität. Sicherlich auch, weil ich ein nachdenklicher Mensch bin.

Mein Verständnis für Mitmenschen, die für Kurzdistanzen (also für mich sind Entfernungen bis 3km wirklich kurz) jedes Mal ins Auto steigen, schwindet immer mehr. Meistens sind diese Fahrten kleine Einkäufe, z.B. zum Bäcker, oder Besuche beim Frisör oder bekannten, die nicht mal mehr als 3-4 Straßen weiter sind. Ich kenne Kollegen, die 1,5km von der Arbeit entfernt wohnen und jeden Tag ins Auto steigen. Der ökologische Footprint solchen Aktionen könnte so viel besser sein, wenn man sie zu Fuß oder mit dem Rad macht. Außerdem bewegt man sich etwas, braucht keinen Parkplatz suchen und schont den Geldbeutel und den (kalten) Motor. Die betroffenen machen sich scheinbar darüber keine Gedanken.

Am 3. Februar fand im Bildungszentrum Nürnberg* (=Volkshochschule) ein Vortrag mit anschließender Diskussion unter dem Titel: „Zukunft der Mobilität – Wohin bewegen wir uns?“ statt. Der bekannte Verkehrsexperte und Blogger (Zukunft-Mobilität) Martin Randelhoff gab einen leider etwas kurzen Ausblick über die globalen Änderungen in der Mobilität der kommenden ca. 20 Jahre. Danach fand eine Podiumsdiskussion mit einem Vertreter des VCD-Nürnberg, den verkehrspolitischen Sprecher und stv. Fraktionsvorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion und Martin Randelhoff statt.

In der geschilderten Zukunftsvision nimmt der Anteil des PKW- und LKW-Verkehrs in den nächsten Jahren irgendwann deutlich ab. Gewinner auf den Kurzdistanzen sind Angebote wie Fahrrad, Elektrofahrzeuge und ÖPNV. Auf den größeren Distanzen wird vor allem der Schienenverkehr als Gewinner gesehen. Als Ursachen für die Entwicklungen wurden sowohl Kostensteigerungen als auch der urbane Verkehrsinfarkt genannt.

In der Diskussionsrunde konnte ich mir folgende Frage nicht verkneifen: „Eine schöne Vision der Zukunft und viele Leute werden das auch unterschreiben, aber wenn es dann an die Änderung der eigenen Mobilität geht, dann werden viele sagen: Ja, aber nur ohne mein Auto! Mein Auto ist mir heilig! Sollen die anderen sich ändern. Die Deutschen haben eine sehr hohe emotionale Bindung zum Auto. Wie glauben die Podiumsteilnehmer, kann man diese Bindung lösen kann?“

Die Antworten auf meine Frage haben mich enttäuscht. Die allgemeine Auffassung ist, dass vor allem ältere Leute so stark am Auto hängen und dass vor allem die jüngere Generation mit ganz anderen Prioritäten aufwächst. Nach dem Motto: Das Problem erledigt sich von selbst, wenn die älteren aussterben. Vor dem Wissen, dass die älteren immer älter werden, stimmt mir dieser Ansatz nicht sehr optimistisch. Bis die alte Generation weg ist, dauert noch mindestens 40 Jahre, so lange möchte ich nicht auf eine Mobilitätswende warten müssen. Als weiteres Argument wurde die Schaffung des passenden Alternativangebots betont. Auch hier kann ich nur müde lächeln. Speziell was die Stadt Nürnberg angeht. Investitionen in ÖPNV-Lösungen wurden zu viel in die teure U-Bahn gesteckt. Bis die Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg und Erlangen in Betrieb geht, bin ich vielleicht schon in Rente. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Nürnberger Fahrradnetzes (ein Netz voller Löcher) ist in den nächsten Jahren auch nicht ernsthaft zu rechnen. Zu groß ist die Angst bei den Kommunalpolitikern der großen Parteien, sich klar pro Fahrrad und kontra Auto zu bekennen. Da hängen Wählerstimmen dran und die sind nun mal emotional an ihrem Auto…. usw. usw.

So beschäftigt mich weiterhin die Frage: Wie bekommt man die Nachbarn, Kollegen, etc. davon überzeugt, wenigstens zeitweise mal das Auto stehen zu lassen und die 1-3km mal mit eigener Energie zurückzulegen? Mit rationalen Argumenten kommt man da nicht weit, das habe ich schon gemerkt. Ist das Autofahren eventuell eine Sucht? Sind die meisten Autofahrer süchtig nach der Droge Auto? Wie funktioniert da der Entzug? Ich weiß es nicht.

Bleibt mir nur, mit anderem Beispiel voran zu gehen.

Habt ihr Vorschläge, Ideen?

*Das Bildungszentrum Nürnberg lädt von Januar bis Juli 2015 zu einer ganzen Reihe von Mobilitäts-Vorträgen ein: Die Welt in Bewegung – Mobilität im Wandel.


5 Kommentare

Schwalbe Spikes ersetzen

Das Wetter wird in der kommenden Woche voraussichtlich etwas winterlicher als bisher. Eine Kostprobe hatte ich am Freitagabend bekommen, als ich auf dem Rückweg nach Hause (nach einer kurzen Teilnahme am Critical Mass) auf einem Parkplatz auf einer dünnen Eisschicht ausrutschte.

Also kein Risiko mehr: Die “Winterreifen auf Alufelgen” kommen wieder drauf. Allerdings hatte ich in der Vergangenheit einige Spikes verloren. Um diese zu ersetzen bietet Schwalbe für knapp 13,-€ ein Ersatzset mit 50 Spikes und einer stabilen Montagehilfe an. Ich zeige jetzt mal kurz wie das geht:

Spikes-Ersatzset von Schwalbe

Spikes-Ersatzset von Schwalbe

Es liegt keine Montageanleitung bei. Damit die Spikes besser reinflutschen habe ich die Löcher zuerst kurz mit Schwalbe Easy-Fit eingeschmiert. Das ist eine Gleit-Flüssigkeit, die man normalerweise verwendet um die Montage von Reifen auf den Felgen zu erleichtern. Vermutlich geht es auch ohne.

Easy-Fit erleichtert die Montage der Spikes

Easy-Fit erleichtert die Montage der Spikes

Danach die Spikes in das Montageröhrchen gesteckt und mit etwas Kraft in das Loch reindrücken. Ein leichtes “ploppen” gibt an, dass der Spike eingerastet ist.

Mit etwas Kraft reindrücken...und fertig.

Mit etwas Kraft reindrücken…und fertig.

Es funktioniert ganz schnell und einfach. Jetzt vorsichtig bremsen, damit sie nicht gleich wieder rausfliegen.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 104 Followern an